Fußball

Kommentar: In der Oberliga wird so getan, als habe es Corona nie gegeben

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Die Hammer SpVg und der SV Westfalia Rhynern ärgern sich über das anstehende Mammutprogramm in der Oberliga Westfalen mit 42 Spieltagen. Tatsächlich ist die Entscheidung wenig weitsichtig. Ein Kommentar.

Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe für die zahlreichen Offiziellen des Fußball-Verbandes, mit der Flut von Aufsteigern nach dem Corona bedingten Abbruch der vergangenen Saison gerecht umzugehen. Einige Staffelleiter haben zusätzliche Gruppen eingerichtet, um der großen Zahl an Mannschaften gerecht zu werden. Andere haben die Liga einfach geteilt und die Zahl der Begegnungen dadurch halbiert, damit es nicht zu so vielen Partien in der Spielzeit 2020/21 kommt. 

Denn zum einen fehlen dem kommenden Fußball-Jahr durch den verspäteten Start Anfang September rund drei Wochen im Vergleich zu den Vorjahren. Zum anderen weiß niemand, wann und wie sich das Virus wieder stärker verbreitet und für eine Unterbrechung oder gar erneuten Abbruch sorgt.

In der Oberliga-Westfalen wird aber so getan, als habe es niemals eine Corona-Pandemie gegeben und würde es sie auch nicht mehr geben. Gleich 21 Mannschaften gehen in der kommenden Saison in der fünfthöchsten Spielklasse an den Start, sollen eine Hin- und Rückrunde spielen, so dass jedes Team sage und schreibe 40 Partien in der Meisterschaft zu absolvieren hat. Hinzu kommen noch die Begegnungen im Kreis- und Westfalenpokal. 

Etliche Probleme sind vorprogrammiert

Wie soll das für Vereine, die nur einen Naturrasenplatz als Spielfläche zur Verfügung haben, durchführbar sein, wenn es im Herbst und Winter zu witterungsbedingten Spielabsagen kommt? Was wird den Akteuren, die das Fußballspielen nur als Hobby neben Job, Ausbildung oder Studium betreiben, und den Ehrenamtlern alles zugemutet? Wie sollen die Vereine das stemmen, wenn vorher noch die A- und B-Jugendlichen spielen? Denn es müssen die Kabinen entsprechend gesäubert werden. Viele Fragen, aber keine Antworten? Außer die, dass es schon irgendwie passen wird. Dass schon nichts passieren wird. Der Ball muss eben weiterrollen.

Bleibt zu hoffen, dass im Fall der Fälle alle Beteiligten so flexibel sind, den Modus nach Lage der Dinge kurzfristig zu ändern und die Saison doch noch zu verkürzen. Für die Vereine bedeutet dies, dass sie von Anfang an fleißig Punkte sammeln müssen. Denn vielleicht wird im Notfall dann doch – wie schon jetzt von einigen Vereinen gewünscht – das Hinrundentableau auch als Endtabelle gewertet werden. Oder es wird als Grundlage für die Einteilung in eine Auf- oder Abstiegsrunde dienen. Doch darauf hätte man sich schon jetzt einigen können, um der aktuellen Situation gerecht zu werden.

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