Klare Siege zum Start der Hammer Winterlaufserie

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Jubel im Ziel: Christof Neuhaus setzte sich zum Auftakt der Winterlaufserie durch.

HAMM - Spannend war der Auftakt der Hammer Winterlaufserie nicht – dafür schnell. Christof Neuhaus (LG Olympia Dortmund) lief in 31:16 Minuten eine der besten 10-km-Zeiten in der 40-jährigen Geschichte dieser Veranstaltung.

Von Simon Stock

Bei den Frauen setzte sich mit Christl Dörschel (SG Wenden) eine Marathonspezialistin souverän in 36:08 durch. Auch das Team der LG Hamm-Kamen-Holzwickede hatte Grunde zur Freude.

Der Hammer Malik Farhat verbesserte seine 10-km-Bestzeit um gut eine halbe Minute auf 32:58 und belegte damit hinter Neuhaus, Malaba Tchendo und Philipp Beckmann (LSF Münster) den vierten Rang. Rückkehrer Renning Elischer (34:28) auf Platz 13 und Mikael Orban (35:46) auf dem 29. Rang komplettierten das gute Team-Ergebnis der LG.

„Alle sind im Übersoll“, freute sich Trainer Roland Grewatta. „Das war besser als gedacht“, meinte der 17-jährige Farhat zu seinem Lauf. Bis Kilometer neun durfte er sogar noch auf Platz drei hoffen. Dann zog Beckmann, Gesamtzweiter des Vorjahres, unwiderstehlich davon. Farhat ließ jedoch die Laufserien-Stammkräfte Sven Serke (Lauffreunde Bönen/5. in 33:11) und Philipp Kaldewei (LV Oelde/9. in 33:41) hinter sich.

Die beiden gaben sich nach gesundheitlichen Problemen in den vergangenen Wochen jedoch zufrieden. „Dafür, dass ich zuletzt kaum trainieren konnte, ist die Zeit okay. Bei der Hammer Serie hat jeder einen miesen Lauf dabei. Den Joker habe ich mir jetzt schon genommen – besser als im Halbmarathon, da kostet dich ein schlechter Tag gleich drei oder vier Minuten und nicht nur eine“, sagte Flierich-Gewinner Kaldewei.

Serke, der nach seinem Seriensieg 2010 dreimal vom eigenen Körper gestoppt worden war, war erstaunt: „Die Waage hat mir heute morgen 2,7 Kilo zu viel angezeigt. Mit 33:11 Minuten hätte ich nach den letzten schwachen Wettkämpfen nicht gerechnet. Wenn mir das einer vor einer Woche gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Das ist eine gute Basis. Darauf kann man aufbauen“, sagte der 36-Jährige im Ziel gelöst.

Weit weniger glücklich war David Schönherr von den LSF Münster. Der Gesamtsieger des Vorjahres und Dritte des jüngsten Silversterlaufs nach Werl trat angeschlagen an und stieg nach der Hälfte des Rennens wegen einer Oberschenkelzerrung an Position drei liegend aus. Zu diesem Zeitpunkt lief Christof Neuhaus, der aus dem Nachwuchs des Marathon-Clubs Menden hervorging, bereits einem souveränen Start-Ziel-Sieg entgegen.

Der 25-Jährige hatte am Ende 58 Sekunden Vorsprung auf Tchendo. Als er nach 31:16 Minuten im Jahnstadion über die Ziellinie lief, ballte er beide Fäuste. Noch nie war er über 10 km so schnell gewesen. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagte der Student, der erst am Sonntag für alle drei Wettkämpfe nachgemeldet hatte. „Ob ich über 15 und 21,1 km antrete, muss ich von Woche zu Woche sehen, denn ich stecke gerade in der Master-Prüfung.“

Der Sieg von Christl Dörschel bei den Frauen war sogar noch klarer als der von Neuhaus bei den Männern. Sie lief nach 36:08 Minuten ins Ziel, 71 Sekunden vor Johanna Rellensmann und weitere 62 vor Maren Urner (beide LSF Münster).

Winterlaufserie 10 km im Jahnstadion

Dörschel, die zu den besten Marathonläuferinnen Deutschlands gehört, spielt in der Serienwertung jedoch keine Rolle, denn sie wird über die weiteren Distanzen nicht an den Start gehen. „Für mich war das hier eine Tempoeinheit“, sagte die zuletzt angeschlagene Dörschel – und keine besonders schnelle. Erst Anfang des Monats war sie in Ratingen über 10 km fast eine Minute früher im Ziel gewesen (35:16).

Schnellste Hammerin war die Vorjahreszweite Marleen Holtsträter vom TuS Uentrop. Sie belegte mit 42:15 Minuten Platz 21 bei den Frauen. „Die ersten zwei Kilometer waren super, dann habe ich gemerkt, dass ich schwere Beine kriege“, sagte die 22-Jährige, die beim Bezirksligisten SVE Heessen auch Fußball spielt. Sie war mit der Startnummer zwei und ohne selbstauferlegten Druck ins Rennen gegangen: „Ich will einfach nur Spaß haben.“

Insgesamt zählte Ausrichter OSC Hamm am Sonntag 1262 Aktive. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als Schnee und Eis die Teilnehmerzahl unter 900 drückten. In diesem Jahr war die Strecke am Kanal und im Kurpark durch den morgendlichen Regen zwar „matschig, aber okay“, wie Holtsträter sagte.

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