Die Konkurrenz auf der Kanustrecke ist groß

WM in Portugal: Allendorf zweimal am Start

Sehr gut vorbereitet startete Marie Allendorf vom Kanu-Ring Hamm Richtung WM in Portugal.
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Sehr gut vorbereitet startete Marie Allendorf vom Kanu-Ring Hamm Richtung WM in Portugal.

Auf das frühe Aufstehen am Mittwochmorgen hatte Marie Allendorf überhaupt keine Lust. Bereits um 6 Uhr musste die 17-Jährige vom Kanu-Ring Hamm an der Regattastrecke in München parat stehen, um in den Bus zu steigen, der sie zum Münchner Flughafen brachte. Doch auf das, was in den nächsten Tagen in Portugal auf sie wartet, freut sie sich dafür umso mehr.

Hamm – Denn Allendorf wird am Wochenende bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Kanurennsport im portugiesischen Montemor-o-Velho, einer Kleinstadt zwischen Lissabon und Porto, starten. „Ich habe da richtig viel Lust drauf. So ein großer Wettkampf ist ja auch etwas absolut Besonderes“, sagt die in Lünen lebende Allendorf und hofft, dass sie sich bei den Titelkämpfen in Topform präsentieren kann. „Eine ganz spezielle Erwartung habe ich nicht. Meine Teamkolleginnen und ich wollen da unser bestes Rennen abliefern. Und dann schauen wir mal, was am Ende dabei herausspringt.“

Zweieinhalb Wochen hatte sich die Kanutin, die in diesem Frühjahr ihr Abitur gebaut hatte, in München auf die WM vorbereitet. Die Grundlagen waren bereits im Winter und Frühjahr gelegt worden. Jetzt ging es vor allem darum, die Höchstgeschwindigkeit zu verbessern, um den anderen Nationen mit einem Topspeed Paroli bieten zu können. „Marie ist jemand, der total fokussiert ist. Sie gibt in jedem Training alles. Man muss sie manchmal schon ein wenig bremsen“, sagt Heimtrainer Björn Hilbk vom Kanu-Ring. „Und in einem Rennen habe ich noch nie erlebt, dass sie nicht ihre Leistung bringt. Sie ist immer da, wenn es drauf ankommt.“ Bei der WM wird es für die KR-Athletin zweimal darauf ankommen. Am Freitag wird sie im Einer über 1000 m an den Start gehen und alles daran setzen, das Finale am Samstag zu erreichen. Und am Sonntag sitzt sie an Position vier im K4 über 500 m.

Neben dem Vierer bei der WM auch im Einer nominiert

„Die Chance, weit nach vorne zu kommen, ist im Vierer deutlich höher“, macht Hilbk klar und erinnert an die Europameisterschaft in diesem Jahr, als der deutsche Juniorinnen-Vierer hinter den starken Ungarinnen auf den Silberplatz paddelte. „Aber einige Nationen haben in ihren Booten Umbesetzungen vorgenommen. Und es kommen noch die Teams aus Übersee dazu“, gibt Allendorf zu bedenken, dass die Konkurrenz groß ist und ein Treppchenplatz trotz des guten Abschneidens bei den kontinentalen Titelkämpfen kein Selbstläufer ist.

Während Allendorf insgeheim hofft, mit dem Vierer weit nach vorne zu fahren, sind ihre Ambitionen im Einer weitaus zurückhaltender. Bei der EM war sie in dieser Bootsklasse nicht zum Einsatz gekommen, aber ihre guten Leistungen zuletzt haben dafür gesorgt, dass sie nun die deutschen Farben im K1 über 1000 m vertreten wird. „Das hat mich natürlich gefreut, dass ich da nominiert worden bin. Aber wir haben in dem Lehrgang in München den Fokus schon klar auf das Mannschaftsboot gelegt“, sagt sie und erklärt auch gleich den Unterschied zwischen den beiden Bootsklassen: „Im Einer ist man auf sich alleine gestellt. Und im Vierer ist es wichtig, dass die Harmonie stimmt.“

„Die WM ist der Höhepunkt“

Für Hilbk ist die Nominierung seines Schützlings jedenfalls absolut nachvollziehbar: „Sie hat sich einfach gut entwickelt“, sagt der Coach und geht davon aus, dass die Leistungen von Allendorf in Portugal noch besser sein werden als bei der EM in Posen: „Die Europameisterschaft ist aus dem Training heraus gefahren worden, die wurde so mitgenommen. Jetzt ist der Vorlauf viel größer, denn die WM ist der Höhepunkt.”

Obwohl der Fokus klar auf der Weltmeisterschaft liegt, hatte sich Allendorf sehr entspannt gezeigt, spürte keine besonders große Nervosität vor ihren Starts. Dabei haben ihr sicherlich die Erfahrungen geholfen, die sie in diesem Sommer bei der Europameisterschaft gesammelt hat. „Noch bin ich ganz ruhig. Aber ich denke mal, wenn ich an der Strecke in Portugal stehe, dann wird sich das ändern“, befürchtet sie.

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