Rollhockey

So fand der Kolumbianer Aristizaba zum SK Germania Herringen

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Der Kolumbianer Santiago Guisao Aristizaba fühlt sich beim SK Germania Herringen pudelwohl.

Noch hapert es an zwei Dingen. Aber auf lange Sicht soll der Kolumbianer Santiago Guisao Aristizaba dem Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen helfen.

Hamm - Am vergangenen Samstag hatte er erstmals auf der Auswechselbank des SK Germania Herringen gesessen. Doch zum Einsatz war Santiago Guisao Aristizaba im Heimspiel der Rollhockey-Euroleague gegen den FC Barcelona (2:7) nicht gekommen – und das störte den 22 Jahre alten Kolumbianer überhaupt nicht. „Ich brauche noch ein wenig Zeit“, sagt Aristizaba, der derzeit jede Trainingseinheit im Team des Deutschen Meisters und jede Partie in der Reserve nutzt, um seine alte Form wiederzufinden.

Eigentlich mit der Sportkarriere abgeschlossen

Denn eigentlich hatte er nach seinem Umzug aus seiner Heimat in Südamerika nach Münster, wo er Maschinenbau studiert, mit seiner Sportkarriere abgeschlossen. „Ich wollte mich auf mein Studium konzentrieren“, berichtet er. Doch nach einem Jahr kribbelte es in seinen Füßen und Händen gleichermaßen („Ich habe Rollhockey vermisst.“), so dass er im Internet recherchierte und nachschaute, ob es nicht in der Nähe von Münster einen Rollhockey-Verein geben würde. Als er im World Wide Web entdeckt hatte, dass dieser Sport beim SK Germania Herringen durchaus ambitioniert und erfolgreich betrieben wird, machte er sich im Mai auf den Weg in den Hammer Westen und schaute sich das zweite Play-off-Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen die IGR Remscheid an. „Da war ich nicht nur überrascht von dem hohen Niveau, sondern auch von der tollen Stimmung in der Halle“, erinnert sich der frühere Junioren-Nationalspieler aus Kolumbien und sprach nach der Partie SKG-Coach Christian Zarod an, ob er mal zum Training vorbeikommen kann. „Tja“, sagt Aristizaba, „und jetzt bin ich hier.“

Komplett neue Rollhockey-Ausrüstung zugelegt

Allerdings hat der 22-Jährige, der sich nach dem Okay von Zarod eine komplett neue Rollhockey-Ausrüstung zulegen musste, immer noch mit einer Menge Probleme zu kämpfen. Weniger mit der deutschen Sprache, die beherrscht er schon überraschend gut. Aber vielmehr mit zwei anderen Dingen. Zum einen hapert es nach seiner einjährigen Sportpause noch an der nötigen Kondition und an der Matchpraxis. „Ich versuche in jedem Training besser zu werden und durch Einsätze in der zweiten Mannschaft meinen Rhythmus wieder zu finden“, erklärt er.

Probleme mit dem ungewohnten Hallenboden

Zum anderen bereitet ihm der Hallenboden in der Glückauf-Sporthalle noch Schwierigkeiten. „Er war es gewohnt, auf einem Parkettboden oder einem glatten Boden aus nahtlosen Terrazzo-Fliesen zu spielen. Aber eben nicht auf einem PVC-Schwingboden wie wir ihn haben“, erklärt Zarod, der daher klarstellt: „Er hat sich bei uns gut eingelebt und passt super in unsere Truppe. Er muss einfach viel Spielpraxis sammeln, damit er für uns eine Option ist. Derzeit kann er unsere ersten Fünf noch nicht gefährden. Daher ist er aktuell ein guter Backup-Spieler. Aber auf lange Sicht kann er uns sicher helfen.“

Daher will sich Aristizaba auch nicht unter Druck setzen lassen. Am Samstag saugte er von der Auswechselbank die Atmosphäre in der randvollen Sporthalle an der Schachtstraße auf, demnächst will er dann auch auf dem Spielfeld seine ersten Erfahrungen im deutschen Rollhockey-Sport machen – vielleicht kommt er ja am Samstag im Heimspiel gegen den TuS Düsseldorf Nord (18 Uhr) erstmals im Trikot des SK Germania Herringen zum Einsatz.

„Ich hoffe, dass ich in der Zukunft eine gute Unterstützung für das Team sein kann“, gibt er sich bescheiden. „Ich weiß, dass ich hart arbeiten muss, denn die Jungs aus der ersten Mannschaft haben alle ein starkes Niveau. Aber es macht mir Spaß, und ich freue mich, zu diesem Team zu gehören.“

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