Neuer Trainer

So lobt Schalke-Legende Gerald Asamoah den neuen HSV-Coach René Lewejohann

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René Lewejohann gab im Testspiel gegen RW Oberhausen sein Debüt als Trainer der Hammer SpVg. Bei der strauchelnden Mannschaft will er mit Einzelgesprächen die mentale Bremse lösen.

Für René Lewejohann, den neuen Trainer des kriselnden Oberligisten  Hammer SpVg, zählt erst mal nur eins: die "Maloche" auf dem Platz.

Hamm - Wer sich bei Gerald Asamoah über René Lewejohann informiert, bekommt nur Positives zu hören. Der ehemalige Schalker Profi, der aktuell als Teammanager die U 23 des FC Schalke 04 betreut, kennt den 34-Jährigen schon viele Jahre und hat mit ihm ein enges, freundschaftliches Verhältnis.

„René ist ein guter Typ. Er kann eine Mannschaft hinter sich bekommen und Aufbruchstimmung erzeugen“, berichtet Asamoah, Vizeweltmeister von 2002, über Lewejohann, der selbst zwischen 2005 und 2007 für die zweite Schalker Mannschaft aufgelaufen war. „Er hat das Herz am rechten Fleck“, sagt Asamoah auf Nachfrage unserer Redaktion.

Kommentar: Eine Institution schafft sich ab

Also einer, der in der aktuellen Situation des Fußball-Oberligisten passen könnte. Lewejohann selbst glaubt jedenfalls zu wissen, was die derzeit kriselnde HSV braucht: „Es ist eine reine Kopfsache. Ich muss Motivator und Psychologe sein“, meint der ehemalige Profi und ergänzt: „Ich war durch meine Verletzungen selbst oft genug am Boden, ich weiß, wie wichtig der Kopf ist.“ Bei aller Empathie fordert Lewejohann allerdings auch bedingungslosen Einsatz von seiner neuen Mannschaft: „Ich bin selbst ein Malocher auf dem Platz gewesen. Wer nicht über die Einstellung kommt, wird ein Problem haben.“

Motivator und Psychologe

Am späten Donnerstagabend hatte die HSV gewohnt nachlässig und mit mal wieder mysteriöser Verzögerung eine Pressemitteilung verschickt, in der die Verpflichtung des 34-jährigen Lewejohanns verkündet worden war. Zuvor hatte der gebürtige Herner bereits das Abschlusstraining vor dem Testspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen am Donnerstagabend geleitet. Der Westfalenligist SpVgg. Erkenschwick, bei der Lewejohann vorher als Trainer unter Vertrag gestanden hatte, ließ den ehemaligen Stürmer ziehen. Dieser hatte den Klub erst im Februar 2018 übernommen.

"Wer ist das denn, der neue Zeugwart?"

Auf die Frage, wie die Mannschaft ihn am Donnerstagabend empfangen habe, witzelte Lewejohann: „Die haben sich erst mal gefragt: Wer ist das denn, der neue Zeugwart?“ Tatsächlich könnte der 34-Jährige durch seine offene Art genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt sein. Die HSV-Mannschaft wirkte zuletzt oftmals gehemmt. „Es ist ja im großen und ganzen die Mannschaft, die in der vergangenen Saison um den Aufstieg mitgespielt hat. Sie muss ja Qualität haben“, glaubt Lewejohann. Er sei nun „der neue Chef, der den Karren wieder ins Rollen bringt“. Seine Devise dabei lautet: „Es gibt nur ein Gas, das ist Vollgas.“

Kontakt lief über Chiquinho

Der Kontakt zur Hammer SpVg sei über deren sportlichen Leiter Chiquinho zustande gekommen. Lewejohann hatte mit dem Brasilianer zusammen bei LR Ahlen (2003 bis 2005) gespielt, danach trafen sich die beiden regelmäßig bei Partien der Traditionsmannschaften von Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, für die beide noch antreten. Letztlich sei in den vergangenen Tagen alles „recht schnell gegangen“, sagt Lewejohann. Der neue Coach will nun vor allem erst einmal im mentalen Bereich die Bremse lösen: „Ich werde in den kommenden Tagen viele Einzelgespräche führen, um heraus zu finden, was in den Köpfen der Spieler vorgeht“, sagt der ehemalige Zweitliga-Profi. Auch mit Interimscoach Alexander Lüggert, der als Co-Trainer wieder ins zweite Glied zurückkehren soll, will sich Lewejohann austauschen. Dies sei bislang nicht geschehen, da Lüggert derzeit krank geschrieben ist.

Gerald Asamoah, der mit seiner U23 in der Rückrunde gegen seinen Kumpel Lewejohann in der 24-nexx-Arena noch antreten muss, ist jedenfalls optimistisch: „Ich traue ihm diesen Job zu. Wer ihn kennt, wird viel Spaß mit ihm haben.“ Was aber nicht heißt, dass der Teammanager des Oberliga-Spitzenreiters im direkten Duell Geschenke verteilen wird.

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