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Langjähriges Handball-Hobbyteam findet beim TuS 59 neues Zuhause

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Von: Günter Thomas

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Die „neue“ Frauen-Handballmannschaft des TuS 59 Hamm.
Die „neue“ Frauen-Handballmannschaft des TuS 59 Hamm. © Strohmeyer

Die Weihnachtsfeier? Steht. Mannschaftsfahrt? Gebucht. Nur mit der Anmeldung für den Spielbetrieb der anstehenden Saison hat es nicht mehr ganz gereicht.

Hamm - Die neu gegründete Handball-Frauenmannschaft des TuS 59 Hamm setzt ihre Prioritäten halt ein wenig anders. Wobei, so neu ist dieses Team gar nicht. „Der Kern der Mannschaft hat bereits über zehn Jahre zusammen beim ASV Hamm-Westfalen und davor bei der HSE gespielt“, erklärt Katharina Strohmeyer, die in Sachen Selbstorganisation des bunten Frauen-Haufens den Hut auf hat. „Das waren überwiegend Spielerinnen, die früher mal ein bisschen höher Handball gespielt haben und das dann nur noch als Hobby betreiben wollten – mehr nicht. Diese Mannschaft war eine feste Instanz beim ASV.“

Mit Corona alles „eingebröckelt“

Dort gab es im Laufe der Jahre zwei Ereignisse, die das Bestehen des Teams ins Wanken brachten. Zum einen der Tod der langjährigen Trainerin Nina Klein vor vier Jahren, und zum anderen die Corona-Pandemie. „Als Nina gestorben ist, haben wir uns gesagt, dass wir gerade jetzt trotzdem weitermachen wollen“, erinnert sich Strohmeyer. „Aber als Corona kam, ist das ganze gebröckelt – und bis auf ein, zwei Spielerinnen hatten sich alle abgemeldet. Das Ding war eigentlich gestorben.“

Doch mit der Zeit wurden die Corona-Sorgen geringer und die Lust auf Handball wieder größer. So wurden neue Pläne geschmiedet. „Ich hatte dann schon zum HSC Kontakt aufgenommen“, sagt Strohmeyer. „Aber einige von uns spielen schon Tennis beim TuS – da lag es nah, da einmal nachzufragen.“

Offene Ohren beim TuS 59

Dort stießen die Frauen mit ihrem Anliegen auf offene Ohren. Die Handballabteilung unter der Leitung von Arnd Wolff existierte zuletzt nur noch auf dem Papier. Ein Herrenteam, das aber „seit Corona nicht mehr am Spielbetrieb teilnimmt“ (Wolff), gibt es noch – und neuerdings eben die Damenmannschaft. „Die haben wir natürlich gerne aufgenommen“, sagt Wolff. „Schließlich beschwert sich ja kein Verein über neue Mitglieder. Und wir wollen die Abteilung gerne weiter aufrecht erhalten – auch für den Fall, dass wir irgendwann wieder mehr Zulauf bekommen sollten.“

Gesucht: Zwei, drei Spielerinnen

Derzeit sind es 16 Frauen im Alter zwischen 22 und 60 Jahren, die sich unter dem Dach des TuS 59 mit der wieder formierten Truppe regelmäßig mittwochs um 20 Uhr in der Sporthalle der Friedensschule zum Training treffen. „Für die Anmeldung zum Spielbetrieb war es aber zu kurzfristig“, erklärt Strohmeyer, die im Team Linksaußen spielt, aber manchmal auch „in den Rückraum strafversetzt“ wird. „Und wir sind noch in der Sammlung – denn 16 Spielerinnen sind eigentlich zu wenig. Zwei, drei, vier brauchen wir da noch. Und eine zweite Torhüterin.“ Handballerfahrung ist dabei zwar nicht schlecht, eine Grundvoraussetzung ist das aber nicht. „Das Besondere an der Mannschaft ist ja, dass immer wieder Leute dazu kommen, die nicht so lange dabei sind oder erst wieder reinkommen müssen“, erklärt Strohmeyer. Auch eine Trainerin gibt es nicht. „Die Trainingsverantwortung geht bei uns reihum“, sagt sie. „Ansonsten machen wir uns warm, wie beim Spiel, machen Passübungen, bauen Wurfkraft auf.“

Nur einmal während des langen Bestehens der Mannschaft musste diese einen Aufstieg hinnehmen. „Damals waren wir Letzte in der letzten Liga und sind dann zwangsaufgestiegen, weil der Modus geändert wurde“, erinnert sich die Hammerin. Wieder abgestiegen ist das Team danach übrigens nicht. Das verhinderte Corona.

Jetzt freuen sich die Frauen, dass sie wieder eine echte Mannschaft sind und wieder ganz unten antreten dürfen, wenn sie sich denn zum Spielbetrieb anmelden. Aber vorher steht erstmal die Weihnachtsfeier an: „Die Jüngste von uns muss dann ein Gedicht aufsagen“, sagt Strohmeyer. Thema? Egal. Vielleicht irgendwas mit Handball.

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