Lennard Kleine schießt Rhynern zum 1:0-Sieg in Rheine

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Jubel nach dem Führungstreffer (von links): Salvatore Gambino, Torschütze Lennard Kleine und Dustin Wurst.

Rheine - Alexander Hahnemann hatte es eilig. Sehr eilig sogar. Schiedsrichter Waldemar Stor hatte die Oberliga-Partie beim FC Eintracht Rheine gerade abgepfiffen, da eilte der Torwart des SV Westfalia Rhynern schnellstmöglich vom Platz. Die sonst übliche Zeit, um sich nach einem Sieg abzuklatschen und auch die Glückwünsche seiner Teamkollegen nach dem knappen 1:0 (1:0)-Erfolg der Papenloh-Elf entgegenzunehmen, hatte der in der Obi Arena überragende Torsteher in diesem Moment nicht.

„Ich muss zur Toilette“, erklärte der 23-Jährige, der mit vielen Paraden seine Elf vor einem Gegentor bewahrt hatte und der der mit Abstand stärkste Akteur auf dem schwer zu bespielenden Geläuf in Rheine gewesen war.

Und während der Keeper auf dem WC sein Geschäft erledigte, lobten in der Pressekonferenz nach der Partie beide Trainer den Rhyneraner Keeper, der sich keine einzige Unsicherheit geleistet und mit starken Reflexen und Abwehraktionen die Angreifer des FC Rheine zur Verzweiflung gebracht hatte. „Ich denke, dass er sonst auch gut hält. Aber heute hatte er einen richtig guten Tag“, sagte Rheines Trainer Uwe Laurenz. Und Westfalia-Coach Björn Mehnert bestätigte: „Wir müssen uns bei Alex bedanken. Er hat toll gehalten.“

Schon in den ersten Minuten stand der Keeper im Mittelpunkt, als Rheine mit Volldampf in die Partie startete und mit aller Macht auf ein frühes Tor drängte. Doch die Gastgeber hatten ihre Rechnung ohne Hahnemann gemacht, der zuerst einen 30-Meter-Freistoß von Rafael Figueiredo aus dem Winkel fischte (4.) und auch einen Schuss von Nils Woltering reaktionsschnell mit einer Hand zur Ecke lenkte (5.). Hinzu kam das nötige Glück, als Emanuel Beckmann-Smith den Ball zwar ins Netz beförderte, Stor aber auf Abseits entschied (18.).

Erst danach befreiten sich die Rhyneraner vom Druck der Eintracht und lieferte den sehr konzentriert und bissig zu Werke gehenden Platzherren ein Duell auf Augenhöhe ab. Die logische Folge waren gute Möglichkeiten für Lennard Kleine, der nach einem Solo an Eintracht-Keeper Andre Wiesch scheiterte (26.), und für Thanh-Tan Tran, der nach einem Pass von Kleine zwar alleine vor dem Tor auftauchte, den Ball aber nicht an Wiesch vorbei bekam. Besser machte es Kleine in der 45. Minute. Nach einer Flanke von Dustin Wurst erkämpfte sich Rhynerns Torjäger das Leder und beförderte das Spielgerät unter gütiger Mithilfe von Wiesch zum 1:0 über die Torlinie. „Da war natürlich ein bisschen Glück dabei“, gab Kleine später zu. Und auch Mehnert musste zugeben, „dass wir schon Glück hatten, dass wir nicht in Rückstand geraten sind, nachdem wir am Anfang nicht richtig ins Spiel gekommen waren.“

Nach dem Wechsel verpasste es die Rhyneraner, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. Nach einem feinen Diagonalball von Wurst zögerte Kleine allerdings zu lange (48.). Danach stand dann aber wieder Hahnemann im Mittelpunkt, der gegen Timo Scherping genauso überragend parierte (51.) wie in der überaus spannenden Schlussphase per Fußabwehr gegen Philip Fontein (80.). Und als der Keeper dann doch einmal einen Ball fallen ließ, blockte Tim Neumann den Schuss ab (82.). „Es war am Ende ein glücklicher, aber auch nicht ganz unverdienter Sieg“, bilanzierte Mehnert nach dem zweiten Dreier im zweiten Spiel des Jahres, durch den die Rhyneraner den Abstand zu den Abstiegsplätzen weiter vergrößert haben.

Und Hahnemann? Der gab sich später verständlicherweise ganz entspannt. „Ich bin nun mal dafür da, dass ich die Bälle halte“, sagte er.

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