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Klare Auftaktsiege, Zitterpartien und böse Klatschen: Viele Hammer Teams haben Luft nach oben

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Von: Günter Thomas, Patrick Droste, Rainer Gudra

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Torschütze Jan Kleine dreht jubelnd ab und feiert das 1:0 in Paderborn.
Torschütze Jan Kleine dreht jubelnd ab und feiert das 1:0 in Paderborn. © Patrick Droste

Vom Ergebnis her war das Gros der Coaches nach dem Start in die Spielzeit 22/23 zufrieden, von den spielerischen Darbietungen nur wenige. Insgesamt gilt: Da ist Luft nach oben.

SV Westfalia Rhynern

Eigentlich ist Davin Wöstmann Stürmer. Der SV Westfalia Rhynern hat den 23-Jährigen vom Bezirksligisten SV Neubeckum geholt, um das Angriffsspiel zu beleben und Tore zu schießen. Doch als Wöstmann am Sonntag im Auswärtsspiel der Fußball-Oberliga bei der U21 des SC Paderborn 07 in der 83. Minute für Halil Dogan eingewechselt wurde, ging es nicht darum, dass er im Sturm wirbelt. Beim Spielstand von 1:0 für die Gäste hatte er vielmehr andere Aufgaben zu erfüllen, musste mithelfen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. „Es war schwer für mich, direkt von Null auf Hundert zu kommen. Aber ich bin von links nach rechts gelaufen und habe alles gegeben. Und wenn man dann am Ende die drei Punkte hat, dann weiß man, wofür man das gemacht hat“, betonte Wöstmann nach dem knappen Auftakterfolg der Westfalia. Spielerisch war es sicherlich keine Glanzleistung, die die Rhyneraner in Ostwestfalen geboten hatten. Aber dafür trumpften sie mit viel Herzblut, Leidenschaft und einem beeindruckenden Teamspirit auf, den sie auch in den kommenden Partien in die Waagschale werfen werden – und müssen. Denn weiterhin sind die personellen Probleme im Hammer Süden groß. Aber die Zuversicht in Rhynern ist groß. So meint Halil Dogan im Hinblick auf das Heimspiel am Sonntag gegen die TSG Sprockhövel: „Wir gehen jetzt mit noch mehr Motivation in die Partie, die die letzte am Papenloh sein wird. Das wird etwas ganz Besonderes sein.“

Hammer SpVg

Freude? Ja! Viel mehr aber auch nicht. Die positiven Ansätze des 5:2-Auftaktsiegs der Hammer SpVg in der Oberliga waren deutlich zu sehen. Doch der Sportliche Leiter der HSV genießt die Vorstellung – auch mit Rückschau auf die blamable Pokalniederlage gegen B-Ligist Afferde – lieber mit Vorsicht. „Das war eine überzeugende Leistung, wir haben viele Chancen herausgespielt, aber ich kann es noch nicht so einschätzen“, sagt Holger Wortmann. „Das einzige Manko: Wir hätten es zur Halbzeit schon klar haben müssen, haben in der zweiten bis zur Trinkpause dann die Souveränität verloren und darum gebettelt, Gegentore zu bekommen.“ Daher habe es „keinen besseren Zeitpunkt gegeben, um noch einmal einige Dinge anzusprechen, an den richtigen Schrauben zu drehen. Und dann kamen die Chancen wieder automatisch“. Dass alle fünf Einwechselspieler entscheidenden Anteil daran hatten, dass die HSV die Partie nach dem 1:2 gedreht hat, registrierte Wortmann. „Wir sprechen nicht nur von einer guten ersten Elf, sondern von 18, 19, 20 Spielern, von denen jeder die Berechtigung hat, zu spielen – eine tolle Geschichte für Trainer, die eine Aufstellung auch nach dem Gegner ausrichten können.“ Ein Wermutstropfen war die Verletzung von Patrick Schmidt, der Ende der ersten Halbzeit mit einer Knieblessur (vermutlich Bänderdehnung, Diagnose steht noch aus) vom Platz musste. Dennoch geht der Daumen für die erste Partie nach oben: „Der Trainer und das Team sollen den Erfolg erst einmal auskosten“, sagt Wortmann, schiebt aber die Ermahnung nach: „Ganz klar: Wir haben noch gar nichts erreicht – nur ein Spiel gewonnen.“

