Kaum einmal ein freier Tag für Radrennfahrer Aaron Grosser

Aaron ist bereit für die neue Saison.  Grosser
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Aaron ist bereit für die neue Saison. Grosser

Hamm - Die freien Tage kann Aaron Grosser an einer Hand abzählen. Am zweiten Weihnachtstag durfte der 20 Jahre alte Radrennfahrer aus Hamm mal ausspannen. Und auch Anfang Januar, als er vom privat organisierten und kräfteraubenden Trainingslager auf Zypern zurückgekehrt war, gönnte ihm sein Coach Robert Pawlowsky drei Tage ohne Fahrrad. Ansonsten tritt der sprintstarke Grosser jeden Tag in die Pedale, spult unzählige Kilometer ab, um für die kommende Saison gewappnet zu sein.

Motivationsprobleme kennt er dabei nicht. Denn der junge Hammer, der auch in dieser Saison wieder für das Team Sauerland NRW fährt, hat klare Ziele vor Augen, die sich nur durch hartes und intensives Training realisieren lassen. „Ich will eine gute Form haben und mich weiter entwickeln. Ich möchte nach meiner Nominierung für die U23-Nationalmannschaft auch in diesem Team gute Leistungen zeigen und dadurch nicht nur bei regionalen, sondern bei großen Rennen starten. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf mein neues Rennrad steigen kann“, erklärt Grosser, der in diesem Jahr das gleiche Modell fährt wie Deutschlands Top-Sprinter Andre Greipel. „Das ist ein Spezialrad für Sprinter. Da wackelt nichts mehr“, sagt Grosser, der im vergangenen Jahr mit dem Problem zu kämpfen hatte, dass der Rahmen von seinem alten Rad am Tretlager weich geworden war und er dadurch seine Kraft nicht optimal in Geschwindigkeit umsetzen konnte.

Neben seinem umfangreichen Vorbereitungsprogramm auf die neue Straßenrad-Saison bereitet er sich aber auch noch auf seine Fachabitur vor, das er im Mai am Friedrich-List-Berufskolleg ablegen will. Und daher sind die Tage von Grosser klar strukturiert und gönnen ihm kaum einmal Zeit, um die Füße oder die Seele baumeln zu lassen. Direkt nach dem Aufstehen absolviert er Stabilitätsübungen, ehe es zur Schule geht. Anschließend steigt er für mehrere Stunden auf das Rennrad, bevor dann die Hausaufgaben und das Lernen für die Klausuren erledigt werden müssen. Abschließend stehen noch einmal Körperspannungs- und Dehnungsübungen auf dem Programm. Im Anschluss daran gönnt er sich vor dem Ins- Bett-gehen meist 30 Minuten Ruhe. „Das ist zwar alles sehr zeitintensiv und stressig. Aber ich nehme das alles gerne auf mich“, betont Grosser. „Denn ich sehe die positive Veränderung an meinem Körper. Die Oberschenkelmuskulatur ist deutlich strammer geworden. Ich merke, dass ich mich erst jetzt zu einem richtigen Sprinter entwickle und dass ich stärker bin als im vergangenen Jahr. Und dabei stecke ich jetzt noch in der Vorbereitung.“

Das erste Rennen hat er für Mitte März angepeilt, will dann in Herford starten. Die Rundfahrten in den Wochen vorher muss er nämlich streichen, da er zu dieser Zeit seine Vorabitur-Klausuren schreibt. Trotz des anstehenden Schulabschlusses wird Grosser aber vom 14. bis 27. Februar am Trainingslager seines Teams auf Mallorca teilnehmen. Am Samstag steht aber erst einmal die offizielle Präsentation des Teams Sauerland NRW in Sundern an.

Am Montagmorgen muss Grosser dann schon wieder in Freiburg sein, wo er über einen Zeitraum von rund sieben Stunden sportärztlich untersucht wird und wo gecheckt wird, ob er sein Trainingspensum für die U23-Nationalmannschaft absolviert hat. Welche Rennen er dann für die Nachwuchsauswahl des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bestreiten wird, muss noch abschließend abgeklärt werden. Fest steht allerdings, dass Grosser wieder Bundesliga-Rennen absolvieren, bei der Deutschen Meisterschaft starten und bei Klassikern wie Rund um Köln und Frankfurt an den Start gehen wird.

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