Handball

So lief das West-Duell zwischen Tusem Essen und dem ASV Hamm-Westfalen

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Lagebesprechung: ASV-Coach Kay Rothenpieler und Oliver Milde.

Gekämpft, gezittert, gejubelt: Nach einem wahren Handball-Krimi setzte sich Zweitligist ASV Hamm-Westfalen im West-Duell beim Tabellendritten Tusem Essen mit 33:31 (18:15) durch und tanzte anschließend ausgelassen vor 2151 Zuschauern in der Essener Sporthalle "Am Hallo". 

Essen - „Ich habe im Vorfeld gesagt, wir müssen hier eine sehr, sehr starke Leistung abliefern, um was mitzunehmen. Das ist uns gelungen“, freute sich ASV-Coach Kay Rothenpieler über die zwei Zähler. Essens Coach Jaron Siewert zeigte sich dagegen enttäuscht: „Die erste Halbzeit waren wir zu passiv in der Abwehr und haben zu leichte Tore über das Zentrum bekommen“, sagte er. „In der zweiten funktionierte das besser. Tragisch, dass wir nichts mitgenommen haben, als wir uns am Ende heran gekämpft hatten.“

 Rothenpieler schöpfte Zuversicht aus der Tatsache, dass Essen zuletzt drei Niederlagen in Folge hinnehmen musste: „Man sieht daran, dass sie verwundbar sind“, sagte der ASV-Coach, der zusätzlich zu seinem üblichen Stamm Torhüter Jan-Jörg Wesemann aus der Oberliga-Mannschaft in den Kader berufen hatte, da Oliver Krechel sich eine leichte Knöchelblessur zugezogen hatte.

Die Gäste erwischten einen Auftakt nah Maß – vor allem, weil der Rückraum dieses Mal gut zum Zug kam: Die ersten Minuten gehörten dabei „Mex und Lex“ auf den Halbpositionen. Mex Raguse (2 Tore in dieser Phase), der den Vorzug vor Oliver Milde im linken Rückraum erhalten hatte, und Stefan Lex (3/Halbrechts) waren allein für die ersten fünf Hammer Treffer verantwortlich. Und dafür, dass die Gäste nach sieben Minuten mit 5:3 vorne lagen.

Dass es insgesamt sehr gut für die Gäste lief, lag daran, dass sie von Beginn an einen sehr konzentrierten Eindruck hinterließen. Engagiert, aber nicht übermotiviert ging der ASV beim Tabellendritten zu Werke, stellte die Hausherren in der Defensive vor Probleme und spielte sich im Angriff seine Chancen ruhig und geduldig heraus. Als Markus Fuchs zum 8:6 eingenetzt hatte und Spielmacher Sören Südmeier kurz darauf fast den Vorsprung auf drei Treffer geschraubt hätte, nahm Siewert seine erste Auszeit (12.).

Doch die Hammer ließen sich nicht aus der Konzentration bringen. Weiter auf die gut aufgelegten Raguse und Lex bauend, hielt das Team seinen Zwei-Tore-Vorsprung und erhöhte nach 25 Minuten sogar auf drei, als Vincent Sohmann sicher per Siebenmeter zum 14:11 traf.

Da im ASV-Tor mittlerweile auch Felix Storbeck auf Betriebstemperatur war, der unter anderem gleich zwei Siebenmeter parierte, lagen die Gäste zwei Minuten vor der Pause sogar mit vier Toren vorn, als Vyron Papadopoulos von Außen einnetzte.

Doch Essen wäre kein Spitzenteam, wenn es nicht weiter alles versucht hätte. So war es Tom Skroblien, der allein vor der Pause sieben seiner zwölf Tore erzielte, der Sekunden vor der Pause zum 17:15 verkürzte. Der Jubel blieb ihm allerdings im Halse stecken, weil Lukas Blohme geistesgegenwärtig zur Schnellen Mitte ansetzte und mit der Pausensirene zum 18:15 für den ASV traf. Seine Siegerfaust begleitete die Gastgeber in die Kabine – und das Urteil des ASV-Geschäftsführers Franz Dressel war beim Pausengang ebenso unmissverständlich: Daumen hoch für einen bislang bärenstarken Auftritt.

Nach dem Wechsel wurde die Partie zu einem verbissenen Kampf. Essen steckte nicht auf, setzte die Gäste in der Defensive mit einem vorgezogenen Deckungsspieler gegen die Hammer Rückraum-Mitte mächtig unter Druck und wurde vorne sicherer. Bis zur 40. Minute hielt der Vorsprung (21:24), dann sorgten drei Treffer in Folge gegen Hammer Unterzahl für den Ausgleich (24:24/43.).

Doch der ASV kam zurück, konterte durch zwei Treffer von Fabian Huesmann und Lex zur 27:25-Führung (47.). Und als die Hammer nach einem Steal wie zuletzt gegen Coburg den Ball wieder leichtfertig abgaben (Huesmann/50.), blieb das dieses Mal ohne Folgen, weil Südmeier und Raguse anschließend die Führung auf drei Tore stellten (29:26/51.).

Ein Vorsprung, den der ASV fast noch verspielte. Doch als der letzte Tusem-Angriffsversuch beim stand von 32:31 für die Gäste abgewehrt war, bekam Lukas Blohme acht Sekunden vor dem Ende nach rüdem Einstieg den Ellbogen von Justin Müller ins Gesicht. „Ich war schon halb an ihm vorbei“, sagte Blohme später, nahm Müller, der erst die Blaue Karte und dann sah, wie Fabian Huesmann den entscheidenden Treffer markierte, aber in Schutz: „Diese Entscheidung war zu hart, meiner Meinung nach. Aber ich bin vor allem froh, dass wir nach den vergangenen Jahren, wo das hier immer eine Berg- und Talfahrt war, noch gewonnen haben.“

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