Trainersuche läuft

HSV-Trainersuche läuft – Zielinski vorerst auf der Bank

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Goran Barjaktarevic geht, „Mano“ Zielinski (rechts) kommt: Der Co-Trainer übernimmt die HSV übergangsweise.

HAMM - Karl-Heinz Zielinski kennt das. Der Mann, den alle nur „Mano“ nennen, war in der Vergangenheit immer dann zur Stelle, wenn bei der Hammer SpVg ein Trainer zurücktrat oder entlassen wurde. Und das war nicht selten. Auch jetzt wird er wieder als Übergangscoach gebraucht, nachdem der Fußball-Oberligist nach der 0:3-Niederlage gegen den SV Lippstadt die Trennung von Goran Barjaktarevic bekannt gegeben hat.

Zum Geschehen bei der HSV lesen Sie hier einen Kommentar von Patrick Droste:

Ein mehr als überfälliger Schritt

Für Zielinski war es keine Frage, dass er interimsweise die Mannschaft übernimmt. „Für mich ist es selbstverständlich, dass ich das mache. Ich bin halt ein alter HSVer“, sagte der 64-jährige Co-Trainer, der bereits seit 1972 dem Verein angehört. Wie lange Zielinski, unterstützt von Athletik-Coach Fridolin Zinke, das Training leiten und ob er auch am Samstag im Auswärtsspiel beim Aufstiegskandidaten TuS Erndtebrück als Verantwortlicher auf der HSV-Bank sitzen wird, hängt davon ab, wie schnell die Suche nach einem Nachfolger für Barjaktarevic abgeschlossen ist.

Kein Schnellschuss bei der Trainersuche

„Es wird definitiv keinen Schnellschuss geben“, sagte Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper, der aber auch nicht ausschließen wollte, dass der Club zeitnah Vollzug meldet. „Aller Voraussicht nach wird Mano die Mannschaft am Samstag betreuen. Aber im Fußball ist alles möglich“, so Blumenkemper weiter. Sportchef Achim Hickmann wird nach einem Auslandsaufenthalt erst heute wieder in Deutschland zurückerwartet. „Dann werden sich die Verantwortlichen zusammensetzen und die Lage sondieren“, so Pressesprecher Ulli Gruszka.

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Der nächste Coach muss sofort passen, denn nach nur fünf Punkten aus den letzten zehn Spielen ist die Mannschaft tief in den Keller gerutscht. Sollte die HSV auch beim Tabellenzweiten Erndtebrück verlieren und tags darauf der SV Zweckel sein Heimspiel gegen den FC Eintracht Rheine gewinnen, steht Hamm zum ersten Mal in dieser Spielzeit in der Abstiegszone.

Spaß, Freude und Ruhe reinbringen

„Das hat sich vor der Saison mit Sicherheit jeder anders vorgestellt. Aber es ist halt so gelaufen, wie es gelaufen ist. Mit dieser Mannschaft darfst du nicht absteigen. Aber da, wo wir im Moment stehen, geht es erstmal nur um den Klassenverbleib. Das muss man so sehen“, sagte Zielinski. „Wir müssen jetzt ein bisschen Spaß, eine bisschen Freude, ein bisschen Ruhe reinbringen. Wir haben gegen Erndtebrück nichts zu verlieren“, so der frühere Torwart weiter.

Barjaktarevic verabschiedete sich Montag von der Mannschaft

Barjaktarevic verabschiedete sich Montagabend von der Mannschaft. Bereits nach der Partie hatte er im Teamkreis Andeutungen gemacht, dass er bald nicht mehr Trainer sein werde. „Ich habe nach dem Spiel mit Achim (Hickmann; die Red.) telefoniert und ihm gesagt, dass ich kein Problem damit habe, wenn er es mit einem neuen Trainer versuchen will“, sagte der 45-Jährige. Nach seiner Darstellung habe ein Blick in die Gesichter der Spieler den Ausschlag gegeben: „In der Halbzeit in der Kabine habe ich nur leere Blicke gesehen. Das hat mich emotional bewegt“, behauptete Barjaktarevic. Die Mannschaft erfuhr von der Trennung aus dem Internet. Das Verhältnis von einem Großteil des Teams zum Trainer galt als gestört.

"Druck von außen ist immer größer geworden"

„Der Druck von außen ist in dieser Saison immer größer geworden. Schon in der Hinrunde ist es alles andere als optimal gelaufen. Und dann startest du mit zwei Niederlagen in die Rückserie. Ich stand sehr unter Spannung“, sagte Barjaktarevic. „Die HSV war in den vergangenen Jahren eine Fleischmaschine für Trainer. Ich hoffe, dass mein Nachfolger ein bisschen ruhiger arbeiten kann als ich. Ich weiß, die Mannschaft wird aus dem Tabellenkeller rauskommen. Sie brauchte einen mentalen Schubs“. An die eigene Zukunft denke er nicht, äußerte er am Montag: „Fußball ist mein Beruf und wird es bleiben.“ In den kommenden Tagen wird sich der 45-Jährige mit Hickmann treffen, um die Vertragsangelegenheiten zu regeln. - sst

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