Schornberg muss zittern

Kanu-Slalom: Sebastian Schubert für WM qualifiziert

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Sebastian Schubert hat sich für alle wichtigen Meisterschaften dieses Jahres qualifiziert.

MARKKLEEBERG - Sebastian Schubert hat zum ersten Mal in seiner Karriere die nationale Ausscheidung der Slalom-Kanuten gewonnen. Der Athlet des Kanu-Rings Hamm ist damit für die Welt- und Europameisterschaft qualifiziert. Im Kanupark Markkleeberg feierte der Weltcupsieger des vergangenen Jahres einen dritten und einen ersten Platz.

Seine Teamkollegin Jasmin Schornberg muss dagegen um den WM-Start zittern. Sie wurde Gesamt-Dritte und muss wohl ins Stechen gegen die derzeit verletzte Leipzigerin Cindy Pöschel. Enttäuschend verlief das Wochenende für Stefan Hengst, der sich nicht für den U23-Nationalkader qualifizierte. Dagegen fuhr der erst 14-jährige Lukas Stahl sensationell ins deutsche Juniorenteam.

Sebastian Schubert, angereist mit guten Ergebnissen vom ersten Quali-Wochenende in Augsburg, fuhr am Samstag Bestzeit, leistete sich jedoch eine Stab-Berührung, wodurch er hinter Peking-Olympiasieger Alexander Grimm und Hannes Aigner (beide Augsburg) auf den dritten Rang rutschte. Durch den Erfolg des zuvor enttäuschenden Grimm geriet für den 25-jährigen Heessener die Qualifikation noch einmal in Gefahr. „Mit einem Sieg wäre Sebastian sicher durch gewesen. Er hat sich maßlos über sich selbst geärgert“, sagte Vater Jürgen Schubert.

Doch immer, wenn der Druck am größten ist, ist Sebastian Schubert da. Im letzten Rennen am Sonntag blieb er fehlerfrei und distanzierte mit einer Fabelzeit die Verfolger Grimm und Fabian Dörfler um gut zwei Sekunden. Dieses Trio ist auch für die WM qualifiziert. Opfer der hohen Leistungsdichte im deutschen Kanu-Slalom ist der olympische Bronze-Medaillengewinner Aigner, der als Vierter in die Röhre schaut. „Sebastian hat der Konkurrenz im letzten Rennen keine Chance gelassen. Mehr Druck geht nicht als vor dem vierten Lauf, denn es stand so viel auf dem Spiel. Der Gesamtsieg im Entscheid ist ein weiterer Meilenstein für Sebastian“, sagte Jürgen Schubert.

Dramatisch spitzte sich das Wochenende für Jasmin Schornberg zu. Nach Platz zwei am Samstag benötigte sie am Abschlusstag einen Sieg, um sich nicht nur den EM- und Weltcup-Start zu sichern, sondern auch noch das direkte WM-Ticket. Schornberg verbesserte sich im Endlauf um sechs Sekunden gegenüber dem Halbfinale, doch sie wurde um 22 Hundertstel geschlagen – ausgerechnet von ihrer Freundin Katja Frauenrath, die zuvor noch nie eines der Ausscheidungsrennen gewonnen hatte. „Jasmin ist so toll gefahren, und dann das. Wir sind hin- und hergerissen“, sagte Jürgen Schubert. Schornberg wurde Gesamtdritte hinter Melanie Pfeifer (Augsburg) und Ricarda Funk (Bad Kreuznach).

Für Stefan Hengst verlief die Qualifikation enttäuschend. In Markkleeberg hatte er am Sonntag trotz durchwachsener Ergebnisse noch die theoretische Chance, wie im vergangenen Jahr einen der drei Plätze im U 23-Nationalkader zu erreichen, doch dafür hätte er zum Abschluss Dritter werden müssen. Er verpasste im Halbfinale jedoch ein Tor und schied aus. Hengst bleiben damit in diesem Jahr nur Weltranglistenrennen. „Vielleicht wollte er zuviel. Aber Stefan wird sich wieder herankämpfen“, so Jürgen Schubert.

Für Jubel sorgte der 14-jährige Lukas Stahl. Er setzte sich gegen die bis zu vier Jahre ältere Konkurrenz durch und ergatterte in seinem ersten Jugendjahr einen von drei Plätzen im deutschen Junioren-Nationalteam. Nach einem ersten und dritten Rang in Augsburg feierte er in Markkleeberg am Samstag erneut den Sieg. Das Halbfinal-Aus am Sonntag fiel nicht mehr ins Gewicht. Stahl wird im Juli bei der Junioren-EM in Skopje teilnehmen. - sst

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