Profi-Start in Deutschland

ASV-Neuzugang Stavast schwärmt vom neuen Arbeitgeber

+
Neuzugang Ivar Stavast startet voller Tatendrang in die ASV-Saison.

Für Ivar Stavast ist der ASV Hamm-Westfalen die erste Station im Ausland. Der 21-jährige Niederländer wechselt voller Tatendrang in die 2. Handball-Bundesliga, möchte in Hamm vom Trainer und den neuen Teamkollegen viel lernen – und möglichst erfolgreich sein.

Hamm – Wer im Internet den Namen Ivar Stavast googelt, kommt schnell auf die Fernsehsendung „2 tegen 20“. Bei diesem bekannten niederländischen Format durfte der Niederländer vor einem guten Jahr gemeinsam mit seinem damaligen Teamkollegen Ivo Steins von den Limburg Lions ein Handballspiel gegen 20 Nachwuchsspieler austragen. 

„Das Programm ist seit 20, 30 Jahren im Fernsehen, und als ich sechs war, habe ich das regelmäßig gesehen. Und dann kriege ich einen Anruf, ob ich Lust hätte, da mitzumachen“, erinnert sich der Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen, der mit viel Spaß bei der Sache war. 

Stavast wird vom Halb- zum Vollprofi

„Mit zwei Spielern gegen 20 Zehnjährige – das war unglaublich schwer. Zumal wir in der zweiten Halbzeit mit Koch-Handschuhen spielen mussten und bei den Kindern ein großes, aufblasbares Tier im Tor stand, so dass nur Platz in den Ecken war – wir haben verloren, und ich war richtig k.o. nach den 20 Minuten.“ 

So wird es ihm während der Vorbereitung beim ASV wohl noch öfter gehen. Denn die Umstellung vom Halb- zum Vollprofi wird den 21-Jährigen erst einmal viel Schweiß kosten. „In Holland müssen wir arbeiten oder zur Schule gehen. Wir trainieren viermal mit dem Ball und ein oder zweimal Kraft. Da ist die Intensität aber nicht so hoch wie hier“, sagt er. 

Erfahrung aus der Jugendnationalmannschaft

„Wir gehen morgens einmal trainieren, dann in die Schule oder arbeiten bis vier oder fünf. Und dann müssen wir noch einmal trainieren. Dann ist jeder ein bisschen müde, und es ist sehr schwer, das Niveau zu halten. Hier schlafen viele mittags. Aber das ist der Grund, warum ich hergekommen bin – um auf höherem Niveau zu trainieren und zu spielen und mich zu entwickeln.“ 

Dass er in Hamm vornehmlich für den linken Rückraum geplant ist, weiß Stavast, der seit seiner Jugend bei den Limburg Lions spielt und schon seit vielen Jahren für die Jugend-Nationalmannschaften seines Landes nominiert wurde. 

Stavast ist auf zwei Positionen einsetzbar

„Bei den Lions habe ich auf Rückraum Mitte gespielt, aber in der Jugendnationalmannschaft auf links“, sagt er. „In Hamm probiere ich, beide Positionen in diesem Jahr weiter zu entwickeln. Im ersten Jahr werde ich meistens links spielen, so ist es mit Kay abgesprochen. Und dann probiere ich es auf beiden Positionen.“ 

Dass die Konkurrenz groß ist und er sich zunächst hinten einreihen muss, weiß der 21-Jährige, der schon vier A-Länderspiele bestritten hat und zum erweiterten Kreis des A-Teams seines Landes gehört. Sowohl auf Rückraum-Mitte, wo es an Merten Krings und Sören Südmeier wohl kein Vorbeikommen geben wird, als auch auf Halblinks, wo Oli Milde und Markus Fuchs Ansprüche erheben werden. 

Stavast: Teamplayer in großem Konkurrenzkampf

„Ich denke, ich kann viel lernen von den anderen Jungs und von Kay. Und dann sehen wir, was die Saison bringt“, lässt er die Dinge auf sich zukommen. „Markus und Oli sind Akteure, die schießen wollen. Und ich bin eher ein spielerischer linker Rückraum. Ich stehe für das Eins-gegen-Eins, Zwei-gegen-Zwei, das Spiel mit dem Kreisläufer. Dazu möchte ich in diesem Jahr probieren, meinen Schuss von neun Metern zu entwickeln.“ 

Ansonsten sieht sich Stavast eher als Teamplayer, der „lieber einen Assist als ein Tor“ macht. „Klar sind Tore schön, aber wenn man einen Mitspieler frei spielt, ist das auch ein gutes Gefühl.“ 

Erster Muskelkater ließ nicht lange auf sich warten

In den vergangenen Wochen hat der Niederländer bereits einen individuellen Trainingsplan von ASV-Athletiktrainer Thomas Isdepski erhalten, um von seinen körperlichen Voraussetzungen ein wenig näher an das Teamniveau heranzurücken. 

Ein wenig Muskelkater hat ihm das beschert – aber auch ein gutes Gefühl zum Einstieg in die Vorbereitung, in der ihn zwar viel Training erwartet, doch das kennt er zumindest aus der holländischen Vorbereitung, „In den Ferien bis August haben wir da auch zweimal am Tag trainiert“, sagt Stavast, der in den vergangenen Wochen viel gelaufen ist. „Ich hoffe, ich bin gut vorbereitet durch das Programm, das ich bekommen habe.“ 

Anfängliche Sprachbarriere für den Niederländer

Dass er sich für den ASV als erste Station im Profibereich entschieden hat, liegt auch daran, dass „Hamm eine gute Vision und viele jüngere Leute in der Gruppe hat, viel Potenzial“, sagt er. „Ich glaube, das ist ein guter Klub für mich, um ein besserer Spieler zu werden. Ich habe einen guten Trainer und gute Mitspieler.“ 

Neben seinen handballerischen Qualitäten möchte Stavast auch seine Deutschkenntnisse verbessern. Denn „hier sprechen natürlich alle untereinander deutsch. Da ist es manchmal schwer für mich, alles zu verstehen“, sagt er. Und auch beim Fußball sieht der Rechtshänder noch Nachholbedarf – beim Alt gegen Jung. „Die Deutschen sind ein bisschen besser im Fußball als die Niederländer – wir haben mit jung nicht so gut gespielt“, sagt er lachend. „Aber wir haben viele neue Leute im Team jung, vielleicht schaffen wir in der Saison noch einen Sieg. Beim ersten Mal war der Unterschied noch groß.“ 

Stavast strebt mit dem ASV die Erstklassigkeit an

Was auch für den zwischen der 2. Bundesliga und der niederländischen BeNe-League zutrifft. „Ich denke, die ersten zehn hier haben höheres Niveau als die in Holland. Wir haben mit Limburg gegen Dormagen und die Rhein Vikings gespielt. Das war ein Niveau – aber Hamm hat die Vision, in die erste Bundesliga zu gehen. Und ich will gerne mit dem Verein diesen letzten Schritt machen.“ 

Was ähnlich schwierig werden dürfte, wie ein Handballspiel mit Topflappen gegen 20 Kinder. Auch wenn nur 17 andere Vereine den ASV in der kommenden Saison jagen werden.

Lesen Sie auch:

ASV Hamm-Westfalen zeigt gleich gute Ansätze

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare