Jonas Ems will noch auf den Olympia-Zug aufspringen

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Jonas Ems nimmt trotz Rückschläge die Olympiasaison in Angriff. 

Hamm - Das vergangene Jahr lief für Jonas Ems sportlich lediglich „suboptimal“. Nach zwölf Jahren der kontinuierlichen Nationalmannschaftszugehörigkeit und zahlreichen WM-Teilnahmen verpasste der Hammer die Qualifikation für das Nationalteam sowie die Weltmeisterschaft – und fand sich zudem anschließend auch nicht mehr in einem Bundeskader wieder. Eine ungewohnte und auch bittere Erfahrung.

„Aber es lief einfach nicht rund, und meine Leistung war auch nicht ausreichend, das muss ich rückblickend sagen“, schätzt der 29-Jährige das Jahr 2015 realistisch ein.

Für viele wäre dies nun sicher ein Zeitpunkt, eine Grundsatzentscheidung zu fällen in Richtung Karriereende. Nicht so aber für Jonas Ems. Auch er machte sich seine Gedanken – und beschloss, weiter zu machen und wieder voll anzugreifen. „Für mich war schnell klar, dass ich es besser kann. Aufhören stand für mich nicht zur Debatte. Dieser aktuelle Olympiazyklus war von Anfang an mein Ziel, somit auch die Olympiasaison in Angriff zu nehmen. Es war schnell klar, dass ich weitermachen werde.“

Dennoch analysierte er seine Leistungen. Mit dem ergebnis, dass er Umstellungen und Veränderungen im Training vorgenommen hat. Neue Anreize wurden gesetzt in Richtung längere Strecken und Stehvermögen, verbunden auch mit einem Trainerwechsel am Essener Bundesstützpunkt.

Wenige Wochen vor Beginn der aktuellen Wettkampfsaison liegen schon zwei Warmwassertrainingslager mit der KG Essen in Florida hinter Jonas Ems – viele Paddelkilometer müssen um diese Jahreszeit einfach sein. Im direkten Vorfeld der anstehenden ersten nationalen Sichtung Anfang April in Duisburg hat sich Ems aber entschieden, kein weiteres Trainingslager in warmen Gefilden – im Gegensatz zu den anderen Nationalmannschaftsmitglieder – zu absolvieren, sondern am kombinierten Bundesstützpunkt Essen/Duisburg zu bleiben, um unter den heimischen Gegebenheiten zu trainieren, die er auch Anfang April antreffen wird. „Denn bei der ersten nationalen Sichtung geht es schon ans Eingemachte“, sagt er. Und so „schrubbt“ er derzeit in Essen derzeit für gut zweieinhalb Wochen mehrmals täglich auf dem Baldeneysee Wasserkilometer und verbringt Stunden im Kraftraum. „Gut, dass ich mit der Feuerwehr Essen einen tollen Arbeitgeber habe, der mir dies ermöglicht“, so Ems.

Die Chance, tatsächlich noch auf den Olympiazug nach Rio aufspringen zu können, ist schon gering. Das sieht auch der Hammer so. Denn mehr als kompliziert sind die Olympia-Qualifikationskriterien im Kanurennsport. Da der 1 000-m-Herren-Vierer bei der WM 2015 die Quoten verpasst hat, können in Rio de Janeiro maximal sechs Kajakherren über 1 000 m und 200 m an den Start gehen. Fünf Personen-Plätze sind derzeit gesichert. Vakant ist derzeit noch der Quotenplatz im 200--m-Einer. Und den gilt es in Angriff zu nehmen für Jonas Ems. „Das ist theoretisch möglich. Und das ist die Motivation. Wenn ich die nicht hätte, wäre ich definitiv im Sport am falschen Platz“, stellt er klar.

Die noch vakanten Quotenplätze für Olympia werden nun im Mai beim Weltcup in Duisburg ausgefahren. Und wer dann dort für den Deutschen Kanu-Verband ins Rennen geschickt wird, entscheidet sich bei den beiden nationalen Sichtungen am 9./10. und 29./30.April. Dort vorne zu sein, ist die Voraussetzung, den Traum von einer Olympiateilnahme in Brasilien weiter zu träumen – auch für Jonas Ems. uf

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