Joscha Ritterbach stolz auf WM-Bronze in Brasilien

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Riesengroß war der Jubel bei Ritterbach (Nummer 3), als das Spiel um Platz drei bei der WM gewonnen war.

Hamm - Dieses Spiel wird Joscha Ritterbach so schnell nicht vergessen. Wie ein Gummiball hüpfte der Linksaußen des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen durch die Arena Sabiazinho in Uberlandia, als ihm und der deutschen Junioren-Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der WM in Brasilien nicht mehr zu nehmen war.

Müde und abgekämpft sah der 21-Jährige aus, als er jetzt von Jetlag und Reisestrapazen gezeichnet wieder zum Dienst bei seinem Verein antrat. Doch als die Erinnerung an diese irren 80 Minuten des 35:34 (12:13; 23:23; 29:29)-Erfolgs über Ägypten wiederkamen, da funkelten seine Augen vor Freude und Stolz. „Das war ja kein normales Spiel“, sagt Ritterbach, dessen Siebenmetertreffer das deutsche Team in die erste und dann auch in die zweite Verlängerung gerettet hatten. „Das war nichts, wo du sagen kannst, das hast du schon mal erlebt. Das war ein Abschluss mit Würde und umso überwältigender, dass wir in letzter Sekunde das Tor machen. Einfach nur pure Freude. Der Wahnsinn“, berichtet er.

Nach drei problemlosen Gruppensiegen folgte dann der erste emotionale Höhepunkt der Titelkämpfe: volles Haus im Spiel gegen den Gastgeber: „Das war mit eine der größten Erfahrungen mit diesen 6000 verrücken Brasilianern in der Halle. Da hattest du schon das Gefühl, dass die mit zwei Leuten mehr auf dem Feld stehen“, ist Ritterbach noch immer beeindruckt vom 29:29 gegen Brasilien.

Wieder bereit für seine Arbeit beim ASV Hamm-Westfalen: Joscha Ritterbach.

Weniger positiv wird der ASVer das Halbfinale in Erinnerung behalten. Die 26:28-Niederlage gegen die Dänen schmerzte, bedeutete sie doch das Ende des WM-Traums. „Das war extrem bitter, weil wir unsere Leistung nicht ansatzweise abgerufen haben“, zeigt sich der Linksaußen selbstkritisch. „Nachher saßen wir alle mit gesenkten Köpfen in der Kabine. Aber wir hatten noch am Abend eine Besprechung, haben Video geguckt für den Tag danach. Das war natürlich schwer, wenn man zwei Stunden davor die Chance verloren hat, um den Weltmeistertitel zu spielen. Aber es sollte ja nicht umsonst gewesen sein. Und als das Spiel um Platz drei losging, war das alles vergessen.“

So wie er rundherum alles vergaß, als er in den entscheidenden Situationen zum Siebenmeterstrich marschierte. „Ich habe mich da vielleicht noch einmal neu kennengelernt“, sagt er. „ Das war ganz anders. Ich war total im Tunnel, habe das nicht so richtig wahrgenommen, habe es einfach gemacht.“ Der Rest war fallen lassen, gucken, wie der Torwart reagiert, werfen und jubeln.

Was dem Hammer bleibt, sind Platz drei und die zahlreiche Erinnerung an Land und Leute; an das Wetter und auch an die Fans, wenn Brasilien gespielt hat.

Die angedachte Pause nach seiner Rückkehr blieb jedoch aus. ASV-Coach Niels Pfannenschmidt beorderte Ritterbach aufgrund von personellen Problemen gleich wieder in den Kader für das Testspiel in Wetzlar. „Der Trainer sagt, was gemacht wird“, hat der Linksaußen damit kein Problem. „Ich muss ja noch einiges nachholen. Wir haben ein neues Spielsystem. Aber ich denke, das geht fix, weil ich die Jungs auch kenne und mich im Vorfeld mit Pfanne unterhalten hab.“ Vom Kopf her sei er zwar noch „ein bisschen schlapp. Das kann man nicht anders sagen nach so einem Turnier. Aber mir macht es ja immer noch Spaß.“

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