Eishockey

Nach dem Rücktritt: Tim Pietzko freut sich auf das Bier mit den Fans

Tim Pietzko will in Zukunft nur noch in der 1b-Mannschaft der Hammer Eisbären spielen.
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Tim Pietzko will in Zukunft nur noch in der 1b-Mannschaft der Hammer Eisbären spielen.

Mit Abschluss der Eishockey-Oberliga-Saison hat der ehemalige Kapitän Tim Pietzko nach zwölf Jahren seine Laufbahn in der ersten Mannschaft der Hammer Eisbären beendet. Jetzt freut er sich auf ein Bier mit den Fans.

Hamm – Er hätte lieber einen besseren Zeitpunkt gewählt, um seine Laufbahn im Eishockey-Leistungssport zu beenden. „Ich würde mich gerne persönlich von den Fans verabschieden, die mich in all den Jahren so unterstützt haben. Doch das ist zu Corona-Zeiten ja leider nicht möglich“, sagt Tim Pietzko, langjähriger Kapitän der Hammer Eisbären, der sich mit dem Ende der Oberliga-Saison endgültig aus der ersten Mannschaft zurückgezogen hat.

Doch dem Verein will er weiter die Treue halten. „Ganz ohne Eishockey kann ich nicht. Und wenn es meine Zeit erlaubt, dann werde ich in Zukunft sicherlich für die 1b auflaufen“, bestätigt der 34-Jährige. Auch bei dem einen oder anderen Oberligaspiel der Hammer wird er in der kommenden Saison zu sehen sein. Allerdings nur auf der Tribüne, mitten im Fan-Block „Ich habe mich schon in der Vergangenheit, wenn ich verletzt war, zu den Fans gestellt. Ich kenne sogar einige Lieder auswendig, werde mit den Jungs mitsingen und mit ihnen auch das ein oder andere Bierchen trinken.“

Meister in der Regionalliga

Für die Anhänger der Eisbären ist Pietzko bereits zu einer Art lebenden Legende geworden. Der gebürtige Dortmunder spielte zuvor nur für Westfalen Dortmund, den SC Rießersee und die Moskitos Essen. Bereits 2009 wechselte er nach Hamm. „Zwölf Jahre am Stück für einen Verein zu spielen ist im Eishockey schon etwas Außergewöhnliches“, betont der Familienvater, der 2017 mit den Eisbären die Regionalliga-Meisterschaft gewann. „Das war sicherlich der Höhepunkt meiner Karriere. Meister vor einem ausverkauften Haus zu werden, davon können nicht viele Eishockeyspieler erzählen“, beteuert Pietzko.

In Hamm ist er von Beginn an super aufgenommen worden. „Die Leute waren ehrlich und direkt, ich habe mich hier gleich wohl gefühlt, auch meine heutige Frau kennengelernt.“ Inzwischen hat er seinen Lebensmittelpunkt nach Hamm verlegt, ist stolzer Vater zweier Töchter, die drei Jahre sowie drei Monate alt sind. Mit ein Grund dafür, dass er jetzt im Sport kürzer treten will und sich mehr um seine berufliche Zukunft und die Familie kümmern möchte. „Ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für das Ende der Laufbahn gekommen war“, meint der Verteidiger. „Wenn die Jungs auf dem Eis nur noch so an einen vorbei zischen, dann sollte man lieber aufhören“, sagt der langjährige Eisbären-Kapitän, der bereits vor der nun abgelaufenen Saison an den Abschied gedacht hatte. Doch die Oberliga sei für ihn noch einmal eine sportliche Herausforderung gewesen, die er sich nicht entgehen lassen wollte.

Die Fans haben uns gefehlt

Ob er diese Entscheidung inzwischen bereut hat? „Das kann ich sowohl mit ja als auch mit nein beantworten. Durch diese Corona-Problematik verlief die Saison nicht so, wie wir uns das alle gewünscht hätten. Vor allem die Fans haben uns gefehlt. Und sportlich haben wir die höhere Klasse wohl unterschätzt. Da haben schon richtig gute Jungs gespielt. Am Ende haben wir uns gesteigert, sind die Ergebnisse auch knapper geworden“, schildert Pietzko seine persönlichen Eindrücke.

Dem Eishockeysport wird er, mehr oder weniger als Hobbyspieler, weiter verbunden bleiben. „Ich gehe bei der 1b-Mannschaft der Eisbären keinerlei Verpflichtung ein, darf dann mitspielen, wenn ich auch wirklich Zeit habe“, sagt der Verteidiger. Ob er einmal als Trainer in diesem Sport arbeiten wird, lässt er ebenfalls offen. „Vielleicht habe ich irgendwann einmal auch die Lust dazu, eine Mannschaft im Nachwuchsbereich zu übernehmen und damit der Jugendabteilung zu helfen. Vorerst wird das aber noch nicht der Fall sein“, betont Pietzko, der aktuell lediglich einen großen Wunsch hat. „Mein ehemaliger Teamkamerad Martin Köchling wartet ja auch noch auf sein Abschiedsspiel. Vielleicht können wir das sogar gemeinsam machen. Köchling, Pietzko und Friends, das wäre doch eine tolle Sache. Aber nur dann, wenn wieder Zuschauer in die Halle dürfen“, sagt er . Denn von den Fans will er sich schließlich noch ganz persönlich verabschieden.

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