Deutscher Ruder verband verzichtet auf  Titelkämpfe / Reisewarnung für Serbien:

Lene Mührs im Nationalkader, aber ohne EM-Einsatz

+
Lene Mührs schaffte die Qualifikation für die Nationalmannschaft.

Erst gefeiert, dann bitter enttäuscht: Lene Mührs, Ruderin aus Hamm, hat in Hamburg bei der Kaderüberprüfung eine Achterbahnfahrt der Gefühle erleben müssen.

Hamm -  Zuerst einmal war sie froh, dass sie auf der Regattastrecke Dove-Elbe in Hamburg-Allermöhe endlich wieder ins Wettkampfgeschehen eingreife durfte. Der Deutsche Ruderverband hatte seine Nachwuchselite zur Kaderüberprüfung Kleinboot geladen. Auch Mührs gehörte zu diesem Kreis. Sie reiste zusammen mit ihrer neuen Zweierpartnerin Emma Achenbach (beide starten für die Kettwiger Rudergesellschaft Essen) und ihrem Trainer Florian Momm an. Alle waren guter Dinge, sollte diese Regatta doch trotz Corona die Qualifikation zur Ende September in Serbien stattfindenden Junioreneuropameisterschaft sein. Außerdem hatten Mührs/Achenbach vor 14 Tagen in Köln gezeigt, dass sie das Maß der Dinge im Zweier Ohne (JW 2-) im Westen Deutschlands sind. 

Entsprechend motiviert ging das Team mit Mührs am Schlag und Achenbach im Bug in den ersten Vorlauf, den sie ungefährdet und sicher gewannen. So qualifizierten sie ihr Boot direkt für die Zwischenläufe. Hier mussten die beiden jungen Ruderinnen mindestens Rang zwei belegen, um in das zur EM-Qualifikation entscheidende A-Finale einzuziehen. Direkt zu Rennbeginn stellte sich heraus, dass ihre zugeloste Mittelbahn windanfällig und schwer zu rudern war. Trotzdem in Führung liegend mussten Mührs/Achenbach dann aber kurz vor dem Ziel dem Kampf mit dem Wind Tribut zollen und ein Boot, das auf einer geschützteren Außenbahn gestartet war, noch knapp an sich vorbei ziehen lassen. Im Ziel überwog allerdings die Erleichterung über den erruderten zweiten Rang und damit den Einzug ins große Finale.

Perfekte Bedingungen im A-Finale

 Im A-Finale waren die äußeren Bedingungen dann perfekt, die Wasseroberfläche präsentierte sich spiegelglatt. Wie schon die Vor - und Zwischenlaufzeiten erwarten ließen, wurde es ein spannendes Rennen, in dem nur das später siegreiche Boot aus Magdeburg einen kleinen Vorsprung herausruderte. Der Kampf um die Plätze zwei bis fünf blieb bis zur Ziellinie spannend, abgeschlagen war Rang sechs. Am Ende kam das Essener Boot dann als viertes über die Ziellinie. Die Freude war riesig, bedeutete dies doch für Achenbach die erste Qualifikation in die Nationalmannschaft und für Mührs bereits die zweite nach dem vergangenen Jahr. 

Keine internationale Regatta in 2020

Bei der am Ende der Regatta stattfindenden Siegerehrung wurde dann durch die Bundestrainerin Sabine Tschäge die Nationalmannschaft 2020 bekannt gegeben, in der Mührs/Achenbach dem Frauen-Riemenbereich zugeteilt wurden. Doch die riesige Freude währte nur kurz, denn nicht einmal fünf Minuten nach der Nominierung der Nationalmannschaft wurde durch die Bundestrainerin ebenfalls bekannt gegeben, dass die Junioren-Europameisterschaft zwar wie geplant stattfinden wird, der Deutsche Ruder Verband (DRV) sich aber aufgrund der Coronalage – für Serbien gilt eine Reisewarnung – dazu entschlossen hat, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen.

So findet in diesem Jahr keine internationale Regatta für Mührs statt. Nachdem bereits die Weltmeisterschaft mit Beginn der Pandemie komplett abgesagt worden war, ist dies für die Hammerin ein erneuter Rückschlag, der erst einmal verarbeitet werden muss, bevor das Training für die im Herbst hoffentlich stattfindende deutsche Sprintmeisterschaft wieder aufgenommen wird. Im kommenden Jahr muss sich Mührs erneut dem harten Ausleseprozess stellen – dann für die U23-Nationalmannschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare