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Katerstimmung bei Hammer Bezirksligisten

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Von: Patrick Droste

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Die HSV-Reserve – hier mit Kapitän Kai Eckert – steckt nach dem 1:3 gegen Telgte mitten im Abstiegskampf.
Die HSV-Reserve – hier mit Kapitän Kai Eckert – steckt nach dem 1:3 gegen Telgte mitten im Abstiegskampf. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Katerstimmung bei den drei Hammer Fußball-Bezirksligisten. Der TuS Germania Lohauserholz, der SVE Heessen und die Reserve der Hammer SpVg – sie verloren allesamt ihre Heimspiele und rutschten in der Tabelle ab.

Hamm – Eine besonders deutliche Niederlage musste der TuS Germania Lohauserholz einstecken, der sein Heimspiel gegen den TuS Freckenhorst mit 0:5 verlor, nach dem 0:6 gegen Westfalia Soest und dem 1:5 beim SC Sönnern die dritte deutliche Schlappe in Folge kassierte und sich nun auf dem achten Tabellenplatz wiederfindet. „Das ist nicht unser Anspruch. Wir müssen zusehen, dass wir den Punkte-Abstand nach unten schnell wieder vergrößern“, machte Trainer Marco Liedtke klar und wies auch gleich darauf hin, woran er mit seinem Team in den nächsten Trainingseinheiten intensiv arbeiten wird. „Wir haben jetzt in drei Spielen 16 Gegentore kassiert. Das sagt ja schon alles.“

Dabei hatte der TuS in der ersten Halbzeit sogar die Partie bestimmt, viel Laufbereitschaft und Spielfreude gezeigt – und die besseren Chancen gehabt. Die beste Möglichkeit hatte Adem Burnic, dessen Schlenzer an das Lattenkreuz klatschte. Umso bitterer war es, dass die Germanen nach einem Eigentor von Pascal Bay mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gehen musste. „Da war der Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Die falsche Mannschaft hat geführt. In der Kabine haben wir uns klar das Ziel gesetzt, diese Partie zu gewinnen. Denn so selbstbewusst durften wir nach unserem Auftritt im ersten Durchgang sein“, sagte Liedtke später. Doch durch einen Doppelschlag in der 57. und 59. Minute durch Pierre Jöcker entschieden die Gäste die Partie zu ihren Gunsten. Jöcker (80.) und Richard Beil (88.) erhöhten auf 0:5, ehe Burnic noch einen Strafstoß vergab.

Die 0:6-Pleite gegen Soest war die erste von drei hohen Niederlagen für Lohauserholz am Stück.
Die 0:6-Pleite gegen Soest war die erste von drei hohen Niederlagen für Lohauserholz am Stück. © Reiner Mroß/Digitalbild

SVE-Akteuren fehlt der Spielrhyhtmus

Der SVE Heessen hat nach seiner 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolbeck nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz. „Das ist absolut nervig, katastrophal. Wir sind alle komplett ratlos“, meinte Mannschaftskapitän Benny Vogel nach der Partie, in der sich einmal mehr zeigte, was den Heessenern in erster Linie fehlt: nämlich der Spielrhythmus. Immer wieder fallen Akteure verletzt oder erkrankt aus. Oder haben nicht die nötige Zeit, um ihre Wehwehchen auszukurieren und können dann nur mit halber Kraft agieren. „Das sieht man vor allem daran, dass wir dann, wenn wir lang nach vorne gespielt haben, fast nie die zweiten Bälle gewonnen haben. Wolbeck war da fitter, wacher und galliger“, sagte Vogel, der zusammen mit seinen Teamkollegen defensiv eigentlich einen soliden Job machte und den Gästen nur wenige Chancen gönnte.

Aber eine davon nutzte Thomas Trippel bereits nach 19 Minuten zum 0:1. „Und nach einem Gegentreffer gehen bei uns so sofort die Köpfe runter. Wir haben gefühlt drei Jahre lang nur gewonnen. Und jetzt sind wir in so einer Negativspirale. Wir müssen uns da rauskämpfen – wie auch immer“, erklärte Vogel. Als dann Richard Jaquim zum 0:2 traf (65.), war die Partie endgültig zu Gunsten der Gäste aus Wolbeck entschieden. „Dabei hatten wir eigentlich eine gute Trainingswoche. Aber dann verlieren wir wieder. Das ist schon ätzend“, so der Kapitän. Kleiner Hoffnungsschimmer: Rouven Meschede und Pascal Westermann kamen erstmals nach ihren langen Verletzungspausen wieder zum Einsatz.

„Wir haben gefühlt drei Jahre lang nur gewonnen. Und jetzt sind wir in so einer Negativspirale“, sagt Benny Vogel zur aktuellen Situation in Heessen.
„Wir haben gefühlt drei Jahre lang nur gewonnen. Und jetzt sind wir in so einer Negativspirale“, sagt Benny Vogel (links) zur aktuellen Situation in Heessen. © Bruse

HSV-Reserve bleibt auf Abstiegsplatz

Die Hammer SpVg II wollte eigentlich mit einem Sieg über die SG Telgte auf einen Nicht-Abstiegsplatz vorrücken. Doch durch die 1:3-Niederlage rutschten die Schützlinge von Trainer Robin Grosch sogar auf den drittletzten Rang ab. „Wir müssen jetzt arbeiten, arbeiten, arbeiten“, betonte der Coach, fügte aber auch hinzu: „Wir sind nicht breit genug aufgestellt. Wir haben einen Kader mit 20 Spielern, davon sind drei Torhüter.“

Und gegen Telgte kamen alle drei Keeper sogar zum Einsatz: Inan Uzuner zwischen den Pfosten und Jan Passmann sowie Leonardo Dulek aufgrund der Personalnot als Feldspieler. „Sonntag geht’s gegen Oestinghausen. Danach haben wir erst einmal Pause. Ich hoffe, dass es dann wieder etwas besser bei uns aussieht“, meinte Grosch, dessen Team gegen die Münsterländer vor dem Wechsel die bessere Mannschaft war und durch Okan Özkara sogar einen Foulelfmeter vergab (30.).

Umso ärgerlicher war es, dass Telgte nach einem Standard, als bei der HSV in der Defensive die Zuordnung nicht passte, durch Keno Lubeseder mit 1:0 in Führung ging (43.). „Dadurch haben wir schon ein wenig unseren Rhythmus verloren“, sagte Grosch. Nach dem Wechsel sorgte Kevin Wolf gegen eine kräftemäßig nachlassende HSV-Mannschaft mit einem Doppelpack (65., 70.) für die Entscheidung, ehe Özkara noch den Ehrentreffer zum 1:3-Endstand erzielte (88.). „Wir können personell leider nicht reagieren“, so Grosch.

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