Fußball

HSV-Neuzugang Marcel Todte freut sich auf ein „spannendes Projekt“

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Marcel Todte hat sich von der vergangenen HSV-Saison nicht abschrecken lassen.

HSV-Neuzugang Marcel Todte will seine Erfahrung an die jungen Teamkollegen weitergeben

Hamm - Die Ergebnisse der Hammer SpVg in der vergangenen Saison mögen den einen oder anderen potenziellen Neuzugang vielleicht abgeschreckt haben. Kein einziger Sieg und lediglich fünf Punkte – das war die erschreckende Ausbeute des Traditionsvereins, der letztlich nur durch den coronabedingten Abbruch der Spielzeit am grünen Tisch den Klassenerhalt geschafft hatte. Marcel Todte, zuletzt in Diensten von RW Ahlen, hat sich von dieser desaströsen Bilanz aber nicht beeindrucken lassen. „Das ist einfach ein spannendes Projekt bei der HSV“, sagt der 28 Jahre alte Angreifer, der in seiner Karriere unter anderem schon für die U23 von Arminia Bielefeld, den SV Lippstadt und zuletzt für die Werstestädter aufgelaufen ist. „Klar kenne ich auch die Tabelle der vergangenen Saison. Aber ich verbinde die neue Spielzeit nicht mehr mit der alten. Es ist ein Neustart mit einem komplett neuen Team.“

Eigentlich hatte Todte, der Sport-Management in Bielefeld studiert und gleichzeitig als Werkstudent bei der Oetker-Gruppe arbeitet, nach seinem Wechsel Anfang Januar vom SC Herford in die Oberliga zu RWA geplant, weiter in Ahlen zu spielen. Doch Trainer Björn Mehnert hatte im Offensivbereich andere Gedankenspiele, so dass sich Todte auch mit der HSV auseinandersetzte. „Ich hatte vorher schon mal Kontakt zu den Hammern. In diesem Geschäft muss man sich alles anhören. Und das, was ich dann hörte, entpuppte sich als gute Option für mich“, sagt der Mittelstürmer. „Die HSV baut eine motivierte Mannschaft mit jungen Spielern auf, die Bock haben und sich zeigen wollen. So etwas gefällt mir.“

Daher hat er seinen kurzfristigen Wechsel bislang noch nicht bereut, er fühlt sich im Hammer Osten sehr wohl. So trainiert er bei seinem neuen Verein die U12 und will im Oktober die Elite-Jugend-Lizenz machen, um „mal den Grundlagenbereich kennen zu lernen“. Und er ist natürlich auch bereit, beim Neustart des Oberliga-Teams Verantwortung zu übernehmen und vorneweg zu gehen. „Als ich bei der U23 von Arminia Bielefeld gespielt habe, habe ich auch von erfahrenen Leuten profitiert. Das will ich jetzt zurückgeben“, sagt Todte, der das Team im Testspiel gegen den SVE Heessen (9:1) und auch am Sonntag gegen Drittliga-Absteiger Preußen Münster (0:1) jeweils als Kapitän auf das Feld geführt hatte.

Zwar ist offiziell noch nicht entschieden, wer in der neuen Saison dieses Amt inne haben wird, der Angreifer kann sich aber durchaus vorstellen, auch nach außen hin die Mannschaft anzuführen. „Ich traue mir das zu“, betont er. „Und ich bin auch bereit, den jungen Leuten bei uns Tipps und ihnen ein gutes Gefühl zu geben. Jetzt ist vielleicht der eine oder andere enttäuscht, dass er nicht zu den 15 Spielern gehört, die für die Partie nominiert werden dürfen. Aber letztlich brauchen wir bei dieser langen Saison jeden Mann. Und ich will helfen, dass wir jeden einzelnen mitnehmen.“

Wohin der Weg die HSV in der kommenden Spielzeit führen wird, weiß Todte natürlich auch nicht. Und er ist auch realistisch genug, dass er sich von seinen bisherigen Bilanzen verabschieden muss. Denn in der Oberliga hat er eine Saison noch niemals schlechter als auf Rang sechs abgeschlossen. „Ich denke, dass ist etwas zu ambitioniert, wenn wir sagen, wir wollen einen Platz im oberen Drittel erreichen“, meint der Routinier. „Wir müssen einfach schnell reinfinden und schon zu Beginn möglichst viele Punkte sammeln, um eine ruhige Saison und Abstand zu den Abstiegsplätzen haben.“ Dass dies durchaus möglich ist, davon ist Todte überzeugt.

Und dazu will er seinen Teil beitragen. Durch viele Tore. Und auch durch seine Erfahrung. Noch aber, so betont er, würde sich das neue Team der HSV in der Findungsphase befinden. Daher will er die bisherigen Testspiele und vor allem die klare 0:4-Niederlage vom vergangenen Dienstag gegen den Landesligisten SG Bockum-Hövel nicht überbewerten: „So einen Tag kann man in der Vorbereitung immer haben. Wir haben da viel Lehrgeld gezahlt, aber wir wissen das schon alles einzuschätzen. Gerade bei solchen Spielen, wo der Zettel hinterher etwas länger ist, kann man viel mitnehmen und lernen.“

Jetzt hofft er darauf, dass der Zettel am Mittwoch, wenn im Kreispokal-Halbfinale gegen den Ortsrivalen und Ligakonkurrenten SV Westfalia Rhynern der erste richtige Gradmesser auf die HSV wartet, nicht sonderlich lang sein wird. „Rhynern hat ohne Frage eine erfahrene und homogene Mannschaft“, erklärt er. „Aber wir wollen da nicht nur gut mitspielen, sondern gleich zu Beginn der Saison ein Zeichen setzen und zeigen, dass sich bei uns vieles verbessert hat und anders laufen wird. Ich glaube, das wird ein offenes Spiel, in dem für uns was möglich ist. Ich will jedenfalls den Kreispokal gewinnen.“

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