Kevin Orendorz verlässt die Hammer Eisbären

Zwei Neuzugänge, aber Eisbären verlieren absoluten Leistungsträger

Angreifer Kevin Orendorz wird die Eisbären nach drei Jahren verlassen.
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Angreifer Kevin Orendorz wird die Eisbären nach drei Jahren verlassen.

Die Hammer Eisbären haben für die Saison 2021/2022 in der Eishockey-Oberliga Nord mit den Deutsch-Italienern Fabio Calovi und David Trivellato, beide gebürtig in Bozen, die Neuzugänge vier und fünf verpflichtet. Mit Kevin Orendorz verliert der Verein allerdings einen Spieler, den die sportliche Leitung um Manager Jan Koch und Neu-Trainer Jeff Job nach dreijähriger Zusammenarbeit gerne noch weiter verpflichtet hätte.

Hamm – Der 26-jährige Iserlohner, dessen Bruder Dieter bisher für die Roosters in der DEL spielte, schlug dabei ein Angebot zu deutlich besseren Bezügen aus. „Er beendet in Kürze seine Ausbildung. Wir haben ihm ein attraktives, lukratives Angebot unterbreitet“, sagt Eisbären-Manager Jan Koch, denn: „Er ist ein enormer Leistungsträger und ein Topscorer mit guter Qualität für die Oberliga. Wir haben sportlich sehr von ihm profitiert, sein Verlust schmerzt“, sagt Koch, und weiter: „Vielleicht ist es auch nicht immer das Geld, das entscheidend ist.“

Die Eisbären vermelden Orendorz als Abgang mit dem Zusatz „Ziel unbekannt“, wissen aber offensichtlich mehr: „Wir überlassen es dem anderen Verein, das öffentlich zu machen“, sagt Koch. Kevin Orendorz, dessen Schwägerin Rebecca (Graeve) 156 A-Länderspiele für Deutschland absolviert hat, wird in den einschlägigen Foren mit dem Ligakonkurrenten Herner EV in Verbindung gebracht.

Kraus-Ersatz aus Hamburg

Orendorz, vor seiner Zeit in Hamm für die Krefelder Pinguine in der DEL tätig, ist nach Tom Lorer (Herford), Torhüter Sebastian May und Tim Pietzko, die ihre Laufbahn beenden, Kapitän Kevin Thau (tritt kürzer) sowie Gianluca Balla und Florian Kraus, die es nach Rostock zieht, der siebte Abgang aus dem Eisbären-Kader der vergangenen Saison.

Nicht zuletzt der Wechsel von Kraus zu den Piranhas gab den Ausschlag für die Verpflichtung von Fabian Calovi vom Ligakonkurrenten Hamburg. „Nach dem Abgang von Florian waren wir gezwungen, etwas zu tun. Und Fabian ist ein Spieler, der genau weiß, was in der Liga zu tun ist“, sagt Jan Koch. In dem gebürtigen Südtiroler haben die Eisbären einen gestandenen Verteidiger verpflichtet.

„Er ist kein Wandervogel. Er hat in Hamburg studiert und war jetzt sieben Jahre bei den Crocodiles“, sagt Koch über den Südtiroler, der in Eppan mit dem Eishockey begann. Weil der Ligakonkurrent den Vertrag mit dem drei-maligen italienischen A-Nationalspieler (52 DEL-Spiele für die Düsseldorfer EG in 2013 und 2014) nicht verlängert hatte, kamen die Eisbären über Calovis Berater ins Spiel. „Und wir waren nicht die einzigen Interessenten. Umso mehr freut es uns, dass er sich für Hamm entschieden hat.“ Für Koch ist der 30-Jährige ein Spieler, der „in einem sehr guten Alter ist, in dem man Erfahrung und Fitness sehr gut miteinander verbinden kann.“

Trivellato will wieder in Tritt kommen

Über denselben Berater, der Calovi vermittelte, ist auch der ehemalige italienische U18-Nationalspieler David Trivellato zu den Eisbären gekommen. Der 23-Jährige, ebenfalls in Bozen geboren, ist Angreifer. Er spielte zuvor bei den Eisbären Berlin, in Weißwasser und bei den Hannover Indians, für die er in der vergangenen Saison 33 Spiele in der Eishockey-Oberliga Nord absolvierte.

„Er ist ein junger Spieler, der zuletzt bei den Indians eine etwas schwierigere Saison hatte. Wir sehen ihn als Perspektivspieler, der bei uns erst einmal wieder Fuß in der Liga fassen muss“, sagt Jan Koch. „Wir sehen ihn jetzt erst einmal im dritten Block. Dafür ist er vorgesehen – mit Perspektive auf die Reihe zwei“, sagt der Eisbären-Manager über Trivellato, dessen Bruder Alex im vergangenen Februar nach 146 Spielen für die Krefelder Pinguine nach Schweden zu Västerås IK wechselte.

Die beiden Neuen, die keine Kontingentstelle besetzen, werden bei den Eisbären als Vollprofis tätig sein. „Sie sollen sich ganz auf Eishockey konzentrieren“, sagt Koch. Sie werden zweimal täglich mit dem neuen Coach Jeff Jobs trainieren. Vor Calovi und Trivellato hatten die Eisbären bereits den US-Amerikaner Chris Schutz für die zweite Kontingentstelle verpflichtet, zudem den Deutsch-Kanadier Jesse Roach sowie Viktor Beck von den Black Dragons Erfurt. „Fünf Neuzugänge sind nicht wenig zum jetzigen Zeitpunkt. Wir haben aber auch noch etwas in petto“, zieht Jan Koch Zwischenbilanz.

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