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Linn Kleine aus dem Trainingslager auf das DM-Podest

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Von: Günter Thomas

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Linn Kleine (Mitte) freut sich über DM-Silber hinter Jasmina Stahl (rechts) und vor Hanna Bruckmayer.
Linn Kleine (Mitte) freut sich über DM-Silber hinter Jasmina Stahl (rechts) und vor Hanna Bruckmayer. © Kleine

Frisch aus dem Höhentrainingslager auf das Siegertreppchen bei den Deutschen Meisterschaften ging es für die gebürtige Hammerin Linn Kleine. Die 20-Jährige ging bei den deutschen Langstreckenmeisterschaften in Pliezhausen über 10 000 Meter auf die Bahn und gewann am Ende die Silbermedaille bei den Juniorinnen (U23).

Hamm - „Ich freue mich über den Vizetitel und blicke optimistisch auf die Freiluftsaison“, sagte die gebürtige Hammerin, die für die LG Olympia Dortmund an den Start geht. Den Rennverlauf hatte sie bereits vor dem Startschuss mit ihren schärfsten Konkurrentinnen Jasmina Stahl und Sophie Kretschmer abgesprochen. Und auch, als Kretschmer vorzeitig die Segel streichen musste, änderte sich an dem Plan nichts. „Ich habe mich mit Jasmina regelmäßig in der Führungsarbeit abgewechselt“, sagt Kleine. „Wir wollten beide ein konstant hohes Tempo erreichen, um das Teilnehmerfeld zu entzerren und das Rennen früh zu entscheiden. Bei einem langsameren Tempo hätten sicherlich viele Läuferinnen auf dem letzten Kilometer noch ein Wörtchen mitzureden gehabt. So konnten wir die Konkurrenz schon zu Beginn abschütteln.“

Deutlich über persönlicher Bestzeit

Im Finish musste dann aber auch die Hammerin ihre Konkurrentin ziehen lassen, obwohl ihre Uhr im Ziel erst bei 34:33,22 Minuten stoppte und damit deutlich über ihrer erst vor wenigen Wochen beim Straßenlauf unter dem Bayer-Kreuz aufgestellten Bestzeit von 33:15 Minuten lag. „Schon im Vorfeld war ich mir unsicher, wie schnell ich direkt nach dem Höhentrainingslager laufen kann“, sagte Kleine. „Ich musste kurzfristig kleinere gesundheitliche Probleme abklären, weil ich mit einem latenten Eisenmangel zu kämpfen hatte und im Eifer in der Höhe in Flagstaff wahrscheinlich etwas ins Übertraining gerutscht bin. Daher waren meine Beine einfach noch nicht erholt, das wird sich in den kommenden Wochen aber wieder bessern. Dann werde ich wieder an meine Bestzeit anknüpfen können.“

Höhentrainingslager in den USA

Vier Wochen dauerte Kleines Aufenthalt im Höhentrainingslager im amerikanischen Flagstaff (Arizona). „Dort bin ich in neue Dimensionen vorgestoßen und habe sehr umfangreich trainiert“, hat sie nicht nur persönlich viele Eindrücke gesammelt, sondern auch sportlich ein großes Pensum absolviert, das nun die Grundlage für eine erfolgreiche Freiluftsaison bilden soll. Bis zu 169 Laufkilometer pro Woche standen auf dem Trainingsplan. Die tollen Bedingungen in Flagstaff mit warmen Temperaturen, vielen DLV-Athleten, schönen Laufstrecken und einem sehr gut ausgestatteten Fitnessstudio haben das möglich gemacht. „Auch neben dem Training konnte ich die Zeit dort sehr genießen, zum Beispiel bei einem Ausflug zum Grand Canyon“, nahm die Hammerin viele positive Erinnerungen aus Amerika mit.

Dass die DM auf der Langstrecke zehn Tage später nicht unbedingt in den Trainingsplan passen würde, war deshalb schon vor dem Start klar. „Daher habe ich mich auch dazu entschieden, bei den Juniorinnen um eine Medaille und nicht im Frauenfeld um eine schnellere Zeit zu kämpfen“, so Kleine. „Die Entscheidung fürs „langsamere“ U23-Rennen war also genau richtig, da ich nun die Silbermedaille mit nach Hause nehmen durfte.“

Unterdessen sind die World University Championships (Universiade) im chinesischen Chengdu ein weiteres Mal verschoben worden. „Ich bedauere die Verschiebung, weil ich mich sehr auf dieses Highlight gefreut hatte“, sagt Kleine. „Aber umso mehr freue ich mich auf 2023 – und auf die Universiade 2025 bei uns im Ruhrgebiet. Das ist und bleibt ein großes Ziel von mir.“

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