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Jugendarbeit für die HammStars „eine echte Herausforderung“

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Von: Rainer Gudra

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Jascal Knörig aus dem eigenen Nachwuchs ist eine feste Größe im Hammer Regionalliga-Kader.
Jascal Knörig (rechts) aus dem eigenen Nachwuchs ist eine feste Größe im Hammer Regionalliga-Kader. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Die HammStars haben – wie andere Vereine und Abteilungen auch – unter der Corona-Pandemie und den von der Politik verhängten Lockdowns gelitten. Dennoch hat Holger Knörig, Leiter der Basketballer im TuS 59, Gutes zu berichten.

Hamm – Nicht nur, dass die erste Hammer Basketball-Mannschaft in ihrer ersten „richtigen“ Saison in der 1. Regionalliga Fuß gefasst hat; auch im Jugendbereich kommen die Verantwortlichen ihrem Ziel immer näher, mittelfristig vermehrt eigenen Nachwuchs für den leistungsorientierten Sport zu gewinnen.

Enormer Zulauf bei U10- und U12-Junioren

Gerade in den Altersklassen U10 und U12 sei der Zulauf dieser Tage enorm. „Bei der U10 hatten wir coronabedingt im vergangenen Sommer vielleicht noch drei oder vier Kinder, jetzt sind es 15 bis 20. Und auch im Bereich der U12 liegen wir inzwischen etwa bei 25“, freut sich Holger Knörig über den Zulauf. „Und in den U8-Junioren könnten wir auch schon eine Gruppe anbieten“, sagt Markus Schwennecker als Sportlicher Leiter. Weil über lange Zeit Arbeitsgemeinschaften in den Schulen nicht möglich waren, boten die HammStars in den Sommerferien einen Schnuppertag an. „Danach ist man uns die Bude eingelaufen“, berichtet er.

Knörigs Sohn Jascal ist im Augenblick der einzige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der regelmäßig in der semi-professionellen 1. Regionalliga West zum Einsatz kommt. „Er ist von mir eher zufällig in der zweiten Mannschaft entdeckt worden – und erst einmal mit seiner Körpergröße aufgefallen“, erinnert sich Ivan Rosic. „Aber er ist ein sehr fleißiger Spieler, der sich immer weiter verbessert. Obwohl wir in drei Jahren zweimal aufgestiegen sind, hat er die ganze Entwicklung mitgemacht, ist zu einer festen Größe geworden trotz seines jungen Alters und gehört sehr oft zur Starting Five.“

Rosic, der mit seiner Lizenz jeden Bundesligisten trainieren könnte, gehört zu den Förderern junger Hammer Talente wie zum Beispiel Mallick Turay oder Jonah Lehmann, die in dieser Spielzeit ebenfalls schon im Kader der Ersten gestanden haben.

Bestes Beispiel: Jascal Knörig

Für Jascal Knörig begann die Laufbahn „eher unspektakulär“, wie er sich erinnert. Der 2,05-Meter-Center spielte, wie die meisten Jungen, zunächst Fußball. Dies beim TuS Wiescherhöfen und in Herringen. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, habe dann Handball ausprobiert, habe beim Football zugeschaut – und bin dann mit elf Jahren zum Basketball gekommen.“ Das war beim TuS-Vorgänger SSV Hamm.

„Aller Anfang ist schwer“, erinnert er sich, ermuntert aber alle, sich davon nicht entmutigen zu lassen: „Ich bin auch durch stetes Training besser geworden. Hartnäckig an sich zu arbeiten, das zahlt sich aus“, sagt der heute 21-Jährige, der mit 17 Jahren das erste Seniorenspiel absolvierte. Er selbst trainiert inzwischen gemeinsam mit Tim Borutta die U14-Junioren des TuS 59. „Prinzipiell kann es in diesem Alter jeder schaffen“, sagt er. „Auf vier, fünf Spieler haben wir ein Auge.“ Dies auch mit Blick auf eine mögliche Förderung mit einem Zweitspielrecht für den UBC Münster in den Nachwuchs-Bundesligen.

Vor drei Jahren noch Landesliga gespielt

Auch wenn in den Altersklassen U16 und U18 zwei Teams am Spielbetrieb teilnehmen, wird es noch drei bis vier Jahre dauern, bis dies positive Wirkung auf die erste Mannschaft des TuS 59 haben wird. „Auch da hat uns Corona ausgebremst“, sagt Holger Knörig.

Sein Sohn ist mit der Rolle im aktuellen Kader mehr als zufrieden: „Ich habe vor drei Jahren noch Landesliga gespielt, jetzt bin ich Rollenspieler in der 1. Regionalliga mit 15 bis 20 Minuten Einsatzzeit“, sagt Jascal Knörig. Das soll nicht das Ende sein. „Pro B ist sicherlich ein Ziel, und ich blicke schon auch noch in Richtung Pro A.“

Und auch Ivan Rosic meint: „Er ist bei weitem in seiner Entwicklung noch nicht am Ende. Wir werden mit ihm in der Zukunft noch viel Spaß haben.“ Denn an einen neuen Verein denkt der künftige Student der Wirtschaftspsychologie nicht: „Ein Wechsel ist aktuell keine Option.“ Denn auch Hamm sei unter bestimmten Voraussetzungen ein Standort für die 2. Bundesliga.

Kompetente Trainer und mehr Hallenzeiten

Im Nachwuchsbereich sei es dank der jüngsten Entwicklung „eine echte Herausforderung, was das Beschaffen von kompetenten Trainern und zusätzlichen Hallenzeiten angeht“, sagt der Abteilungsleiter. „Das wird ein Schwerpunkt in unserer Arbeit sein.“ Ebenso der Ausbau der Kooperation mit dem Märkischen Gymnasium und der Neuaufbau von Grundschul-AGs. Bleibt die Hoffnung, dass Corona diese Bemühungen nicht erneut ausbremst. Holger Knörig: „Vor einem Jahr war das eine Katastrophe für uns. Jetzt sind wir erst einmal froh, dass die Hallen offen sind.“

Neuer Perspektivspieler aus Soest

Derweil haben die HammStars einen Perspektivspieler verpflichtet. Der 18-jährige Guard Jacob Öczan kommt vom Zweit-Regionalligisten BC 70 Soest, spielte für Paderborn und Münster in den Nachwuchs-Bundesligen und soll nun beim Erst-Regionalligisten an höhere Aufgaben herangeführt werden. Öczan sucht nach einer Verletzungspause wieder Anschluss und wird daher in dieser Saison zunächst fest in der Reserve der HammStars – aktuell Tabellenzweite in der Landesliga – spielen. Der Student ist aber unbegrenzt auch in der ersten Mannschaft einsetzbar. „Die ersten Einheiten haben mir gezeigt, dass er Potenzial hat und es sich auf jeden Fall für beide Seiten lohnen wird“, sagt Trainer Ivan Rosic.

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