Verletzung kostet Joscha Ritterbach den EM-Titel

+
Joscha Ritterbach

HAMM -  In diesem Regen aus goldenen und roten Glitzerschnipseln hätte Joscha Ritterbach auch stehen können – wenn nur diese böse Verletzung kurz vor der Abreise zum Turnier nach Österreich nicht gewesen wäre. Der Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen gehörte zum Kader des Teams von Trainer Markus Baur, das den U 20-Europameistertitel gewonnen hat.

Doch statt nach dem 26:24-Finalerfolg über Schweden mit den Kollegen Linz unsicher zu machen, saß der 20-Jährige in Hamm und schwitzte für sein Comeback, das er sich für den Zweitliga-Auftakt beim TV Emsdetten fest vorgenommen hat. „Ich bin natürlich enttäuscht und wäre am liebsten dabei gewesen“, sagt Ritterbach. „Ich wusste von vorneherein, dass wir eine starke Mannschaft haben. Aber ich freue mich sehr für die Jungs.“

Beim Vorbereitungsturnier in Dänemark hatte sich Ritterbach einen Haarriss in der Ferse zugezogen, die Absage für das Turnier folgte – einen Tag, bevor die Kollegen nach Österreich abreisten. Ein wenig darf er sich daher selbst auch als Europameister fühlen. Zumal: „Ich hatte jeden Tag Kontakt zur Mannschaft“, sagt er. „Ich habe vorher immer die Kabinenansprache gehalten, das auch beim Time-Out gemacht. Deshalb habe ich den Jungs jetzt vor den Spielen immer ein Sprachmemo geschickt, das sie sich angehört haben.“

Das Thema Nationalmannschaft soll für Ritterbach noch nicht zu Ende sein. Doch ehe er an weitere Nominierungen für das Juniorenteam denken kann, muss er sich erst einmal bei seinem neuen Verein zurechtfinden – und durchsetzen. Zwar hat er das Glück, dass er nach dem Weggang von Andreas Simon nicht in Konkurrenz zu einem gestandenen Leistungsträger des Teams treten muss, doch mit Fabian Huesmann und dem mit ihm gemeinsam vom TBV Lemgo zum ASV gewechselten David Wienczek sind zwei Akteure im Kader, die ebenfalls auf Linksaußen spielen können. „Mein persönliches Ziel ist es, einen festen Platz zu kriegen und den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu machen“, sagt Ritterbach. „Das fängt an mit der ersten eigenen Wohnung und beinhaltet, auch auf dem Spielfeld mehr Verantwortung zu übernehmen.“ An Toren will er sich dabei jedoch nicht messen lassen. „Manchmal macht man auch ein gutes Spiel, wenn man nur ein Tor wirft, aber acht vorbereitet. Und wenn es nur ein Tor ist und wir gewinnen mit einem, dann ist das eben so.“

Die eigene Wohnung hat er bezogen – in Dolberg. „Da hat es mir gut gefallen, und es ist nicht so weit zur Halle“, sagt der Rechtshänder, dem auch sein neuer Coach schon ein wenig vertraut ist, „weil sein Bruder Mike früher in Lengerich meinen Vater trainiert hat“ - güna

Den kompletten Artikel lesen Sie in der WA-Printausgabe.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare