Handball

Vorgezogener Aschermittwoch für den ASV Hamm-Westfalen in Emsdetten

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Alle gegen einen: Emsdettens Winterneuzugang Alvis Jurdzs (Nummer 77) war von den Hammern nicht zu halten.

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen erlebte im Westfalen-Derby beim TV Emsdetten seinen vorgezogenen Aschermittwoch. Auf der anderen Seite feierte Gastgeber TV Emsdetten nach dem überraschenden 31:27 (18:11)-Derbysieg vor 2208 Zuschauern in der Ems-Halle eine ausgelassene Karnevalsparty.

Emsdetten - 20 Minuten vor Spielbeginn war die Ems-Halle noch spärlich gefüllt - mit Anpfiff sollte sich das schlagartig ändern. Volles Haus meldeten die Gastgeber - zahlreiche Fans waren aus Hamm angereist. Und was die zu sehen bekamen, war eine Partie, die vor der Pause von den Gastgebern dominiert wurde. Kay Rothenpieler hatte zwar schon im Vorfeld mit einer umkämpften Partie beim Liga-Vorletzten gerechnet, als er sagte: "Es ist ein Derby, die Stimmung in der Halle wird heiß sein." Mit einer Vorführung seines Teams in der ersten Halbzeit hatte der ASV-Coach allerdings nicht gerechnet.  

Dabei waren die Gäste gut in die Partie gekommen. Rothenpieler hatte mit dem Ex-Emsdettener Merten Krings auf der Spielmacherposition begonnen, und der steuerte zwei Treffer zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung des ASV bei (5.). Fünf Minuten später war diese allerdings schon Geschichte. Erstmals lag der TVE vorn. Torschütze zum 5:4 war TVE-Winterneuzugang Alvis Jurdzs. Und dem sollte im weiteren Verlauf des Spiels eine tragende Rolle zukommen. Peu à peu setzte sich Emsdetten in der Folge ab - und immer wieder hieß der Torschütze Jurdzs, den die Gäste nicht in den Griff bekamen. 

So stand es nach 20 Minuten 13:7 für den Abstiegskandidaten. Nach 25 Minuten hatte Rothenpieler bereits sein zweites Team-Timeout genommen. Die Krönung der Hammer Pannen-Partie sollte allerdings noch kommen. In der Schlussminute des ersten Durchgangs hatte der ASV die Gastgeber im Zeitspiel bis zum letzten Pass gebracht - den Jurdzs per abgefälschtem Freiwurf dennoch im Netz unterbrachte. Zehn Sekunden waren danach noch auf der Uhr, Rothenpieler hatte Torhüter Oliver Krechel aus dem Kasten genommen. Vorne ging der Ball verloren - und Jurdzs bedankte sich mit seinem siebten Treffer - zum 18:11-Pausenstand ins leere Tor. Im Hammer Lager erntete diese Aktion nur noch Kopf schütteln. 

Steigerung nach der Pause

Nach der Pause versuchte der Tabellenzweite noch einmal alles, deckte deutlich offensiver, spielte vorne mit Südmeier und Krings  - und kassierte zunächst weitere Gegentreffer. In der 37. Minute lag der Rückstand weiter konstant bei sieben Toren (22:15). Weil es jetzt zwar vorne besser klappte, die Defensive aber noch immer keinen Zugriff bekam. 

Was sich in der Folge allerdings auch änderte. Weil Felix Storbeck - seit der 38. Minute wieder zwischen den Pfosten - nun plötzlich fast jeden Ball, der aufs Tor kam, hielt. Als Südmeier in der 47. Minute zum 23:21 verkürzte, war es merklich ruhiger in der Halle geworden. Der ASV war zurück im Spiel.  

Zehn Minuten vor dem Ende hatte der Tabellenzweite alle Trümpfe in der Hand, als Jan Pretzewofsky ins leere Emsdettener Tor zum 25:24-Anschluss traf. Ein technischer Fehler von Südmeier auf dem Weg zum möglichen Ausgleich und die folgende Rettungsaktion des Hammer Spielmachers, die ihm zwei Minuten und einen Siebenmeter für den TVE einbrachten, sorgten wieder für Oberwasser bei den Gastgebern. Statt 25:25 hieß es wenig später 28:25 (53.). Ein Vorsprung, den sich die Hausherren nicht mehr nehmen ließen.

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