Fußball

Justin Krausch will in Südafrika Matchpraxis sammeln

Justin Krausch, der hier per Kopf klärt, ist als Innenverteidiger eine feste Größe im Team der SG Bockum-Hövel.
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Justin Krausch, der hier per Kopf klärt, ist als Innenverteidiger eine feste Größe im Team der SG Bockum-Hövel.

Justin Krausch will in Südafrika Matchpraxis sammeln. Der Abwehrspieler des Fußball-Landesligisten SG Bockum-Hövel fliegt am Sonntag nach Kapstadt.

Hamm – Das Corona-Virus lähmt aktuell in vielen Bereichen das Leben. So auch im Sport, wo für die Amateure der Trainings- und Spielbetrieb schon seit Anfang November eingestellt worden ist. Doch einfach nichts tun, die Füße hochlegen und nur darauf zu warten, bis diese Zeit vorbei ist? Das ist nichts für Justin Krausch. Der Abwehrspieler des Fußball-Landesligisten SG Bockum-Hövel wird sich am kommenden Sonntag in Frankfurt in den Flieger setzen und in das südafrikanische Kapstadt fliegen – allerdings nicht, um Urlaub zu machen, sondern um gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. „Am Ende hoffe ich, dass ich topfit wieder zurückkomme, wenn die Saison im Januar neu startet, und viel für mein Leben und meine berufliche Fortbildung gelernt zu haben“, sagt Krausch.

Der 19-Jährige, der im Herbst an der Universität Paderborn das Lehramts-Studium für Sport und Deutsch aufgenommen hat, hatte vor zwei Wochen auf der Facebook-Seite seiner Uni eher zufällig eine Fortbildungsmöglichkeit in Südafrika gesehen, auf die er sich umgehend gemeldet hatte. Denn er muss im Laufe seines Studiums ein vierwöchiges Berufsfeldpraktikum absolvieren. „Ich könnte auch ganz klassisch irgendwann mal an einer Schule oder in einem Kindergarten arbeiten und das erledigen. Aber jetzt in der Coronazeit dachte ich mir, warum soll ich das nicht in Südafrika machen“, sagt der junge Fußballer, der auf seine Anfrage schnell eine positive Rückmeldung erhielt und sich nur noch entscheiden musste, ob er schon im Dezember oder erst im Januar nach Kapstadt kommen will. „Im Dezember war es aber etwas preiswerter. Und es passt auch zeitlich besser, denn ich hoffe ja immer noch, dass wir Mitte Januar wieder mit dem Training beginnen können“, sagt Krausch. „Das ist mir schon sehr wichtig, zum Start der Vorbereitung dabei zu sein.“

In Kapstadt wird er an der Silikamva High School Hout Bay und beim Fußballverein Hout Bay United Football Community (HBUFC) arbeiten – zuerst soll er dort Aufgaben im administrativen und Marketing-Bereich übernehmen. Es ist aber auch angedacht, dass er unterrichten sowie das Athletik- und Fitness-Training leiten wird. Zudem kann er morgens am Training der ersten Mannschaft unter Leitung von Chefcoach Lebogang Ramatlotlo teilnehmen. „Das Niveau von dem Team ist mit dem in Deutschland von der Westfalen- oder Landesliga vergleichbar. Von daher passt das“, erklärt er. „Und der Trainer hat früher schon in England bei Leeds United und Rotherham gearbeitet und auch bei Marcelo Bielsa, dem Aufstiegstrainer von Leeds, hospitiert. Das hört sich alles recht vielversprechend und spannend an.“

Krausch kann sogar an Spielen der „Ersten“, die auf der Vereins-Webseite als Elite-Team bezeichnet wird, teilnehmen und Matchpraxis sammeln, was in Deutschland aktuell nicht möglich ist. „Beim Einkaufen muss man in Südafrika so wie in Deutschland einen Mund/Nasenschutz tragen. Aber Fußball wird da ganz normal gespielt“, sagt Krausch, der in Kapstadt in einer Vierer-Wohngemeinschaft entweder mit anderen Praktikanten oder Akteuren der HBUFC-Mannschaft zusammenwohnen wird. „Für die Unterkunft und die Verpflegung muss ich nur einen kleinen Betrag aufbringen. Der größte Kostenpunkt ist der Flug.“ Aber da Krausch neben seinem Studium und der Fußballspielerei bei der SG auch noch einen Nebenjob in einem Getränkemarkt eines Lebensmittelunternehmens ausübt, hat er das nötige Geld bereits zusammen.

Am 11. Januar will der Innenverteidiger, der vor eineinhalb Jahren von den A-Junioren des SuS Kaiserau ins Adolf-Brühl-Stadion gewechselt war und im vergangenen Frühjahr mit Bockum-Hövel den Wiederaufstieg in die Landesliga geschaffte hatte, wieder nach Hamm zurückkommen. „Ich werde mich dann in Quarantäne begeben und anschließend ins Training einsteigen“, sagt er und hofft, mit der SG eine gute Rolle in der Landesliga zu spielen: „Am Anfang hatten wir ein paar Probleme, unsere Form zu finden. Aber dann sind wir vor dem zweiten Lockdown ganz gut reingekommen. Ich hoffe, dass es so im neuen Jahr dann weitergeht bei uns.“

Sein Trainer ist von dem einmonatigen Praktikum seines Schützlings in Südafrika sehr angetan. „Das ist für Justin eine tolle Geschichte. Ich freue mich sehr für ihn. Es war ihm wichtig, dass er bei uns dann von Anfang an wieder beim Training dabei sein wird. Er ist schon sehr fixiert auf Fußball“, meint David Schmidt und fügt hinzu: „Vielleicht lernt er noch ein paar neue Trainingsmethoden kennen, die wir bei uns einfließen lassen können.“

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