Fußball-Oberliga

HSV-Coach Steven Degelmann sieht nach zwei Niederlagen keinen Grund für Panik

Hatten viel zu besprechen: HSV-Coach Steven Degelmann und Co-Trainer Richard Jankowski.
+
Hatten viel zu besprechen: HSV-Coach Steven Degelmann und Co-Trainer Richard Jankowski.

Zwei Spiele in Folge hat Fußball-Oberligist Hammer SpVg jetzt verloren. Bei manchem Fan werden böse Erinnerungen wach. Der Trainer bleibt jedoch noch gelassen.

Hamm - Tim Oberwahrenbrock wirkte ein wenig trotzig, als er nach der verlorenen Heimpartie der Fußball-Oberliga gegen den SC Paderborn II (1:3) den Platz verließ: „Nächste Woche in Meinerzhagen gewinnen wir“, sagte er nach der zweiten Niederlage im dritten Saisonspiel. „Dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.“ Das Signal, das der Keeper der Hammer SpVg damit aussenden wollte, war deutlich: Ja – die HSV hatte nach dem Auftaktsieg über den TuS Erndtebrück, der saisonübergreifend eine lange Durststrecke von 28 Spielen ohne Sieg beendet hatte, zwei Nackenschläge einstecken müssen. Aber nein – ein Rückfall in alte Muster bedeuten diese nicht.

Davon ist auch der HSV-Trainer überzeugt: „Dass die Köpfe runtergehen, gerade nach so einem Spiel, ist klar“, räumt Steven Degelmann ein, betont aber, dass die Chemie im Team eine komplett andere ist als in den vergangenen zwei Spielzeiten. „In der vergangenen Woche war die Kommunikation im Training super positiv.“

Dass es sowohl beim unglücklichen 2:4 in Münster gegen die Preußen-Reserve als auch gegen den Profi-Nachwuchs des SC Paderborn nicht zu Punkten gereicht hatte, sieht der HSV-Coach nicht als Grund, um die Alarmglocken zu läuten. „Die Gefahr Parallelen zur vergangenen Saison sehe ich überhaupt nicht. Das ist eine ganz andere Mannschaft mit ganz anderen Strukturen und Hierarchien“, versichert Degelmann. „Jetzt sind wir halt auf zwei Nachwuchsteams gestoßen, die unfassbare Qualität hatten, was den Ball am Fuß angeht. Das traurige ist einfach, analysieren zu müssen, dass eine U23-Mannschaft cleverer war als wir.“

Die Bank bringt Schwung

Dass seine Spieler gegen Paderborn vor allem im ersten Durchgang sehr tief gestanden hatten, war durchaus gewollt: „Die Marschroute, das defensive Abwarten, haben die Jungs umgesetzt“, sagt der 38-Jährige, schränkte allerdings ein. „Natürlich heißt abwarten nicht körperlos zu spielen. In den Bereichen, wo wir attackieren wollten, waren wir nicht präsent genug. Und wir wären gerne mit 0:0 in die Kabine gegangen, um danach den Hebel umzulegen.“

Dass es drei individuelle Fehler waren, die das HSV-Team letztlich chancenlos machten, „kann man nicht einfach abhaken“, räumt Degelmann ein. Viel wichtiger war es ihm aber, das Positive herauszuheben. „Es war zu sehen, dass wir ganz andere Möglichkeiten haben, um zu reagieren. Dass von der Bank noch so ein Schwung kommt, ist sonst nie so gewesen.“

Frederik Falk, Andrei Lorengel und Marcel Todte, die nach dem 0:3 ins Spiel kamen, sorgten dafür, dass plötzlich bei der HSV nach vorne etwas ging, dass die Gäste defensiv weniger Souveränität ausstrahlten.

Das 1:3 nach präziser Flanke Lorengel und kühlem Abschluss Falk (72.) brachte einen Hoffnungsschimmer – auch wenn danach nur noch ein zu unplatzierter Kopfball von Todte als Möglichkeit auf einen weiteren Treffer notiert werden durfte.

Todte soll schon bald wieder eine feste Größe sein

Dass der Stürmer wieder eine feste Größe im HSV-Team wird, ist für den Coach nur eine Frage der Zeit: „Gerade in den Phasen, in denen Stimme auf dem Platz gefragt ist, kann er der Mannschaft helfen, wenn er sich physisch so weiter entwickelt“, weiß Degelmann um die Qualitäten des HSV-Kapitäns der vergangenen Saison. „Obwohl er bisher noch nicht viele Spielanteile in dieser Saison gekriegt hat, ist er ein Führungsspieler – auch im Training.“

Nicht zuletzt aufgrund der Qualität, die der Kader in der Breite besitzt, macht sich der Trainer keine Sorgen um die kommenden Spiele. Zumal die Mannschaft noch in der Entwicklung ist. „Das ist ein komplett neu zusammen gewürfelter Haufen. Der muss sich erst einmal finden.“

Einer der Neuzugänge, die von Beginn an gut eingeschlagen haben, wird aber wohl erst einmal auf unbestimmte Zeit fehlen. Der im Sommer von der SpVg Beckum zur HSV gewechselte Patrick Schmidt fiel unglücklich auf die Schulter. Diagnose: Verletzung des Schultereckgelenks. „Er wird vier bis sechs Wochen ausfallen.“

Und fehlt damit auch in der Partie am kommenden Sonntag beim Liga-Vorletzten Meinerzhagen. Der RSV stand in der abgebrochenen Vorsaison mit drei Siegen aus drei Spielen an der Tabellenspitze – jetzt kassierte das Team zuletzt mit 1:6 in Sprockhövel, 1:2 gegen Rheine und 2:3 in Wattenscheid zum Auftakt drei Niederlagen und steht mächtig unter Druck. „Wir sind in einer brutalen Oberligasaison“, sagt Degelmann. „Letztes Jahr sind wir nach Meinerzhagen gefahren, als die Topfavorit waren. Jetzt fahren wir dahin und haben drei Punkt mehr.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare