SKG Herringen verliert DM-Finale nach Penalty-Krimi

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Freud und Leid: Iserlohns Jorge Fonseca (links) jubelt, Herringens Kapitän Lucas Karschau ist frustriert.

Hamm - Als die Spieler der ERG Iserlohn im goldenen Konfettiregen vor den mitgereisten Fans die Trophäe in die Höhe reckten, verfolgten die Akteure des SK Germania Herringen das Treiben aus wenigen Metern Entfernung. Mit der Silbermedaille um den Hals. Und mit leeren Blicken.

„Das“, sagte der SKG-Vorsitzende Michael Brandt, „müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen.“ Denn eine Woche nach der Niederlage im Rollhockey-Pokalfinale gegen Cronenberg stand der der Double-Gewinner des Vorjahres im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft abermals als Verlierer da.

Am Ende einer dramatischen und hochklassigen Finalserie hatten die Iserlohner hauchdünn die Nase vorne. Nachdem die Herringer durch den knappen, aber verdienten 1:0 (0:0)-Sieg daheim im zweiten Endspiel am Samstag die 5:6-Niederlage vom ersten Duell vor zwei Wochen im Sauerland wettgemacht hatten, blieb den Germanen am Sonntag im Penaltyschießen der entscheidenden dritten Auseinandersetzung vor 600 Zuschauern in der Glückauf-Halle das Happy End verwehrt.

Mit 2:1 gewann die ERG den Shootout, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 4:4 (2:2) gestanden hatte. „Dieses Spiel hätte zwei Gewinner verdient gehabt“, konstatierte Brandt, und sein Stellvertreter Norbert Hages ergänzte: „Beide Teams haben einen geilen Job gemacht. Der Glücklichere hat gewonnen.“

Dabei schien der „Pott“ öfter greifbar nahe. Viermal lagen die Herringer in Führung, viermal antworteten die Sauerländer. Den Anfang machte Liam Hages, der aus kurzer Distanz nach einem Pass von Kevin Karschau zum 1:0 traf (9.). Eine Kombination dieser beiden hatte bereits die temporeiche und nervenaufreibende Begegnung am Samstag entschieden.

Da war Hages mit einem verdeckten Schuss aus der Drehung der goldene Treffer gelungen (37.). Einen Tag später reichte sein Tor aber nicht, um den westfälischen Rivalen in die Knie zu zwingen. Die Iserlohner, denen am Samstag im Aufbau das Fehlen ihres da noch gesperrten Spielmachers Andre Costa anzumerken war, drückten in einem Duell mit offenem Visier aufs Gas, hatten aber Glück, dass die Herringer ihre Strafstoß-Misere fortsetzten.

Am Samstag hatten sie drei Penaltys und einen „Direkten“ vergeben, im dritten Finale ließ Lucas Karschau eine solche Chance nach Blauer Karte gegen Jorge Fonseca ungenutzt (12.). So glichen die Gäste durch den Distanzschuss des nicht konsequent gestörten Sergio Pereira aus (15.). Und auch durch das 2:1 von Hages, der ein Zuspiel von Lucas Karschau in den Winkel spitzelte (19.), ließ sich die ERG nicht beirren. Costa war nach einer Einzelaktion erfolgreich (21.).

Es blieb ein enorm temporeiches Duell auf des Messers Schneide. Das 3:2 (29.) durch Robin Schulz’ Schuss aus kurzer Distanz hatte sieben Minuten Bestand. Dann war Fonseca per Abstauber zur Stelle, nachdem SKG-Schlussmann Maurice Michler einen Versuch von Kai Milewski nach vorne hatte abprallen lassen (36.). Als Schulz nach dem zehnten Iserlohner Teamfoul per Direktem zum 4:3 traf (37.), schienen die Herringer abermals den Punch gesetzt zu haben.

Doch in der Folge verloren die Gastgeber ein wenig die Ruhe – und damit den Ball zu oft zu schnell. Nach einer Großchance für Hages (42.) war es somit letztlich der erneute Ausgleichstreffer durch den verdeckten Schuss von Nunez, der das Finale auf seinen dramatischen Höhepunkt zusteuern ließ (45.).

Zumal beide Teams in der Verlängerung das letzte Risiko scheuten. Das entscheidende Golden Goal hatte Costa allerdings auf dem Schläger. Doch sein „Direkter“ nach der Blauen Karte gegen Hages landete am Pfosten (54.). Im Penaltyschießen machte der Portugiese es besser: Er war zwar neben dem Ex-Herringer Sebastian Glowka der einzige Iserlohner, der traf. Doch das reichte, weil von den fünf Herringer Schützen nur Stefan Gürtler seinen Ball versenkte. „Das Glückspendel ist Richtung Iserlohn ausgeschlagen. Das muss man sportlich akzeptieren“, sagte SKG-Coach „Alfredo“ Meier. Und stand da mit leerem Blick.

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