Eishockey

Eisbären-Kapitän Kevin Thau hat sich mit dem Coronavirus infiziert

An Eishockeyspielen ist derzeit nicht zu denken. Kevin Thau hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
+
An Eishockeyspielen ist derzeit nicht zu denken. Kevin Thau (rechts) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Kevin Thau, der Kapitän des Hammer Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären, hat sich mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich in Quarantäne

Hamm – Kevin Thau versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Zusammen mit seiner Freundin Melina hat er in den vergangenen Tagen die gemeinsame Wohnung in Fröndenberg ein wenig weihnachtlich geschmückt und den Kleiderschrank ausgemistet. „Nicht ganz freiwillig, Spaß macht so etwas ja nie. Aber man muss die Zeit ja irgendwie sinnvoll nutzen“, sagt der Kapitän des Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären, nachdem er sich aufgrund seiner Covid-19-Infektion in häuslicher Quarantäne befindet und weder zur Arbeit gehen noch Eishockey spielen kann.

Am vergangenen Donnerstag hatte er nach dem Training gemerkt, dass irgendetwas anders ist als sonst. „Noch als ich zuhause war, habe ich nachgeschwitzt. Und das kann ja eigentlich nicht sein“, sagt der 30-Jährige, der dann in der Nacht leicht erhöhte Temperatur hatte und sich auch am nächsten Morgen nach dem Aufwachen noch grippig fühlte. „Ich denke mal, ein Jahr vorher wäre ich zur Arbeit gefahren und hätte mir nichts weiter gedacht. Ich bin dann aber lieber mal zuhause geblieben und habe meinen Arbeitgeber und auch die Verantwortliche der Eisbären informiert“, sagt der in der Nähe von Weißwasser (Sachsen) geborene und aufgewachsene Thau, der sich an diesem Tag vergebens um einen Corona-Test bemühte.

Mit dem Einschlag hat Thau gerechnet

Dies holte er am Samstag nach und bekam dann umgehend das Ergebnis des Schnelltests: positiv. Gleichzeitig erhielt er von einer Arbeitskollegin die Nachricht, dass ihr PCR-Test ebenfalls positiv ausgefallen sei. Thau blieb daher über das Wochenende zuhause und machte am Montag bei seinem Hausarzt noch einen im Gegensatz zum Schnelltest verlässlicheren PCR-Test. An dem Ergebnis änderte sich aber nichts. Thaus Freundin wurde ebenfalls getestet, doch sie ist negativ – anders als Thaus Teamkollege Sebastian May, mit dem er immer zum Training nach Hamm fährt: „Sebastian geht es nicht so gut wie mir. Er liegt zuhause flach.“

Thau selbst hat nur eine verschleimte Nase und kann daher weder gut riechen noch schmecken. Ansonsten fühlt er sich recht gut und hofft, dass dies so bleibt. „Das kann sich aber noch ändern, hat meine Ärztin gesagt“, betont der Eisbären-Kapitän, der nicht davon ausgeht, dass am kommenden Wochenende die Partien der Eisbären am Freitag gegen die Tilburg Trappers und am Sonntag gegen die Saale Bulls Halle stattfinden werden. „Jetzt hat es nun mal unser Team erwischt“, sagt er – und wundert sich kaum darüber: „Es war ja klar, dass der Einschlag irgendwann kommt.“

Und so fragt sich der routinierte Angreifer derzeit, wie viel Sinn es überhaupt macht, die Saison weiter durchzuziehen. Denn er vermutet, dass die Eisbären auch in der kommenden Woche noch zu viele Spieler in Quarantäne haben, so dass sie keine spielfähige Mannschaft zusammen bekommen. „Das würde ja dann bedeuten, dass wir diese vier Spiele in der Woche nachholen müssen. Ich weiß nicht, wo das noch enden soll“, merkt er an. „Und ob wir die Saison überhaupt beenden können, steht auch in den Sternen.“

Doch für Thau ist es jetzt erst einmal wichtiger, wieder gesund zu werden und die bis zum 12. Dezember angesetzte häusliche Quarantäne zu überstehen. „Derzeit bin ich noch krank geschrieben. Vielleicht kann ich nächste Woche, wenn es mir besser geht, zumindest im Homeoffice wieder arbeiten“, sagt der 30-Jährige.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare