Eishockey

Eisbären leihen sich Torhüter aus der DEL aus

Hamms Neuzugang Ilya Sharipov im Trikot der Schwenninger Wild Wings.
+
Hamms Neuzugang Ilya Sharipov im Trikot der Schwenninger Wild Wings.

Die Hammer Eisbären haben einen neuen Torhüter gefunden. Zunächst einmal wird DEL-Goalie Ilya Sharipov von den Nürnberg Ice Tigers für einen Monat ausgeliehen.

Hamm – Eine Woche vor dem geplanten Saisonstart in der Eishockey-Oberliga Nord haben die Hammer Eisbären noch einmal für ein großes Ausrufezeichen gesorgt, was die Kaderzusammenstellung angeht. Wenige Stunden vor dem Testspiel gegen die Hannover Scorpions am Freitagabend bestätigte Manager Jan Koch die Verpflichtung von Torhüter Ilya Sharipov. Der 25-jährige ehemalige deutsche U20-Nationalspieler mit russischen Wurzeln wurde zwar eigentlich vor einigen Tagen als Neuzugang von den Nürnberger Ice Tigers präsentiert, wird aber, weil die DEL frühestens im Dezember mit ihrer Saison beginnt, zunächst einmal für einen Monat nach Hamm ausgeliehen.

„Ilya hat bei uns einen Vertrag bis zum 30. November unterschrieben. Was danach passiert, muss man abwarten“, betont Koch, der damit einen Ersatz für den erst im Sommer verpflichteten Jendrik Allendorf gefunden hat. Allendorf hatte die Verantwortlichen der Eisbären vor einer Woche aus privaten Gründen sehr kurzfristig um die Auflösung seines Vertrags gebeten.

Mit Sharipov haben die Eisbären zwar erst einmal nur eine zeitlich begrenzte, aber sehr gute Lösung gefunden. „Wir haben intensiv gesucht, doch war derzeit einfach nichts auf dem Markt“, versicherte der Manager, dem damit nun die Gelegenheit gegeben wurde, sich weiter in aller Ruhe nach einer Lösung auf der Position umzusehen. Sharipov kann mit seiner Klasse und Erfahrung dazu beitragen, dass die Eisbären als Neuling in der Oberliga gut aus den Startlöchern kommen werden. „Das wird für uns sehr wichtig sein, zumal wir vermutlich erst einmal nicht vor Zuschauern spielen können und deshalb auch auf die Einnahmen durch die Liveübertragungen auf sprade.tv angewiesen sein werden“, sagt Koch.

In Kasan geboren

Sharipov wurde in Kasan geboren, kam aber schon als Jugendlicher nach Deutschland. Mit 13 begann er seine Eishockey-Laufbahn in der Nachwuchsabteilung des EHC Freiburg, spielte dann von 2010 bis 2014 in den Jugendteams der Eisbären Berlin. In dieser Zeit hatte auch Hamms Trainer Ralf Hoja die ersten Begegnungen mit dem Goalie. „Ich war damals in der Deutschen Nachwuchs-Liga Trainer beim Krefelder EV“, erinnert sich Hoja. „Immer, wenn wir auf die Berliner trafen, haben wir regelrecht gegen eine Wand gespielt und kein Land gesehen“, hat der Hammer Coach schon damals das Talent von Sharipov erkannt, der auch schnell den Sprung in die deutsche U20-Nationalmannschaft schaffte.

Mit München Deutscher Meister

2015 unterschrieb er seinen ersten Propfivertrag beim DEL-Klub EHC München, kam aber in seiner Premieren-Saison im deutschen Oberhaus noch nicht zum Einsatz. Sein DEL-Debüt gab er ein Jahr später. Als der EHC Red Bull München Deutscher Meister wurde, war er immerhin achtmal dabei, allein sechsmal in den Playoffs.

Zum Stammtorhüter wurde er anschließend in der DEL2. Zunächst beim SC Rießersee, dann bei den Bietigheim Steelers. In der Saison 2019/20 kehrte er in das Oberhaus zurück, war die Nummer eins bei den Schwenninger Wild Wings, für die er 42 Mal auflief. Kurze Gastspiele gab er zuletzt in Kaufbeuren und bei den Wölfen Freiburg, bevor er jetzt bei den Ice Tigers in Nürnberg anheuerte.

Noch fehlt die Spielpraxis

Für Hamms etatmäßigen Schlussmann Sebastian May bedeutet die Verpflichtung zunächst einmal, dass er in den ersten Oberliga-Begegnungen vermutlich nur die Nummer 2 sein wird. „Auch Sebastian wird davon profitieren, weil er im Training mit einem DEL-erfahrenen Keeper sicherlich einiges lernen kann“, beteuert Koch. „Wunderdinge“, so Trainer Hoja, sollte man von dem neuen Schlussmann allerdings zunächst nicht erwarten. „Ilya muss selbst wieder in den Rhythmus kommen. Schließlich hat er erst zweimal mit uns trainiert. Zudem fehlt ihm natürlich angesichts der schon lange andauernden Corona-Zwangspause die Spielpraxis.“ Doch Zweifel am Können des Deutsch-Russen hat Hoja nicht. „Er wird uns in den kommenden Wochen sicherlich weiterhelfen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare