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HSV entlässt Degelmann und setzt im Abstiegskampf auf interne Lösung

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Von: Patrick Droste

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Der am Montag entlassene Trainer Steven Degelmann klatscht in Ennepetal Andrei Lorengel ab.
Der am Montag entlassene Trainer Steven Degelmann klatscht in Ennepetal Andrei Lorengel ab. © Droste

Als die Verantwortlichen der Hammer SpVg am Montagabend das Ergebnis ihres Zusammenkommens bekannt gaben, war dies keine Überraschung mehr. Der Fußball-Oberligist hat Trainer Steven Degelmann mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Hamm - Damit wurde das wahr gemacht, was sich bereits am Sonntag nach der 0:2-Niederlage beim TuS Ennepetal angedeutet hatte. „Das ist letztlich eine traurige Geschichte. Aber da wir nicht mehr die volle Überzeugung haben, dass die Saison für uns in der bisherigen Konstellation ein gutes Ende nehmen wird, haben wir uns entschlossen, das Trainerteam zu entlassen und werden einen anderen Impuls setzen“, sagte Holger Wortmann, der Sportliche Leiter der HSV, nach der Unterredung mit Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper.

Ein Trio übernimmt

Und er verriet auch gleich, wer das Team in den drei letzten Partien dieser Spielzeit betreuen wird: „Ein externer Trainer würde kurz vor Ende der Saison keinen Sinn machen. Daher haben wir uns für eine interne Lösung entschieden. Es wird ein Trio aus Mano Zielinski, unserem bisherigen Co-Trainer Richard Jankowski und mir sein.“

Degelmann zeigte sich am Montagabend von seiner Entlassung enttäuscht, nahm den Entschluss angesichts der Vorkommnisse der vergangenen Tage aber sehr gefasst auf. „Nach den Ankündigungen im WA war ja klar, dass so etwas passieren wird. Das hatte ich schon erwartet“, sagte der 39-Jährige. „Ich muss jetzt ehrlich sagen, dass ich froh bin, dass Klarheit herrscht. Und dass ich die Nachricht von Dirk Blumenkemper und nicht vom Sportlichen Leiter, der ja mein Vorgesetzter ist, bekomme, unterstreicht, was seit dem Holzwickede-Spiel zuletzt schief gelaufen ist.

Ennepetal als letzte Chance

Nach dem 3:3 gegen den Holzwickeder SC mit zwei späten Gegentoren hatte Wortmann seinen Unmut das erste Mal im internen Kreis lauthals kund getan. Am Samstag war es dann vor dem Abschlusstraining zu einem Austausch mit Degelmann gekommen, bei dem beide Seiten kontrovers über die Situation diskutiert haben. Daraus machten beide keinen Hehl. Dennoch schworen sich alle Beteiligten anschließend auf die wichtige Partie in Ennepetal ein, wo die HSV mit einem Sieg gleich drei Plätze in der Tabelle der Abstiegsrunde hätte gutmachen können. Doch im Bremenstadion folgte ein erneut über weite Strecken blutleerer Auftritt mit wenig Leidenschaft, so dass sich die Verantwortlichen nun zum Handeln genötigt sahen. „Wir haben in Ennepetal gesehen, dass die Köpfe bei den Jungs unten sind, dass ab dem ersten Ballkontakt wenig Zug, wenig Begeisterung und auch wenig Enthusiasmus zu erkennen waren. Der Auftritt hatte nichts mit Abstiegskampf zu tun“, so Wortmann.

Bis zur Winterpause hervorragend

Gleichzeitig hob der Sportliche Leiter aber die gute Arbeit des Trainerteams in der Hinrunde hervor, als sich die HSV zur Winterpause in Schlagdistanz zu Platz zehn befand und sogar Chancen hatte, den Sprung in die Aufstiegsrunde zu schaffen. „Die Mannschaft als Ganzes – abgesehen von ein, zwei Dellen – und auch einzelne Spieler hatten sich bis dahin ganz hervorvorragend entwickelt. Das haben wir bei dem Gespräch auch noch mal auf den Tisch gebracht, denn es war ohne Frage eine gute Hinrunde, die die Mannschaft unter Steven gespielt hat. Da wurde exzellente Arbeit geleistet. Daher tut mir das jetzt auch alles sehr leid“, betont Wortmann. „Aber während dann bei anderen Teams die Tendenz weiter nach oben ging, verlief die Kurve bei uns nach unten. Dem wollen wir nun entgegensteuern und alles dafür tun, dass es noch ein positives Ende findet und wir auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen. Alles andere wäre ja fatal.“

Köpfe der Spieler erreichen

Dennoch gab auch Wortmann zu, dass das Trainerteam nicht alleine für die Negativserie der vergangenen Woche verantwortlich ist. Auch er selbst sieht sich in der Verantwortung und gesteht ein, nicht immer richtig gehandelt zu haben. „Steven und ich haben gemeinsam die Mannschaft zusammengestellt. Letztlich steht jeder, der Trainer, die Mannschaft und auch die sportliche Leitung, da in der Verantwortung“, stellte Wortmann klar und warf den Blick dann gleich wieder nach vorne: „Wir müssen jetzt ganz schnell in die Köpfe der Spieler reingehämmert bekommen, worum es in den letzten drei Spielen geht.“

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