Fußball

Jonas Westmeyer ist der neue Schlüsselspieler bei der SG Bockum-Hövel

Reißt das Spiel der SG Bockum-Hövel an sich und ist extrem torgefährlich: Jonas Westmeyer.
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Reißt das Spiel der SG Bockum-Hövel an sich und ist extrem torgefährlich: Jonas Westmeyer.

Mittlerweile weiß Jonas Westmeyer, dass er sich Mitte Juni genau richtig entschieden hat, als er seine Zusage gab, in der neuen Spielzeit für den Fußball-Landesligisten SG Bockum-Hövel aufzulaufen.

Hamm - „Ich wollte eigentlich höherklassig spielen. Aber in Bockum-Hövel ist alles super. Das Vereinsleben ist top, unser Trainer David Schmidt ist klasse, und die Mannschaft hat eine tollen Charakter”, sagt der 23-Jährige, der nach seiner Rückkehr aus den USA eigentlich ganz andere Pläne gehabt hatte, als für das Team aus dem Hammer Norden im Mittelfeld aufzulaufen.

Das Fußballspielen hatte er bei der SpVg Beckum erlernt, von wo aus er im Alter von 13 Jahren zu Borussia Dortmund gewechselt war. Dort trainierte er unter anderen unter der Regie von Bundesliga-Coach Hannes Wolf sowie Edin Terzic, dem derzeitigen Co-Trainer von Lucien Favre, und traf in der B-Junioren-Bundesliga auf Gegenspieler wie Leroy Sané, Mahmoud Dahoud, Jonathan Tah oder Julian Brandt. In der A-Jugend lief er dann für Preußen Münster und Arminia Bielefeld auf, ehe es ihn zurück in die Heimat zog, wo er sich im Seniorenbreich dem damals sehr ambitioniert agierenden SC Roland Beckum anschloss.

Dort merkte er aber recht schnell, dass Fußball und das gleichzeitige Studium in Münster mit den Fächern Ökonomie und Kommunikationswissenschaften nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen sind. „Es gab mal einen Dienstagabend, an dem wir ein Pokalspiel hatten, ich aber gleichzeitig eine Klausur schreiben musste. Das Spiel habe ich dann abgesagt”, erinnert er sich. 

Daher nahm er 2018 nur zu gerne die Möglichkeit wahr, nach West Virginia in die USA zu ziehen und an der Marshall University zu studieren sowie für das Team Marshall Thundering Herd Fußball zu spielen. „Zum einen hat mich die akademische Ausbildung dort gereizt, zum anderen aber auch die Möglichkeit, dass da alles super organisiert ist und es zwischen Studium und Sport keine Überschneidungen gibt”, sagt er. „Und es sieht in einer Vita natürlich auch gut aus, wenn man im Ausland war, gut Englisch gelernt hat und schon früh auf eigenen Beinen stehen musste.”

Westmeyer stellte sich verschiedenen Klubs vor

Als er Anfang des Jahres seine Rückkehr nach Deutschland plante, war der SC Roland für ihn die erste Anlaufstation. Doch als die Beckumer im Frühjahr verkündeten, ihre Mannschaft zum Saisonende zurückzuziehen, machte sich Westmeyer auf die Suche nach einem neuen Klub. „Ich habe mich bei verschiedenen Vereinen vorgestellt, da ich ja nach den zwei Jahren in den USA hier nicht mehr so präsent war”, berichtet er und unterschrieb dann einen Kontrakt beim SV Spexard. Als die Ostwestfalen aber recht kurzfristig ihr Team ebenfalls aus der Westfalenliga abmeldeten, stand der 23-Jährige Anfang Juni plötzlich ohne Verein da. „Ich hatte auch mal kurz Kontakt mit Westfalia Rhynern. Aber alle Oberligisten und Westfalenligisten hatte ihre Kader schon voll oder konnten aus Geldmangel, bedingt durch Corona, nicht noch einen weiteren Platz im Aufgebot einrichten”, sagt Westmeyer.

Da aber zwischenzeitlich immer mal wieder die SG und Maik Rieping, ein Freund seit Kinderzeiten und seit eineinhalb Jahren Spieler in Bockum-Hövel, bei ihm angefragt hatten, gab er den Verantwortlichen aus dem Adolf-Brühl-Stadion die Zusage. „Ich hatte sechs, sieben Mal mit David telefoniert. Er ist ein super Typ, und wir sind dann schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen”, meint Westmeyer, der sich innerhalb kürzester Zeit bei seinem neuen Verein bestens eingefunden hat – und bereits wiederholt gezeigt hat, über welch großes fußballerisches Potenzial er verfügt. „Wir haben geile Zocker im Team und verfügen im Spiel nach vorne über viel Tempo. Und der Fußball, der hier in Bockum-Hövel gespielt wird, passt zu mir. Ich bekomme keinen steifen Nacken, weil die Bälle über uns Mittelfeldspieler weit nach vorne geschlagen werden, sondern wir haben einen guten Spielaufbau mit Ballstafetten”, lobt er die Spielphilosophie von Schmidt.

Trainer einer Jugendmannschaft des SV Lippstadt

Hinzu kommt, dass er neben seinem Job – er ist mittlerweile bei der Agentur Scholarbook GmbH angestellt, die ihm vor zweieinhalb den Wechsel in die USA ermöglicht hat – und seinem sportlichen Engagement in Bockum-Hövel auch noch die U14 des SV Lippstadt 08 trainiert. „Das alles ist ein hoher Aufwand. Aber mit meinem Fußballspielen in Bockum-Hövel lässt sich das optimal koordinieren“, sagt er und genießt das Kicken mit seinen neuen Teamkollegen. So gehörte er bei den drei Testspielen gegen den VfL Kamen, den VfL Mark und die Hammer SpVg jedes Mal zu den Torschützen.

SG-Trainer David Schmidt ist jedenfalls sehr froh, dass der Zufall und sein emsiges Werben um Westmeyer geholfen haben, dass der 23-Jährige in der kommenden Spielzeit für den Aufsteiger aus Bockum-Hövel auflaufen wird. „Natürlich hatten wir auch ein bisschen Glück, dass die Kader bei den Westfalen- und Oberligisten schon alle voll waren. Wir freuen uns jetzt einfach, dass er bei uns ist“, sagt der Coach. „Jonas ist ein cooler Typ, der mit seinen 23 Jahren auf und neben dem Platz schon viel Verantwortung übernimmt. Er reißt das Spiel an sich, setzt die Leute in der Offensive toll in Szene, weil er einen starken finalen Pass spielt, und ist selbst torgefährlich, Er ist ein Schlüsselspieler bei uns und bringt ordentlich Qualität mit.“

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