SG Bockum-Hövel

Gemischte Gefühle gab es beim Mitfavoriten auf die Meisterschaft in der Landesliga 4. „Wir haben keinen einfachen Start erwartet“, meinte Trainer Marc Woller nach dem 1:0-Erfolg beim SV Herbern. „Die Herberner haben relativ gut verschoben, mit ihren Mitteln gut gegengehalten, und es war schwer, da durchzukommen. Außerdem haben wir noch einige Stockfehler in unserem Spiel gehabt – und dann kann es noch einmal eng werden für uns“, sagte die eine Hälfte des Trainerduos Woller/David Schmidt, das mit dem Ergebnis zufrieden war, mit der spielerischen Darbietung eher weniger. Zu denken gibt die Nachspielzeit, in der die SG-Abwehr von einer Verlegenheit in die andere geriet und nur Torhüter Tobias Krakor den Überblick behielt. Offensiv hat die SG wohl das Beste im Kader, was die Liga zu bieten hat – auch wenn sich das an der Werner Straße, abgesehen von der Anfangsphase, nur angedeutet hat und ein frühes Elfmetertor (Deljiu, 11.) den Dreier sicherte. Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Woller: „Die Freundschaftsspiele vorher sind ja alle ohne Druck und einfacher zu spielen.“ Um richtig in den Wettkampfmodus zu kommen, scheint das Auftaktprogramm geeignet: Mit Borken und Heiden in zwei Heimspielen sowie mit der Partie beim Aufsteiger Epe warten nicht die ganz dicken Brocken, bevor es am fünften Spieltag (11. September) zum ersten Duell mit einem Mitfavoriten kommen wird, wenn sich der BSV Roxel im Adolf-Brühl-Stadion vorstellt.

SVE Heessen

Klar: Daumen hoch von Rouven Meschede für das 5:0 seines Teams im Bezirksliga-Heimspiel gegen TuS SG Oestinghausen. „Das war schon top“, meinte der Spielertrainer, der vor allem die Defensivarbeit lobte: „Es ist nicht ein Schuss direkt auf unser Tor gekommen. Die Innenverteidiger haben Nick Weber gut aus dem Spiel genommen, und auch in der Zentrale waren wir immer eng an den Leuten dran.“ Und vorne habe man „endlich auch mal die Chancen zu Toren gemacht“. Dabei war vor allem das 3:0 von Ercan Taymaz keine 60 Sekunden nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit sehenswert über nur drei Stationen herausgespielt. Meschede muss schon jetzt auf die Euphoriebremse treten. „Klar, ich bin sehr zufrieden, aber es war nur ein Spiel. Das muss ich meinen Spielern am Dienstag auch noch einmal erklären.“

TuS Germania Lohauserholz II

So hatte sich Philip Schimmler, Trainer des TuS Germania Lohauserholz II, den ersten Spieltag der neuen Saison in der Kreisliga A nicht vorgestellt. Denn seine Mannschaft verlor bei der Reserve des SV Westfalia Rhynern mit 0:7 und steht daher auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei hatte seine Mannschaft seiner Meinung nach im ersten Durchgang gut mitgehalten und war den Gastgebern trotz eines knappen 0:1-Rückstands auf Augenhöhe begegnet. „Aber dann sieht der Schiri ein angebliches Handspiel von Onur Sancar, gibt Elfmeter und zeigt meinem Spieler Rot“, kritisiert der TuS-Coach, der mit Mike Havers und Florian Korte auf zwei wichtige Stammspieler verzichten musste, den Unparteiischen Christian Reffelmann. „Danach war mir dann klar, dass wir zu zehnt bei 35 Grad keine schöne zweite Halbzeit haben werden. Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie sind gerannt, haben geackert. Aber da war nichts zu machen.“

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