Torfehler stoppen Schubert und Schornberg

PRAG - Die Terminhatz der vergangenen Wochen hat bei den Slalom-Kanuten Sebastian Schubert und Jasmin Schornberg Spuren hinterlassen. Die beiden Aktiven vom Kanu-Ring kamen beim dritten Weltcup-Rennen der Saison in Prag nicht auf das Siegerpodest. Schubert wurde nach einem Fahrfehler im Finale Zehnter. Schornberg verpasste nach einem Patzer ebenfallls den Endlauf und belegte nur den 23. Rang.

Im Halbfinale war für Schubert die Welt noch in Ordnung gewesen. Der 25-Jährige erwischte an der Moldau eine gute Linie und fuhr als bester Deutscher auf den dritten Rang, nur 19 Hundertstel Sekunden hinter Sieger Michael Smolen (USA). „Sebastian ist fehlerfrei gefahren und hatte sogar noch etwas Luft nach oben. Das sah gut aus“, sagte sein Vater und Heimtrainer Jürgen Schubert.

Im Endlauf allerdings nicht mehr. Gleich am dritten Tor, einem Aufwärtstor, berührte Sebastian Schubert die Stangen und handelte sich eine Zwei-Sekunden-Strafe ein. „Da hat er für sich beschlossen, dass er jetzt mehr Druck machen muss“, sagte Jürgen Schubert. Das tat sein Sohn, kam dabei aber von der Ideallinie ab. Von nun an kämpfte sich der Heessener mehr stromabwärts, als dass er fuhr. Es folgten zwei weitere Stab-Berührungen, und am Ende kassierte er sogar noch eine 50-Sekunden-Strafe. Damit landete er im Finale abgeschlagen auf dem zehnten und letzten Platz.

In der Weltcup-Wertung rückte Schubert dennoch um eine Position auf Rang drei vor. Er hat damit noch alle Möglichkeiten, seinen Titel zu verteidigen. Er wäre der erste, dem dieses Kunststück gelingt. Der Gesamtführende ist Schuberts Teamkollege Hannes Aigner, der den Weltcup in Prag mit mehr als drei Sekunden Vorsprung auf den Lokalmatadoren Jiri Prskavec gewann. „Ich bin einfach platt“, sagte Sebastian Schubert, der sich nach drei Weltcup-Wochenenden in Folge in seine Wahlheimat Augsburg zurücksehnte. Nach kurzer Regenationsphase geht es Anfang August weiter mit dem Rennen im spanischen La Seu D’Urgell, wo dem Athleten des Kanu-Rings bislang nicht viel gelang.

Mit dem Team eilt Schubert derzeit jedoch von Erfolg zu Erfolg. In Prag gewann er zusammen mit Alexander Grimm und Fabian Dörfler die Mannschaftswertung. Das deutsche Trio, das sich bereits bei der Europameisterschaft und beim Weltcup in Tacen durchgesetzt hatte, ist damit in dieser Saison weiter ungeschlagen. In London war es nicht gestartet.

Besonders bitter verlief das Wochenende für Jasmin Schornberg, die am Wochenende zuvor in Tacen noch auf den zweiten Platz gefahren war. Die gebürtige Lippstädterin hatte sich als Sechste für das Halbfinale qualifiziert, in dem sie ihre Leistungen vom Freitag bestätigte. Die 28-Jährige fuhr eine gute Linie, kam als Fünfte ins Ziel und wähnte sich damit sicher im Finale. Doch es kam anders. „Erst tauchte ein Sternchen hinter ihrem Namen auf, und dann bekam sie 50 Sekunden Strafe“, sagte Jürgen Schubert. Das Schiedsgericht hatte beim Videostudium auf Torfehler erkannt. Der deutsche Verband kam mit seinem Protest nicht durch. Schornberg fiel auf den 23. Platz zurück und musste zusehen, wie sich andere wertvolle Punkte für die Gesamtweltcup-Wertung holten. Ricarda Funk aus Bad Kreuznach gewann an der Moldau vor den Tschechinnen Katerina Kudejova und Stepanka Hilgertova und rückte im Gesamtklassement nach drei von fünf Weltcups bis auf fünf Zähler auf die Viertplatzierte Schornberg heran.

Anders als bei Schubert lief es für Schornberg auch mit der Mannschaft nicht rund. Gemeinsam mit Funk und der Leipzigerin Melanie Pfeifer landete sie auf dem sechsten Platz. Es siegte Gastgeber Tschechien. J sst

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