Ligaerhalt als Randerscheinung - ASV kann in Großwallstadt befreit aufspielen

Marian Orlowski steht dem ASV wegen einer Verletzung bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung.
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Marian Orlowski steht dem ASV wegen einer Verletzung bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung.

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hatte am Mittwoch nach dem Punktgewinn gegen Bietigheim zwei gute Gründe zum Feiern. Einer davon ging allerdings unter.

Hamm – Als am Mittwoch Jan von Boenigk mit seinem Treffer zum 28:28-Endstand gegen die SG BBM Bietigheim einen Punkt für den ASV Hamm-Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga festgehalten hatte, war die Freude bei den Spielern und ihrem Trainer Michael Lerscht groß. Darüber, dass sie sich nach einer couragierten und engagierten Leistung mit einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung wenigstens noch teilweise belohnt hatten.

Drei Teams bleiben definitiv hinter Hamm

Der zweite Grund zum Feiern war bei den Hammern dagegen schlicht untergegangen: Die Mannschaft hat mit diesem Punkt auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Mit nun 28 Punkten kann der Tabellen-14. nicht mehr auf einen der drei Abstiegsränge rutschen. Denn mit dem TuS Fürstenfeldbruck (33 Spiele/17 Punkte), dem Wilhelmshavener HV (32/23) und dem TV Emsdetten (33/22) können mindestens drei Teams die Hammer (31/28) in der Tabelle nicht mehr überholen. Der Grund: Wilhelmshaven werden aufgrund des Wechsels eines wirtschaftlichen Trägers während der Saison nach dem 36. Spieltag vier Zähler abgezogen und kann die Hammer damit nicht mehr überholen. Emsdetten kann mit maximal sechs Punkten nur noch mit dem ASV gleichziehen. In dem Fall entscheidet in dieser Saison aber der direkte Vergleich beider Mannschaften und nicht das Torverhältnis. Und den hat der ASV für sich entschieden.

„Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich mit dem Thema Abstiegskampf in den vergangenen Wochen gar nicht so richtig beschäftigt, weil ich sicher war, dass wir die nötigen Zähler noch einfahren werden“ sagt Lerscht, der nach Bietigheim daher eher in den Fokus stellte, dass „die Jungs natürlich traurig waren, dass sie sich trotz des couragierten, emotionalen Auftritts nicht mit dem Sieg belohnt haben. „Aber irgendwann ging dann einfach die Power aus, so, dass sie die Fünf-Tore-Führung Mitte der zeiten Halbzeit zehn Minuten später schon wieder verloren haben – nach einer Phase, wie wir sie in dieser Saison immer mal wieder drin gehabt haben.“

Quarantäne beim TVG endet am Samstag

Dennoch ist der Coach sicher, dass diese Vorstellung Auftrieb für die nächste Aufgabe beim Tabellenachten TV Großwallstadt (Sonntag/17 Uhr) geben wird. Der scheint aktuell nicht gefährdet. Zwar befindet sich die Mannschaft des TVG seit einem positiven Corona-Test bei einem Spieler des Kaders vor zwei Wochen in Quarantäne. Die endet jedoch am Samstag, so dass die Partie am Sonntag weiter auf dem Spielplan steht. „Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir spielen“, sagt Lerscht, der aber auch weiß, dass sich an der Situation noch etwas ändern könnte, sollten die aktuellen PCR-Tests in Großwallstadt eine neue Situation ergeben. Nach Informationen seitens der TVG-Geschäftsstelle haben aber weder der infizierte noch die anderen Spieler des Kaders bislang Symptome gezeigt. Und auch die weiteren Testungen des Kaders sind bislang unauffällig geblieben.

Dass die Gastgeber nun ohne Training ins Spiel gehen müssen, sieht Lerscht allerdings nicht als Vorteil für sein eigenes Team an. „Es hat sich im Verlauf der Saison schon oft als trügerisch erwiesen, wenn gesagt wurde, dass eine aus der Quarantäne kommende Mannschaft einen Nachteil hat“, sagt er. „Solche Annahmen sind kontraproduktiv. Wir haben auch nach vier Wochen Pause gegen Dormagen mit einer ganz interessanten Konstellation gewonnen und danach in Nettelstedt sehr gut gespielt. Auch Ferndorf ist nach der Quarantäne durchgestartet.“

Saison auch für Marian Orlowski beendet

An der Personalsituation seines eigenen Teams wird wenig ändern. Nach Sören Südmeier ist die Saison auch für Marian Orlowski und wohl auch Jan Pretzewofsky beendet. Ob Alexander Engelhardt noch einmal eingreifen kann, ist offen. „Im Moment ist die Schmerzentwicklung in der Hand bei ihm nicht so, dass es maximal schnell gehen könnte“, so Lerscht. Lars Gudat steht auswärts weiter nicht zur Verfügung. Und Melf Krause braucht, nachdem mit Jan Brosch und Jakob Schwabe beide Kreisläufer wieder fit sind, nicht mehr auszuhelfen.

Das Programm, das auf die Hammer bis zum Saisonende noch wartet, ist zwar psychisch nicht mehr sonderlich belastend, wird der Mannschaft aber physisch noch einmal alles abverlangen.

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