Schubert wird nach Einzel-Aus Mannschafts-Europameister

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Sebastian Schubert (Archivbild)

[UPDATE 15.30 Uhr] Markkleeberg - Am Nachmittag hatte Sebastian Schubert noch völlig frustriert nach der Zielankunft sein Paddel ins Wasser geworfen. Ein paar Stunden später durfte der Hammer Slalom-Kanute doch noch jubeln.

Dem enttäuschenden Halbfinal-Aus bei den Europameisterschaften in Markkleeberg ließ der Fahrer des Kanurings Hamm die Goldmedaille mit der Mannschaft folgen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Hannes Aigner und Alexander Grimm sicherte sich Schubert im Teamwettbewerb mit der deutschen Kajak-Mannschaft die Goldmedaille, distanzierte dabei die Vertretungen Großbritanniens und Italiens. „Ein Titel in der Mannschaft ist der Hammer, der ist schon einiges wert“, freute sich Schubert. „Es hat alles gut geklappt, wir sind eine sehr harmonische Gruppe, verstehen uns auch neben dem Sport. Da ist das jetzt umso schöner.“

Nicht so gut geklappt hatte es zuvor im Einzelwettbewerb, für den sich Schubert viel vorgenommen hatte. Er wollte unbedingt ins Finale und seine Medaillenchance nutzen. Am Ende kam es anders. Während der Einzug ins Halbfinale noch problemlos verlief, forderte hier der Parcours den Fahrern großes technisches Können ab. „Die Strecke war extrem schwer ausgehängt“, sagte Schubert. „Ich bin zwar noch gut reingekommen, war zur Zwischenzeit mit 0,3 Sekunden Rückstand noch vorne dabei. Aber unten habe ich dann einen großen Fahrfehler gemacht und dabei ein bisschen die Linie verloren.“ Der Grund: „Es waren drei wirklich extrem schwere Abwärtskombinationen dabei, die man in der Rückwärtsbewegung fahren muss“, sagte Schubert. „Und die Tore lagen immer einen kleinen Tick unter der Welle, so dass man erst da rausrutschen und dann die Drehung machen musste. Da habe ich zwei Tore berührt und bin anschließend nicht mehr in den Rhythmus gekommen.“

Zum Finale gefehlt hat dem Hammer, der nach seinen zwei Fehlern noch einmal alles riskiert hatte, am Ende dennoch nur eine Sekunde. „Da war ich natürlich schon enttäuscht, denn gerade hier wollte ich ins Finale fahren. Aber bei einer EM kann man sich nicht viel erlauben, denn es gibt 20, 25 Weltklassefahrer.“

Laut Zeitplan hatte Schubert viereinhalb Stunden Zeit, um das Einzelrennen aus dem Kopf zu bekommen und sich auf das Mannschafts-Finale vorzubereiten. Dank einer Sturmwarnung wurde es noch eine Stunde länger. „Das bedeutete, dass wir uns durch die Verzögerung komplett neu vorbereiten mussten“, sagte der 26-Jährige. „Dadurch wurde es hinten raus noch anstrengender.“

Eine Anstrengung, die sich gelohnt hat. Denn das deutsche Team, in dem Schubert als Erster auf die Strecke ging und selbst fehlerfrei blieb, zeigte große Nervenstärke, harmonierte auf den Punkt und lieferte ein nahezu perfektes Rennen mit nur einer Torstabberührung. Einen größeren Druck verspürte Schubert auch nach seinen Einzel-Fahrfehlern im Teamrennen trotz der verantwortungsvollen Rolle nicht. „Natürlich sollte man vorne möglichst ohne Fehler fahren“, sagte er lächelnd. „Aber ich hatte die Situation vorher mit meinem Trainer analysiert und dann abgehakt. So etwas kann halt passieren, ist bei mir aber nicht der Regelfall.“

Im Ziel war dann die Freude riesengroß und der herausgefahrene Vorsprung von fünf Sekunden immens. „Europameister zu werden, ist schon eine Riesenleistung“, freute sich der Hammer. „Um so schöner, dass wir es geschafft haben, unseren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.“

Bis er endlich feiern durfte, dauerte es allerdings noch zwei Stunden, denn neben Alexander Grimm war Schubert zur Dopingkontrolle gelost worden. „Danach haben wir dann aber noch beim Abendessen angestoßen“, fiel die Party laut Schubert nicht so groß aus. Denn: „Es kommen ja noch ein paar Wettkämpfe. Und das große Feiern heben wir uns dann für die WM auf.“

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