Kanuslalom-Fahrer Stefan Hengst kämpft um Platz in Nationalmannschaft

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Stefan Hengst genießt es, sich in Australien im warmen Wasser auf die neue Saison vorzubereiten.

Penrith - Am Sonntag bekam Stefan Hengst gleich die Tücken des australischen Sommers zu spüren. Im Rahmen des Warmwasser-Trainingslagers des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) hatte der 23-Jährige an seinem ersten freien Tag mit seinen Teamkollegen einen Abstecher nach Sydney gemacht und sich einen Sonnenbrand geholt.

„Wir haben den Touri raushängen lassen“, sagt Hengst, für den aber ansonsten intensives Training ansteht. Denn der junge Heessener ist dem U23-Bereich entwachsen und muss sich in diesem Jahr erstmals in seiner Karriere bei den Herren beweisen. „Das ist eine ganz andere Leistungsdichte. Und auch im Training geht es viel heftiger zur Sache. Daher lege ich da auch eine Schüppe drauf“, erklärt der Fahrer vom Kanu-Ring Hamm, der unbedingt seinen Kaderplatz behalten möchte. 

In den vergangenen Jahren war er ein fester Bestandteil der deutschen U23-Nationalmannschaft, nahm an Welt- sowie Europameisterschaften teil. Das möchte er jetzt auch gerne wieder erreichen. „Das wird nicht einfach. Um bei den Weltcups dabei zu sein, muss ich bei der Quali unter die besten Vier kommen. Und nur die besten Drei sind dann bei der EM und WM dabei“, erklärt Hengst und fügt hinzu: „Da müssen wir schauen, ob das klappt. Das ist alles sehr sportlich hier und kein Kindergarten.“

In Australien versucht er jedenfalls die Grundlage zu legen, um den Sprung unter die besten deutschen Fahrer zu schaffen. Seit der Ankunft in Penrith (rund 45 Autominuten von Sydney entfernt) am 7. Februar geht es bis zum 1. März täglich zweimal zum Training auf die Olympiastrecke von 2000, zudem steht jeden Tag eine Einheit im Kraftraum an. 

„Das ist alles sehr anstrengend. Aber ich finde es auch cool. Denn ich bin ja das erste Mal bei diesem Warmwasser-Trainingslager dabei“, meint Hengst, der daher auch abends nicht mehr allzu viel unternimmt, sondern mit seinen Teamkollegen in kurzer Hose, T-Shirt und Flipflops vor allem die lauen Sommernächte Australiens genießt. „Wir haben zu fünft ein Haus und grillen oft. Ab und zu kommen dann auch noch Fahrer von anderen Nationen vorbei. Wir sind ja eine große Familie, da kennt jeder jeden. Das ist sehr lässig, wir alle genießen es, hier Sommer zu haben und hier zu trainieren.“

Spätestens am Wochenende ist es aber mit der Gemütlichkeit vorbei. Dann stehen die Australian Open auf dem Programm mit fast 100 Startern. Zwar ist mit Sebastian Schubert der zweite Fahrer vom Kanu-Ring Hamm, der sich derzeit in Frankreich auf die neue Saison vorbereitet, nicht dabei. Ansonsten aber fast alle aus den Top 40 der Welt. 

„Mein Ziel ist es, in das Halbfinale zu kommen. Wenn ich dann sogar noch den Sprung in den Endlauf schaffen würde, wäre das ein Traum. Denn die Jungs, die hier an den Start gehen, sind echt die besten der Welt, da sind Olympiasieger, Welt- und Europameister dabei“, staunt Hengst, der sich nach den ersten Einheiten und Eindrücken in Australien aber bereit fühlt, um es mit den Topstars der Kanuslalom-Szene aufzunehmen. 

„Im Training bin ich gut dabei. Die Frage ist allerdings immer, ob man im Wettkampf auch die Nerven hat. Aber ich arbeite da jetzt mit einem Psychologen zusammen. Dadurch habe ich Sicherheit gewonnen.“

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