Wasserball

Justus Berg träumt vom Wasserball-Nationalteam

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Justus Berg gehört zu den großen Talenten des SC Rote Erde und träumt davon, den Sprung in die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft zu schaffen. Sein Vater Carsten Berg bescheinigt ihm ein gutes Stellungsspiel.

Er ist erst zwölf Jahre alt. Doch Justus Berg, Nachwuchstalent des SC Rote Erde, träumt schon jetzt von einem Einsatz in der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft.

Hamm - Viermal acht Minuten. Das ist nicht nur die Maßgabe für die Wasserball-Profis. Auch der Nachwuchs muss sich insgesamt eine gute halbe Stunde über Wasser halten – ohne dabei das runde Spielgerät zu vernachlässigen. Während seine Mannschaftskollegen versuchen, die Kugel zu versenken, hütet Justus Berg für die U14 des SC Rote Erde Hamm das Gehäuse. „Ich habe es auch auf dem Feld versucht, aber ich bin lieber Torwart“, erklärt der Zwölfjährige und holt aus: „Wenn die Vorderleute nicht gut stehen, kann man noch viel retten“, bezeichnet Berg die Torhüterposition als „eine der wichtigsten“ im Wasserball.

Genau wie in anderen Sportarten sind es schnelle Sprünge, die zu spielentscheidenden Paraden führen. Doch dafür muss ein Keeper, auf dem Boden stehend wie im Wasser schwimmend, richtig postiert sein. „Justus hat ein sehr gutes Stellungsspiel“, lobt ihn sein Vater Carsten, der zugleich Trainer in der U14 ist. „Er bringt ein gutes Spielverständnis mit und hat schon die Größe, die du als Wasserballtorwart brauchst.“ Und ein paar Zentimeter werden schließlich noch dazukommen, bis sich Justus Berg aus den Juniorensport verabschiedet.

Angefangen beim SC Rote Erde hat der Sechstklässler, der in seiner Freizeit auch gerne Fußball spielt oder den Hockeyschläger bemüht, vor viereinhalb Jahren. „Vor meinem ersten Probetraining habe ich schon Schwimmkurse mitgemacht. Deswegen war ich von Beginn an mit dem Wasser vertraut“, schildert Berg. Die ersten Eindrücke beim Wasserball lauteten dann: „Es ist anstrengend, aber macht Spaß.“

Inzwischen ringt das Torwart-Talent regelmäßig um die Deutsche Meisterschaft in seiner Altersklasse. Als Berg noch in der U12 spielte, ging es für den SC auf dem Treppchen beinahe ganz nach oben. In Nürnberg feierte seine Mannschaft mit ihm zwischen den Pfosten die deutsche Vize-Meisterschaft. Lediglich an den White Sharks aus Hannover war kein Vorbeikommen. „Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Vielleicht das größte für mich als Wasserballer“, gesteht Berg, der eigentlich auch in diesem Jahr noch um die nationale Krone hätte spielen sollen. Denn die besten drei Teams aus den jeweiligen vier Landesverbänden machen in einem gesonderten Turnier den Deutschen Meister unter sich aus. Als Dritter des Schwimmverbands NRW hatten sich die Hammer bereits auf das Turnier gefreut, dessen Vorrunde am 28. März begonnen hätte. Um die Verbreitung des Coronavirus im Zaum zu halten, ist die Veranstaltung jedoch vorerst unvollendet ad acta gelegt worden. „Die Krise betrifft natürlich alle, aber gerade für die Kinder ist es noch einen Hauch ärgerlicher“, betont Carsten Berg. Schließlich hat sein Team ein halbes Jahr auf dieses Ziel hingearbeitet – und nun ist der Stecker gezogen.

Dass Justus Berg und seine Mitstreiter zuletzt viermal die Woche trainierten, um für die Deutsche Meisterschaft gewappnet zu sein, hat allerdings einen denkbar sinnvollen Nebeneffekt. Denn eigentlich geht es den Talenten in der Hammer Nachwuchsabteilung ja darum, sich zu verbessern. Wobei Justus Berg momentan gar nicht viel weiter nach oben kann. Der Zwölfjährige ist nämlich schon NRW-Auswahlspieler und wurde zu diversen internationalen Turniere eingeladen. „In Dubrovnik (Kroatien, Anm. d. Red.) haben wir uns gegen Verbände aus Spanien, Italien und Ungarn gemessen, die im Wasserball zu den Top-Nationen gehören“, erklärt Berg.

Eine Nationalmannschaft gibt es in so jungen Jahren noch nicht, doch nach der U14 kristalliert sich heraus, wer den Sprung in die jüngste Abteilung des DSV-Teams schafft. Und die Vorzeichen für Justus Berg stehen nicht schlecht. Gemessen an der Anzahl der Verbände zählt er aktuell zu den vier besten Torhütern Deutschlands in seiner Altersklasse, hilft folgerichtig auch schon problemlos in der U16 seines Klubs aus. Seine ambitionierten Ziele sind also durchaus berechtigt: „Ich möchte so weit wie möglich nach oben, am liebsten auch Senioren-Nationalspieler werden.“

Die ersten Schritte sind gemacht, weiß auch der Vater, der jedoch vor zu großen Bestrebungen warnt. „Justus steht zumindest im Schaufenster. Aber Nationalspieler wird man nur mit Training, Fleiß und Selbstdisziplin“, meint Carsten Berg, dass sein Sohn auf dem Weg nach oben mit „gewissen Entbehrungen“ leben müsse.

Erst einmal geht es für Justus Berg jedoch um die Junioren-Nationalmannschaft als kurzfristiges und deutlich greifbareres Ziel. Alles andere liegt in der Zukunft, genauso wie der Berufswunsch des jungen Keepers: „Meine Traumberufe sind Pilot oder Schiffskapitän.“ Da passt es ins Bild, dass er der Teamcaptain ist, wenn der 07er-Jahrgang ins Wasser steigt.

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