Julia Budde von der SG Hamm schießt in China

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Julia Budde

HAMM -  Einmal bei Olympia dabei sein, das ist der Traum eines jeden Sportlers. Julia Budde hat ihn sich erfüllt. Die 18-jährige Sportschützin der Schießgesellschaft Hamm startet bei den 2. Olympischen Jugend-Sommerspielen, die vom 16. bis 28. August in Nanjing stattfinden. Das große Abenteuer China beginnt für sie mit dem Abflug am heutigen Dienstag. Dann hebt die deutsche Mannschaft mit 83 Sportlern und 46 Betreuern in Frankfurt ab, um in China so oft wie möglich auf dem Siegerpodest zu landen.

Natürlich wünscht sich auch Budde eine Medaille. Aber die Schülerin, die in Lippstadt wohnt und in Erwitte zum Gymnasium geht, ist realistisch genug. Sie weiß, dass die Sportlerinnen aus China in der Disziplin mit dem Luftgewehr die großen Favoritinnen sind. „Ein Platz in den Top Ten, das wäre schon toll“, wagt die 18-Jährige eine vorsichtige Prognose.

„Konzentration ist wichtig. Gut mit Nervosität umgehen können und Ruhe bewahren“, das macht nach Einschätzung von Julia Budde eine gute Sportschützin aus. Insofern kann das Nachwuchstalent ganz entspannt nach China fliegen, denn mit der Qualifikation für die Olympischen Jugend-Spiele hat sie ihren ersten Volltreffer bereits gelandet.

Das war alles andere als einfach. Doch am Ende setzte sich die deutsche Mannschaftsmeisterin, die weder ein Sportinternat besucht noch zum Kader der Nationalmannschaft gehört, gegen die übermächtig scheinende Konkurrenz aus Bayern durch. Zur EM-Sichtung schleppte sich Budde mit einer schweren Grippe und erreichte dennoch den geforderten Rang fünf.

Beim anschließenden internationalen Wettkampf in Suhl zählte nur der Sieg, der mit dem Olympia-Ticket belohnt wurde. Zur Halbzeit lag die Gymnasiastin einen Ring zurück, doch mit ihrer unglaublichen Nervenstärke sicherte sie sich im Endspurt doch noch die begehrte Qualifikation. Entsprechend groß war der Jubel im Hause Budde.

Die Spiele in Nanjing werden am 16. August offiziell eröffnet, einen Tag später wird es ernst. 40 Konkurrentinnen aus 25 Ländern kämpfen mit dem Luftgewehr (40 Schuss auf eine Distanz von zehn Metern) um Gold, Silber und Bronze. Darüber hinaus gibt es einen Mixed-Wettbewerb, bei dem der jeweilige Partner zugelost wird. Julia Budde wurde in München bereits offiziell eingekleidet. Der weiß-schwarze Anzug mit dem offiziellen Olympia-Logo und dem Bundes-Adler steht ihr gut. Sie kann es kaum erwarten, möglichst viele internationale Sportler im Olympischen Dorf zu treffen, und sie freut sich auf Britta Heidemann. Die Olympiasiegerin im Degenfechten von 2008 begleitet die deutsche Mannschaft nach China.

Angefangen mit dem Schießsport hat Julia Budde vor sechs Jahren, als sie ihr Cousin „einfach mal mitgenommen hat“. Weil es Spaß macht, ist sie geblieben. Heute trifft man die Schülerin, die 2015 ihr Abitur anvisiert, zwei- bis dreimal in der Woche auf dem Schießstand in Lipperbruch, Hamm oder Dortmund. „Ich bin ein bisschen trainingsfaul“, grinst die 18-Jährige verschmitzt. Aber es hat gereicht, um sich für die Jugend-Sommerspiele zu qualifizieren.

Ein Traum ist damit für die Sportschützin der SG Hamm wahr geworden. Wenn in Nanjing der letzte Schuss gefallen ist, beginnt vielleicht der nächste: der von den Spielen 2016 in Rio. - lüt

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