Fußball

Kapitän Michael Wiese fordert im "Knallerspiel" Rhyneraner Tugenden

Einsatz und Kampfbereitschaft: Das fordert Rhynerns Kapitän Michael Wiese (links) zum Saisonauftakt.
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Einsatz und Kampfbereitschaft: Das fordert Rhynerns Kapitän Michael Wiese (links) zum Saisonauftakt.

Michael Wiese will sich frei machen. Von der Corona-Pandemie. Zumindest am Sonntagnachmittag für ungefähr zwei Stunden. 

Hamm - Denn wenn der SV Westfalia Rhynern um 15 Uhr den früheren Bundesligisten SG Wattenscheid 09 zum Auftakt der neuen Saison in der Fußball-Oberliga erwartet, dann will sich der 26-Jährige einzig und alleine auf das Sportliche konzentrieren. „Es geht darum, dass wir möglichst schnell viele Punkte sammeln. Alles andere interessiert mich nicht“, sagt der Kapitän der Westfalia. „Daher ist das für uns ein normales Fußballspiel, in dem es darum geht, dass wir gewinnen.“

Dennoch wird er am Sonntag von den Folgen der Pandemie unmittelbar betroffen sein. Lediglich 300 Fans können die Partie in der Viactiv-Arena verfolgen. Unter anderen Umständen wären es sicherlich deutlich mehr gewesen. Davon ist Wiese überzeugt. „Das ist doch ein Knallerspiel gleich zum Saisonstart. Da wäre das Zuschaueraufkommen unter anderen Voraussetzungen deutlich höher gewesen. Wattenscheid würde viele Anhänger mitbringen. Und aus Hamm hätte diese Partie sicherlich auch den einen oder anderen mehr interessiert“, meint der Rhyneraner Rechtsverteidiger, der bis auf die Saison 2015/16, als er bei RW Ahlen sein Glück versuchte, seit Anfang 2014 für die Westfalia aufläuft.

SG Wattenscheid 09: Aus finanziellen Gründen in die Oberliga

In der Tat ist es eine überaus interessante Begegnung, die am Sonntag am Papenloh stattfinden wird. Auf der einen Seite die SG Wattenscheid 09, die im vergangenen Herbst aus finanziellen Gründen ihre Mannschaft aus der Regionalliga zurückgezogen hat und nun in der Oberliga einen Neuaufbau startet. „Viele sagen ja, dass das eine Wundertüte ist“, meint Wiese. „Aber für mich ist das keine Wundertüte. Ich kenne eigentlich jeden Spieler aus dem Kader, die haben alle Oberliga- oder Regionalliga-Erfahrung. Da kommt ein richtig dicker Brocken auf uns zu.“

Auf der anderen Seite setzt die Westfalia auf ihr eingespieltes Team, das mit Patrick Polk und Jeffrey Malcherek nur zwei Stammspieler verloren hat. „Das ist sicherlich kein Nachteil, dass wir davon profitieren, dass wir uns alle so gut kennen. Aber man darf nicht vergessen, dass es auch für uns das erste Meisterschaftsspiel seit sechs Monaten ist. Da müssen auch wir erst wieder unseren Rhythmus finden. Denn das ist schon etwas anderes als die Testspiele in den vergangenen Wochen“, stellt der Kapitän klar. Trotzdem ziehen Wiese und seine Teamkollegen aus den guten Ergebnissen der Vorbereitung viel Selbstvertrauen. Lediglich im Kreispokal-Halbfinale zeigten die Rhyneraner ausgerechnet gegen den Orts- und Ligakonkurrenten Hammer SpVg eine schwache Vorstellung und schieden nach Elfmeterschießen aus. „Aber das Spiel haben wir aufgearbeitet. Das ist abgehakt“, sagt er.

Die Vorbereitung sorgt für Selbstvertrauen

Vielmehr denkt er an die letzten drei Heimspiele mit dem Sieg am vergangenen Sonntag gegen Bövinghausen: „Dieses Team muss man mit 4:1 erst einmal schlagen. Wir haben uns gut entwickelt.“

Daher blickt Wiese dem Auftakt und den kommenden Spieltagen mit viel Zuversicht entgegen, auch wenn er für die anstehende Spielzeit kein festes Ziel in Form eines bestimmten Tabellenplatzes vor Augen hat. „Keiner will einfach so seine Freizeit verschenken. Wir wollen auf unserem Niveau möglichst guten und erfolgreichen Fußball spielen“, sagt er. „Wir wollen in jedem Spiel ans Maximum gehen. Am Ende werden wir sehen, was dabei herauskommt. Ich möchte jedenfalls möglichst oft nach dem Spiel in der Kabine sitzen und in zufriedene und glückliche Gesichter blicken. Dann sind immer die schönsten Momente.“

Einen dieser Momente will er schon am Sonntag am späten Nachmittag gegen 17 Uhr erleben, wenn die Partie gegen Wattenscheid beendet ist. Einen entsprechenden Plan hat er sich dafür schon zurecht gelegt. „Wir müssen die Rhyneraner Papenloh-Tugenden abrufen: Einsatz, Kampfbereitschaft, giftig in den Zweikämpfen, dem Gegner keine Ruhe lassen und auf unserem engen Platz immer Druck ausüben. Eben über die Basics reinkommen“, meint Wiese.

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