Fußball

Jonas Große-Allermann: In Wiescherhöfen im Eiltempo in die Verantwortung

Auf der Sechs und mit der Kapitänsbinde: Jonas Große-Allermann, Neuzugang des TuS Wiescherhöfen.
+
Mroß

Jonas Große-Allermann ist von der Kreisliga A in die Landesliga gewechselt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Neuzugang beim TuS Wiescherhöfen eine wichtige Rolle spielen kann.

Hamm - Thorsten Heinze hatte ihn erst gar nicht so richtig auf dem Schirm. Doch schon nach wenigen Trainingseinheiten hatte der Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Wiescherhöfen eine ganz andere Meinung über den vom A-Kreisligisten Hammer SC an die Wielandstraße gewechselten Jonas Große-Allermann – und war sichtlich beeindruckt von seinem Neuzugang. 

„Er hat ja nie höherklassig gespielt, daher konnte ich ihn gar nicht einschätzen. Aber er hat mich im Eiltempo überzeugt“, sagt der Coach über seinen defensiven Mittelfeldspieler, der auch gleich im ersten Testspiel gegen den BV Lünen 05 als Kapitän auflaufen durfte.

Auch Lohauserholz hatte Interesse

Die ersten Gespräche im Frühjahr hatte der schnell wieder entlassene Heinze-Vorgänger Sebastian Wessel mit Große-Allermann geführt und dem umworbenen Akteur einen Wechsel in den Hammer Westen schmackhaft gemacht. Auch der TuS Germania Lohauserholz hatte um Große-Allermann gebuhlt, dieser entschied sich aber für den klassenhöheren TuS. „Mich hat es gereizt, noch einen Schritt mehr zu machen. Und wenn man als Fußballer den nötigen Ehrgeiz hat, dann will man eben so hoch spielen wie es geht“, erklärt er die Gründe, warum er die gewohnte Umgebung im Pilsholz nach 15 Jahren verlassen hatte und nun in einem neuen Umfeld sein Glück versucht.

Bislang hat Große-Allermann, der in Ahlen als Betriebselektroniker arbeitet, seinen Wechsel nicht bereut. „Vom Vorstand über den Trainer bis hin zur Mannschaft, alle haben mich super aufgenommen. Ich bin hoch zufrieden“, schwärmt der 23-Jährige, der von Heinze schnell umfunktioniert worden war. Beim HSC war er meist auf den Außenpositionen zum Einsatz gekommen. Jetzt soll er in Wiescherhöfen als Sechser fungieren. „Da habe ich vorher noch nie gespielt. Aber diese Rolle gefällt mir. Da hat man das Spiel vor sich“, sagt er.

Große-Allermann ist ein Leadertyp

Vor allem kann er dort seine enorme Kampfkraft und seinen großen Willen einbringen. Denn genau diese Eigenschaften schätzt sein neuer Trainer an ihm. „Er ist ein absoluter Kämpfertyp, der vorneweg geht, der nie aufgibt, der Verantwortung übernimmt und der andere mitzieht. Er ist ein Leadertyp“, lobt Heinze den 23-Jährigen.

Daher hatte er ihm gegen Lünen auch die Kapitänsbinde gegeben. Allerdings sollen bis zum Saisonstart auch noch andere Akteure das Team auf das Feld führen, so wie am Sonntag beim 3:2-Sieg gegen den VfB Lünen Jannis Ritter. „Ich werde mal einige Kandidaten testen und schaue dann, was sie daraus machen. Bei dem einen kitzelt die Binde noch ein paar Prozent mehr heraus, den anderen kann es auch hemmen, weil die Verantwortung zu groß ist. Kurz bevor es dann losgeht, werden wir uns festlegen“, erklärt Heinze – und fügt hinzu: „Jonas ist aber definitiv einer der möglichen Kandidaten.“

Neben seiner großen Einsatzbereitschaft schätzt Heinze an Große-Allermann die Tatsache, „dass er weiß, wovon ich als Trainer rede.“ Denn der 23-Jährige ist selbst als Coach tätig, er kümmert sich beim HSC weiter um die B2-Junioren. Daher ist ihm der Wechsel aus dem Hammer Süden in den Hammer Westen auch nicht allzu schwer gefallen. Denn er weilt weiter oft am Sportplatz am Pilsholz und trifft Freunde und Bekannte. „Natürlich hätten die es beim HSC gerne gesehen, wenn ich weiter in der Ersten gespielt hätte. Aber sie haben mir beim Wechsel keine Steine in den Weg gelegt“, sagt er. „Ich bin ja auch nicht weggegangen, weil ich Ärger mit dem Trainer oder welchen aus der Mannschaft hatte, sondern weil es mich einfach gereizt hat, höher zu spielen.“

Auf drei Hochzeiten

Und so ist er in seinem Auto nun deutlich öfter unterwegs als früher, pendelt von seinem Zuhause in Berge zwischen seiner Arbeitsstelle in Ahlen, seinen B-Junioren am Pilsholz und seiner neuen Mannschaft in Wiescherhöfen. „Ich tanze ja jetzt auf drei Hochzeiten. Das ist derzeit während der Vorbereitung noch etwas stressig. Aber das wird sich ja euch wieder legen und einpendeln“, sagt er und hofft darauf, dass er in der kommenden Spielzeit mit seiner Jugendmannschaft und mit dem TuS erfolgreich Fußball spielen wird. „Noch müssen wir uns in Wiescherhöfen finden, noch passt nicht alles zusammen. Aber das werden wir schon hinbekommen”, sagt er. Ob er dann das Team von der Wielandstraße als Kapitän anführen wird, ist ihm letztlich egal: „Da schauen wir mal. Für mich war es einfach ein schönes Gefühl, dass man mir so schnell schon so viel Vertrauen geschenkt hat. Aber ich würde mich schon freuen, wenn ich dieses Amt übernehmen darf.” Thorsten Heinze wird ihn jedenfalls auf dem Schirm haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare