Fußball-Oberliga 

Rhynerns "Ausnahmestürmer" geht auch nächstes Jahr auf Torejagd am Papenloh 

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Geht auch in der kommenden Spielzeit für den SV Westfalia Rhynern in der Oberliga auf Torejagd: Angreifer Lennard Kleine (rechts).

Spekulationen um eine Fußballpause setzt Lennard Kleine mit seiner Entscheidung ein Ende. Der Stürmer wird auch in der kommenden Spielzeit für den SV Westfalia Rhynern auflaufen. 

Hamm – Jahrelang war er immer einer der ersten Spieler gewesen, der seine Zusage für die kommende Saison gegeben hatte. Jetzt aber hat Lennard Kleine wochenlang hin- und herüberlegt, ob er weiter in der Oberliga für den SV Westfalia Rhynern auflaufen wird oder ob er seine Fußballschuhe vorübergehend an den Nagel hängt und er eine Pause einlegt.

„Ich hatte nicht mehr so die Motivation. Daher hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mal auszusetzen“, erklärt der Toptorjäger der Papenloh-Elf, der am gestrigen Montag seinen 27. Geburtstag feierte. Letztlich entschied er sich dann aber doch für den Fußball und gab den Rhyneraner Verantwortlichen jetzt die Zusage, auch in der kommenden Spielzeit für die Westfalia auf Torejagd zu gehen.

„Ich bin sehr erleichtert. Das ist für uns natürlich eine tolle Nachricht”, frohlockte Trainer Michael Kaminski. ”Für die Oberliga ist er ein Ausnahmestürmer. Aber ich schätze ihn nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich sehr. Lennard ist ein wichtiger Baustein unseres Teams und gerade für die jungen Akteure ein Vorbild. ” Und auch Andreas Kersting, der Sportliche Leiter der Westfalia, zeigte sich sehr erfreut über die Zusage des Eigengewächses: „Lennard ist das Gesicht des Vereins. Er ist seit den Mini-Kickern hier und hat den Weg mitbestritten. Er ist eine tolle Persönlichkeit.”

Coronavirus-Pause eine "lange Quälerei"

Vor allem die lange Vorbereitung im Winter auf die später wegen der Corona-Pandemie abgebrochene Rückserie hatte Kleine die Freude am Sport verdorben. Mehr als zwei Monate lang stand für die Rhyneraner von Januar bis März nichts anderes als Training auf dem Programm, ehe es am 13. März im ersten Pflichtspiel des Jahres beim TuS Erndtebrück wieder um Meisterschaftspunkte ging.

„Das war einfach eine lange Quälerei, die mir den Spaß am Fußball genommen hatte. Und dann taten mir vom Training auf dem Kunstrasen irgendwann auch noch die Knie weh“, erinnert sich Kleine. „Daher habe ich dann irgendwann nicht mehr so viel Lust gehabt.“

An der Mannschaft oder an Trainer Kaminski habe dies keineswegs gelegen, beteuert er. „Wir haben eine klasse Truppe. Mit den Jungs macht es immer Spaß. Und Kami ist ein toller Coach“, stellt er klar und fügt hinzu: „Das lag einzig an mir.“ Denn schon früh in seiner Karriere habe er gemerkt, dass er in Sachen Fußball nicht mit aller Macht so hochklassig spielen möchte, wie es irgendwie möglich ist. Sondern dass es ihm vor allem auf die Freude an der Sache ankommt: „Mir ging es nie darum, vielleicht einmal Profi zu werden oder leistungsmäßig durchzustarten. Fußball war und ist ein Hobby für mich, das ich neben meiner Ausbildung oder meinem Job mache.“

Während der coronabedingt langen Zeit ohne Fußball von Mitte März bis Ende Mai hat Kleine dann aber immer mehr gemerkt, dass ihm etwas fehlte. „Das war ja irgendwie schon die Pause, die ich haben wollte. Und dann kam irgendwann die Lust auch wieder ein bisschen hoch“, sagt er. „Und jetzt bin ich wieder bereit.“ Daher blickt er nun voller Vorfreude der neuen Spielzeit entgegen – und findet es besonders toll, dass Jonas Michler nach zwei Jahren beim SC Neheim wieder nach Rhynern an den Papenloh zum Oberliga-Fußball zurückkehrt.

„Jonas ist einer meiner besten Kumpels. Das ist schon sehr cool, dass wir jetzt wieder zusammenspielen“, sagt Kleine, der in der abgebrochenen Saison in 16 Spielen mit zwölf Treffern einmal mehr der erfolgreichste Torschütze der Westfalia war. „Da freue ich mich dann noch mehr darauf, wenn es losgeht, wenn wir wieder am Papenloh zocken können und ich meine Tore erzielen kann. Denn das ist es ja, was man als Stürmer machen will.“

Zur Person:

Lennard Kleine hat in seinem Leben bei keinem anderen Verein gespielt als für den SV Westfalia Rhynern. Trotz zahlreicher Angebote aus höheren Ligen hielt er seinem Stammverein immer die Treue, schlug jede Anfrage ab. Seine erfolgreichste Spielzeit absolvierte der 27-Jährige in der Saison 2016/17, als er 21 Treffer für die Westfalia erzielte und einen großen Teil zum Aufstieg in die Regionalliga beitrug. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse gelangen ihm beeindruckende sieben Tore.

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