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Linn Lara Kleine schafft es in den Perspektivkader - und hat kaum Zeit zum Luft holen

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Von: Günter Thomas

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Die Hammer Leichtathletin Linn Lara Kleine gehört jetzt dem Perspektivkader des DLV an.
Die Hammer Leichtathletin Linn Lara Kleine gehört jetzt dem Perspektivkader des DLV an. © Frank Zeising

Die Mittel- und Langstreckenläuferin Linn Lara Kleine aus Hamm ist für den Perspektivkader des DLV nominiert worden.

Hamm - Nach getaner Arbeit hatte sich Linn Lara Kleine die Dusche wirklich verdient: Gerade war die Langstreckenläuferin aus Hamm bei den deutschen Hochschulmeisterschaften im Cross-Lauf von oben bis unten mit Match besprenkelt auf der Strecke im mittelhessischen Mengerskirchen als Vierte über die Ziellinie gelaufen – rundum glücklich und zufrieden. „Dieses Ergebnis“, begründet sie, „war für mich ein großer Schritt in Richtung Cross-WM, da dieser Lauf relevant für die Nominierung war.“

Mit ihrem Ergebnis darf sich Kleine nun große Hoffnungen machen, am 12. März dabei zu sein, wenn im portugiesischen Aveiro die Weltmeisterin der Studierenden ermittelt wird. „Im Moment bin ich auf Rang drei im deutschen Kader von sechs Frauen, die am Ende nominiert werden. Meine Karten stehen gut“, freut sich die Leistungssportlerin, die für die Uni Bochum startet und das Ergebnis zudem in ihren Trainingskontext eingeordnet wissen möchte. „Ich komme gerade aus dem Höhentrainingslager und habe vor kurzem auch noch meine Corona-Booster-Impfung bekommen.“ Die Bedingungen auf der Strecke waren für alle Starterinnen auf dem 5,5 Kilometer langen Kurs dagegen dieselben. „Das war der reinste Acker“, sagt Kleine. „Vorher haben wir uns die Strecke ja angeguckt – gelaufen bin ich dann, nachdem es die ganze Zeit geregnet hatte, aber gefühlt eine völlig andere. Das war nur Matsche, sehr Kräfte zehrend.“

Volles Programm bis Weihnachten

In den kommenden Wochen geht es dann Schlag auf Schlag: Am 28. November steht in Pforzheim das nächste Rennen im Gelände an – und auch das ist wichtig, weil mit entscheidend für die Qualifikation zur Cross-EM (nicht für Hochschulen) am 12. Dezember im irischen Dublin, auf die eine Woche später die Deutsche Meisterschaft in Sonsbeck folgt (18. Dezember). „Das sind die Ziele, die ich im Kopf habe“, sagt die Hammerin, die in den nächsten neun Wochen bis Weihnachten zwar in der Heimat ist, dort aber ein umfangreiches Programm vor der Brust hat.

Auch die vergangenen Wochen gehörten nicht gerade zur Kategorie Entspannung. Drei Wochen lang (vom 4. bis 24. Oktober) hat sich die 20-Jährige mit dem DLV-Kader – darunter auch ihr Heimtrainer Pierre Ayadi und Physiotherapeut Melvin Siemon von der LG Olympia Dortmund – im Höhenleistungszentrum C.A.R. in der spanischen Sierra Nevada auf die Cross- und Straßenlaufsaison vorbereitet – ihr bislang neuntes Höhentrainingslager insgesamt, aber das erste auf einer Höhe von 2 320 m. Das Training war sehr umfangreich: Am Ende standen für die 21 Tage 418,57 Laufkilometer zu Buche. „Mit 149 davon habe ich außerdem meinen höchsten Wochenumfang jemals geschafft“, ist Kleine stolz. „Dazu kamen noch 3,15 Stunden Spinning und 8,19 Stunden Kraft, da auch Alternativ- und Krafttraining im Aufbau eine wichtige Rolle spielen.“ Selbst die Uni hat Kleine in der Zeit nicht vernachlässigt – wenngleich sie zugibt, dass „der Sport derzeit klar im Vordergrund steht“.

Perspektivkader bietet größere Unterstützung

Am 26. Dezember wird sie erneut für drei Wochen in die Sierra Nevada aufbrechen – mit einer weiteren Motivationshilfe in der Tasche. Denn in der vergangenen Woche flatterte Post vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ins Haus. Inhalt: Die DLV-Kaderlisten für die neue Saison. „Bisher bin ich im Nachwuchskader (NK 1 U23) gewesen. Aufgrund meiner starken Zeit von 34:19 Min. bei den deutschen Langstreckenmeisterschaften in Mainz am 1. Mai bin ich aber nun in den Perspektivkader (PK) des DLV aufgerückt“, freut sich die Hammerin über die Nachricht, die zwar nicht mehr überraschend kam, die aber dennoch für „riesige Freude“ im Hause Kleine gesorgt hat. Denn der Schritt ist entscheidend: Mit dem PK-Status geht eine viel größere Unterstützung, z.B. durch die Sporthilfe, einher. „Natürlich hilft mir das bei der Verfolgung meiner Ziele enorm, auch weil dadurch mehr Trainingslager mit der deutschen Laufelite möglich werden. Zudem kann ich häufiger die Physiotherapie in Anspruch nehmen. Und bin endlich im Erwachsenenbereich angekommen.“

Nach dem schweren Jahr 2020 sieht sie die Berufung in den PK auch „als Wertschätzung und Belohnung, nachdem ich mich aus der schwierigen Saison mit meiner Verletzungsproblematik herausgekämpft habe. Vor allem gibt mir das aber noch mehr Motivation fürs harte Aufbautraining.“

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