Odonkor will künftig mehr Kontinuität bei der Hammer SpVg

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Hamm - Ex-Nationalspieler David Odonkor ist seit drei Monaten Sportlicher Leiter beim Fußball-Oberligisten Hammer SpVg. In dieser Zeit hat sich im Hammer Osten einiges bewegt, nicht nur personell. Im WA-Gespräch erzählt er von seinen Plänen bei der HSV.

Der 34-Jährige erklärt im Gespräch mit Peter Schwennecker, dass die HSV in Zukunft auf mehr Kontinuität setzt und langfristig eine Mannschaft aufbauen will, die die Zuschauer wieder mit attraktiven Fußball in die Evora Arena locken soll.

Zuletzt konnte man Sie beim Hallenfußball-Turnier in Lingen im Trikot der BVB-Traditionsmannschaft beobachten. Sie sind immer noch in einer beachtlichen Form, antritts- und zweikampfstark, gut im Abschluss. Warum spielen Sie nicht selbst noch? 

Odonkor: Das sieht von außen alles schön aus. Doch was ich dabei für Schmerzen im Knie habe, das bekommt keiner mit. Ich muss wegen des Knorpelschadens und der Arthrose Tabletten nehmen, damit ich überhaupt trainieren und spielen kann. Es ist immer schön, wenn man mit den alten Kollegen zusammen so ein Turnier bestreiten kann. Denn beiße ich auf die Zähne und nehme die Schmerzen hin. Für den Profifußball reicht das nicht. Ich habe immer gesagt, einmal die Woche trainieren und am Wochenende spielen, das würde vielleicht hinhauen. Doch ich merke selbst im Alltag die Schmerzen. Die sind wie Messerstiche. Da riskiere ich nicht meine Gesundheit.

Würden Sie denn der HSV helfen, wenn es im Kampf um den Klassenerhalt richtig eng werden würde? 

Odonkor: Darüber habe ich bisher nicht nachgedacht. Wir haben vernünftige und hungrige Spieler in der Mannschaft, die das alleine schaffen. Derzeit halte ich das für ausgeschlossen, auch wenn man ja bekanntlich nie nie sagen sollte. 

Als Oliver Gottwald entlassen wurde, hieß es zunächst von Seiten des Vereins, dass Sie die Aufgabe als Interimstrainer übernehmen würden. Dann wurde es schließlich doch Ferhat Cerci. Inzwischen sieht man Sie aber auch jeden Tag aktiv auf dem Trainingsplatz. Wie sind die Rollen verteilt? 

Odonkor: Die Rollen sind klar verteilt. Ferhat ist der Cheftrainer, der alles bestimmt. Wir haben uns vorher zusammengesetzt und einige Dinge besprochen. Es ist immer schwierig, wenn man verantwortlicher Trainer ist und keinen Assistenten hat. Man schaut der Gruppe rechts zu und kann dann nicht sehen, was die Jungs auf der linken Seite machen. Deswegen wollte ich dabei sein, um ihm diese Probleme zu nehmen. Bis jetzt läuft das sehr gut. Vier Augen sehen mehr als zwei. 

Sie haben in der vergangenen Woche vier neue Spieler präsentiert. Ist die Kaderplanung für die Rückrunde damit abgeschlossen oder werden in den kommenden Tagen weitere Neuzugänge präsentiert? Auf welchen Positionen sehen Sie noch Handlungsbedarf? 

Odonkor: Man weiß nie, was in den nächsten zwei Wochen so passiert. Doch Stand heute haben wir die Planungen erst einmal abgeschlossen und werden mit dem aktuellen Kader in die Rückrunde gehen. Falls wir noch einen sehr guten Torhüter finden, würden wir den gerne nehmen. Es laufen Gespräche, doch wenn es für die Rückrunde nicht reicht, dann vielleicht für den Sommer. 

War es nicht risikoreich, im Winter mit Joachim Höfler einen erfahrenen Stürmer abzugeben, obwohl Sie mit Ouly Hugues Fortune Magouhi nur einen richtig torgefährlichen Angreifer haben? 

Odonkor: Man kann ja auch mit anderen Systemen spielen, nicht unbedingt nur mit einer klassischen Neun. Spielertypen haben wir schon. Wenn Hugo mal ausfallen sollte, könnten auch Roman Maciejak oder auch Serdar Yigit auf dieser Position spielen. Deswegen mache ich mir da keinen Kopf. Wir werden auf jeden Fall immer eine Lösung finden. 

Laufen denn alle Verträge zum Saisonende aus oder sind auch einige Spieler langfristig gebunden? 

Odonkor: Die vier Spieler, die wir jetzt in der Winterpause geholt haben, wurden schon mit Blick auf die kommende Saison verpflichtet. Alle anderen Verträge laufen aus. Für den Verein ist das gut. Jeder Spieler kann sich jetzt in der Rückrunde präsentieren und sich für einen neuen Kontrakt empfehlen. Die Planungen laufen. Wir wollen den Großteil der Mannschaft halten. Ich gehe davon aus, dass wir für die kommende Saison eine gute Truppe zusammenstellen werden. 

Hat Ferhat Cerci die Chance, sich mit einer erfolgreichen Rückrunde auch für die nächste Saison als Trainer zu empfehlen? Zuletzt gab es schon Gerüchte um Rhynerns Coach Björn Mehnert, den Sie ja aus der gemeinsamen Zeit beim BVB kennen und der sich mit einigen öffentlichen Aussagen sogar selbst ins Gespräch gebracht hat.

Odonkor: Wir haben uns nicht mit Mehnert getroffen und auch keine Gespräche geführt. Nur Achim Hickmann (anm. der Redaktion: HSV-Manager) und ich wissen, mit welchen Trainern wir schon gesprochen haben. Ich kenne Björn gut, habe mit ihm in Dortmund zusammengespielt. Er ist ein guter Trainer. Das hat er in Rhynern gezeigt. Doch die Westfalia ist unser Ortskonkurrent. Da Spieler oder einen Trainer weg zu holen, sieht öffentlich nicht so gut aus. Deswegen will ich zu diesem Thema auch nichts mehr sagen. Ferhat Cerci macht seine Arbeit richtig gut. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, mit ihm in die Rückrunde zu gehen. Ich kann natürlich derzeit nicht sagen, dass er auch in der kommenden Saison unser Trainer sein wird. Wir wollen erst einmal in den kommenden Wochen die sportliche Entwicklung abwarten. Wenn ein neuer Trainer kommt, dann wird Ferhat vermutlich Co-Trainer werden, wenn kein neuer Mann kommt, denn werde ich weiter voll hinter ihm stehen. 

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