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Weißleder hat sich noch nicht entschieden

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Von: Peter Schwennecker

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Ibrahim Weißleder weiß noch nicht, ob er in der kommenden Saison auch noch als Spieler auflaufen wird.
ms09o20500015.jpg © Reiner Mroß / Digitalfoto

Ibrahim Weißleder ist seit Januar Sportlicher Leiter beim Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären. Der erfahrene Stürmer zieht im Gespräch mit Peter Schwennecker eine erste Zwischenbilanz seiner Tätigkeit in der neuen Rolle. Er lässt allerdings offen, ober er in Zukunft auch noch selbst auflaufen wird.

Sie sind seit Anfang Januar als Sportlicher Leiter der Eisbären unterwegs. Wie haben Sie sich in dieser neuen Rolle eingelebt?

Ich bin bisher eigentlich gut in diese Aufgabe hineingewachsen. Sie ist aber deutlich umfangreicher, als ich mir das vorgestellt habe. Es geht nicht nur darum, Spieler anzurufen, um mit ihnen einen Vertrag auszuhandeln. Dahinter steckt schon eine Menge Überzeugungsarbeit. Zudem habe ich mich um einen neuen Fitnessstudio-Partner und um das Ärzteteam bemüht. Ich versuche alles möglichst breit aufzustellen. Dazu gehört nicht nur der Spielerkader, sondern auch das ganze Drumherum.

Als Teammitglied sind Sie ja auch ein bisschen der Kumpel der Spieler. Hat sich das Verhältnis zu den Kollegen in irgendeiner Form verändert? Schließlich handeln Sie mit ihnen ja auch die Verträge aus.

Man muss eine klare Linie ziehen

Für mich ist das Business. Da muss man eine klare Linie ziehen, das auch trennen. Ich spiele zehn Jahre in Hamm und werde sicherlich keinen bevorzugen, nur weil er zehn Jahre mit mir zusammengespielt hat. Über mir sitzt ja auch noch ein Geschäftsführer, der alles gegenzeichnen muss. Deshalb läuft bei uns alles sehr vernünftig ab. Daher habe ich keine Probleme mit den Jungs. Ich bin zufrieden, wie die Gespräche gelaufen sind. Und mit den Jungs, die wir bisher unter Vertrag genommen haben. Da sind ja etliche dabei, mit denen ich lange auch in der Kabine zusammen war.

Die Eisbären haben zweimal in Folge den letzten Platz in der Oberliga belegt. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass es sportlich aufwärts gehen wird?

Der Kader, den wir bisher zusammengestellt haben, stimmt mich positiv. Wir haben drei super besetzte Importstellen. Chris Schutz und Kyle Brothers waren meine Wunschkandidaten. Die konnten wir frühzeitig fix machen. Und Michal Spacek kam jetzt als dritter Kontingentspieler auf Grund der neuen Regelung noch hinzu. Er gehört zu den besten fünf Verteidigern der gesamten Liga. Auch die Neuzugänge, die ich bisher rangeholt habe, können sich sehen lassen. Wir haben schon eine schlagkräftige Truppe.

Inzwischen haben Sie 17 Spieler fest unter Vertrag. Was fehlt noch?

Die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Sowohl im defensiven als auch im offensiven Bereich suchen wir weiter nach Verstärkungen. Ich stehe mit ein paar Kandidaten in Kontakt, Gespräche haben bereits stattgefunden. Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Die Eisbären haben sich auf die Fahne geschrieben, sich noch professioneller aufzustellen. Was muss vor allem im Umfeld der Oberliga-Mannschaft in Zukunft verbessert werden?

Nur kleine Stellschrauben drehen

Als Sportlicher Leiter hatte ich jetzt auch Einblick in andere Bereiche. Vielleicht muss sich der Verein insgesamt breiter aufstellen. Wobei ich sagen muss, dass die Eisbären eine sehr gut geführte Organisation sind. Es sind vermutlich nur kleine Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Das Große und Ganze passt. Wir haben auch in diesem Sommer im Umfeld weitere große Schritte gemacht mit dem neuen Fitnesspartner, dem Ärzteteam und der gesamten Infrastruktur im Spielerbereich. Aus eigener Erfahrung weiß ich, was die Spieler brauchen.

Der Deutsche Eishockey-Bund hat für die kommende Saison drei Ausländer erlaubt. Wie bewerten Sie diese Regel?

Ich sehe das mit einem lachenden und einen weinenden Auge. Für mich hat sich die ganze Sache etwas vereinfacht, dass ich einen dritten Ausländer verpflichten durfte. Der deutsche Spielermarkt ist sehr umkämpft, die Preise werden hochgetrieben. Für einen Verein wie Hamm ist es schwer, da mitzuhalten. Wir müssen uns aber auch nicht verstecken. Allerdings wird durch die Regelung in jedem Oberliga-Verein dem deutschen Nachwuchs ein Platz weggenommen. Ob das der richtige Weg ist, kann ich nicht entscheiden. Ich glaube, dass das keine längere Geschichte werden wird.

Einige Vereine haben auf dem Transfermarkt wieder mächtig zugeschlagen. Wird die Oberliga noch stärker als sie in der vergangenen Saison schon war?

Liga wird von Jahr zu Jahr stärker

Für mich ist es aktuell schwer, eine Prognose abzugeben. Wir haben jetzt den dritten Ausländer hinzubekommen. Viele Jungs wurden aus der DEL2 verpflichtet, andere haben die Klasse Richtung höhere Liga verlassen. Die Liga wird von Jahr zu Jahr stärker. Das glaube ich auch für die kommende Saison.

Die Fans haben zuletzt in den sozialen Medien sehr positiv auf die Transferpolitik reagiert. Wird sich das auch auf die Zuschauerzahlen auswirken? In der vergangenen Saison lag der Schnitt bei 550 Besuchern.

Ich verfolge die sozialen Medien und freue mich natürlich über die positiven Reaktionen. Wir haben in Hamm eine große Fanbase. Wir müssen diesen Fans danken, dass sie trotz aller Probleme, nicht zuletzt wegen Corona, den Verein in den letzten beiden Jahren so unterstützt haben. Ich hoffe, dass wir jetzt der Fanszene mit den Verpflichtungen noch einmal einen weiteren Ruck geben können. Für die Eisbären sind die Anhänger ein großer Baustein und deshalb besonders wichtig. Wenn wir die Zuschauerzahlen weiter steigern können, stünde der Verein wirtschaftlich besser da. Ich als Sportlicher Leiter hätte dann auch viel mehr Möglichkeiten.

Im Kader der Eisbären für die kommende Saison fehlt noch ein wichtiger und prominenter Name. Ist sich der Sportliche Leiter mit Stürmer Ibrahim Weißleder noch nicht einig geworden?

Äußerst schwere Verhandlungen

Das sind äußerst schwere Verhandlungen. Spaß beiseite. Über diese Personalie möchte ich mich derzeit nicht äußern. Ich weiß momentan selbst nicht, ob ich in Zukunft weiter eine aktive Rolle innerhalb der Mannschaft einnehmen werde. Ich habe ja noch ein paar Wochen Zeit, mir das in aller Ruhe zu überlegen. Eine Entscheidung habe ich in dieser Hinsicht bisher nicht getroffen.

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