Tischtennis

Deutscher Tischtennis-Bund bricht die Saison ab

Wird auch in der kommenden Saison für GW aufschlagen: Laurens Devos.
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Wird auch in der kommenden Saison für GW aufschlagen: Laurens Devos.

Die Saison für die höchsten deutschen Tischtennisklassen unterhalb der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ist beendet. Per E-Mail teilte das Präsidium des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Dienstagabend den betreffenden Vereinen von der 2. Bundesliga bis zur Oberliga mit, dass der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird. In Hamm betrifft das die Zweitligateams des TTC GW Bad Hamm (Männer) und TuS Uentrop (Frauen).

Hamm - „Aufgrund der Verlängerung des Lockdowns (...) hält das Präsidium des DTTB eine zeitnahe Fortsetzung des Mannschaftspielbetriebs für nicht möglich“, heißt es in dem Schreiben zur Begründung. Inzidenzwerte, die weiter über der angestrebten Zahl 50 liegen, steigende Unsicherheit, Mutationen des Virus betreffend und die offene Frage, wann flächendeckend wettkampfmäßiger Hallensport in Deutschland erlaubt sein wird, steuerten zur Entscheidungsfindung bei.

Die Annullierung der Saison wirkt sich auch auf die Auf- und Abstiegsregelung aus. Aufgrund der DTTB-Entscheidung wird es in der aktuellen Spielzeit keine sportlichen Aufsteiger geben. Das bedeutet für die Teams der TTBL, die sich im Kampf um den Klassenerhalt befinden, aufatmen. Im gleichen Atemzug muss sich der TTC GW Bad Hamm als aktueller Tabellenführer der 2 Bundesliga von seinen Aufstiegshoffnungen für diese Saison verabschieden.

„Die Entscheidung kann man nachvollziehen, auch wenn es uns blöd trifft, weil wir den Aufstieg gerne wahrgenommen hätten“, sagt der GW-Vorsitzende Martin Vatheuer. „Das bedeutet für uns, dass wir im nächsten Jahr versuchen werden, den Aufstieg nachzuholen.“ Eine letzte Chance, um ins TT-Oberhaus aufzurücken, würde sich für GW ergeben, wenn sich ein aktueller Erstligist freiwillig aus der Profiliga zurückzieht. „Danach sieht es aber nicht aus“, sagt Vatheuer.

Zweiter Spieler für die kommende Saison steht fest

Ungeachtet dessen haben die Grünweißen nach Gerrit Engemann nun auch Paralympics-Sieger Laurens Devos für eine weitere Saison verpflichtet. Mit den beiden Zusagen stehen nun zwei junge, erfolgshungrige Spieler für das Team fest, die bei einer weiteren Steigerung auch in Deutschlands Eliteliga, der TTBL, nicht nur Kanonenfutter sind. „Für Liga zwei sind beide natürlich oberer Standard, sodass sich ein Team mit Aufstiegsambitionen ergeben könnte“, sagt Vatheuer, der hofft, „nun ein Jahr später den Aufstieg anzuvisieren“.

Devos wusste in seinen wenigen Einsätzen am vorderen Paarkreuz der aktuellen Spielzeit mit einer ausgeglichenen 4:4-Bilanz sehr zu gefallen. „Laurens hat aber gerade im Pokal gezeigt, als er gegen den TTC Grenzau beide Einzel gewann und uns somit den Viertelfinaleinzug sicherte, dass er auch gegen TTBL-Akteure durchaus zu gefallen weiß.“ Momentan bereitet sich der 20-jährige Belgier so gut wie möglich auf die Paralympics in Tokio vor – sollten diese überhaupt stattfinden –, um seinen 2016 errungenen Titel zu verteidigen.

„Ich möchte nicht nur im Parasport das Bestmögliche erreichen, sondern auch mit meinem Klub in der höchsten Liga angreifen. So hoffe ich, dass wir den Aufstieg im nächsten Jahr erneut angehen können“, betont Devos, der sich in Hamm sehr wohl fühlt.

Kosolosky verlässt die Grünweißen

Ein weiterer Akteur des GW-Kaders wird dem Club in der kommenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen: Olav Kosolosky, ebenfalls Belgier und gerade 18 Jahre alt, wird den TTC GW mit noch unbestimmtem Ziel wieder verlassen. Vatheuer: „Auch Olav hätten wir gerne weiter bei uns gehabt; doch er scheute die Zusage für beide Ligen.“ Nach seinen herausragenden Leistungen am unteren Paarkreuz (6:2-Bilanz) und im Pokal, wo er nur Timo Boll unterlag, war dem jungen Linkshänder die Gefahr zu groß, dass er angesichts der starken Konkurrenz im Team eventuell nur am unteren Paarkreuz zum Einsatz gekommen wäre.

„Ich kann Olavs Sichtweise verstehen, konnte ihm aber keine Zusage für das obere Paarkreuz geben. So müssen wir leider nach nur einer kurzen und sehr eingeschränkten Saison schon wieder getrennte Wege gehen“, war Vatheuer trotz des Abgangs rundum zufrieden mit dem jungen Belgier. Nicht nur seine Einsätze im GW-Toppteam imponierten Vatheuer, sondern vielmehr auch die Tatsache, dass er sich voll ins Vereinsleben integrierte und sogar in der zweiten Mannschaft mithalf, wann immer es möglich war.

Kosolosky sollen zwei Angebote aus der TTBL und eines aus der 2. Liga vorliegen. „All unsere Spieler sind natürlich auch für andere Clubs interessant, sodass ich sehr froh bin, dass Gerrit und Laurens sich für uns entschieden haben“, sagte der GW-Vorsitzende.

Der Abgang Kosoloskys bedeutet, dass es zumindest einen neuen Spieler bei den Hammern geben wird, unabhängig davon, was mit Pavel Platonov passiert, dessen Zukunft noch ungewiss ist. „ Aktuell laufen viele Gespräche mit Spielern, natürlich auch mit Pavel“, versichert Vatheuer. „In Kürze wissen wir mehr und werden dann verkünden, wie sich die Zusammenstellung unseres Kaders konkretisiert.“

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