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HSV bezwingt Sprockhövel - Julius Woitaschek: „So geht Abstiegskampf“

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Von: Rainer Gudra

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Halil Dogan, Hammer Torschütze zum 1:1 per Elfmeter, hält sich die Sprockhöveler Simon Hendel (rechts) und Lewin D’Hone energisch vom Leib.
Halil Dogan, Hammer Torschütze zum 1:1 per Elfmeter, hält sich die Sprockhöveler Simon Hendel (rechts) und Lewin D’Hone energisch vom Leib. © Reiner Mroß/Digitalbild

Die Hammer Spielvereinigung bleibt im Rennen um den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga. Dank einer starken kämpferischen Leistung über 90 plus vier Minuten und einer spielerischen Steigerung nach der Pause gab es einen 2:1 (1:1)-Erfolg gegen die TSG Sprockhövel.

Hamm - Doch der Sieg in der ersten Partie nach der Entlassung von Trainer Steven Degelmann durch Treffer von Halil Dogan per Handelfmeter (40.) und Frederik Falk (66.) ist teuer erkauft: Torjäger Vincent Ocansey sah in der Schlussphase die Rote Karte und wird in den beiden weiteren „Endspielen“ gegen Viktoria Clarholz und Westfalia Herne fehlen. „Die Erleichterung bei uns ist extrem spürbar. In der zweiten Halbzeit haben wir alles reingehauen – wir sind komplett platt, aber so funktioniert Abstiegskampf“, meinte Mittelfeldspieler Julius Woitaschek, der eine überragende Leistung ablieferte.

„Bis zuletzt alles reingeworfen“

„Wir müssen einfach weiter durchhalten. Aufbruchstimmung wäre jetzt ein bisschen zu dick aufgetragen, aber ich fand die zweite Halbzeit überragend, vom Engagement und von der Leidenschaft her – und wie sie sich bis zuletzt in alles reingeworfen haben“, meinte der Sportliche Leiter und Interims-Coach Holger Wortmann.

Gegenüber der jüngsten 0:2-Niederlage in Ennepetal änderte er die Startelf auf drei Positionen: Andrei Lorengel, Yusuf Öztürk und Tobias Fuest mussten auf die Bank, neu waren Mika Oxe in der Vierer-Abwehr, Patrick Schmidt auf der rechten Außenbahn und Zivko Radojcic überraschend als zweite Spitze neben Ocansey.

Ähnlich wie gegen Holzwickede

Der Spielverlauf am Freitagabend war vor 502 Zuschauern ähnlich wie vor Wochenfrist gegen Holzwickede, als die Gastgeber nach einem 0:1-Rückstand sogar eine 3:1-Führung herausspielten und dann nur einen Punkt holten (3:3). Auch gegen Sprockhövel stand die HSV mehrmals kurz davor, den Ausgleich zu kassieren, überstand in der Schlussphase die gut elf Minuten in Unterzahl aber mit viel Glück.

Die Hammer zeigten gleich großen Willen, doch erneut gab‘s den frühen Schock. Nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld heraus auf Dilhan Demir unterschätzten die beiden Innenverteidiger die Situation ebenso wie Torhüter Jonas Trebing, der zu weit vor seinem Kasten stand und bei Demirs Heber ins Netz der Kugel nur hinterherschauen konnte (9.). In der Folgezeit bekam die HSV nicht wirklich Zugriff auf das Spiel. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, die Räume in der Mitte zu verengen. Wir hatten da zu großem Abstände“, meinte Woitaschek, der die größte Chance für die HSV vor der Pause vorbereite, als er einen Querpass von Ibrahim Bulut erlief und Ocansey bediente, dessen Schuss das lange Eck verfehlte (12.).

Ausgleich ein Zufallsprodukt

Der Ausgleich war schließlich ein Zufallsprodukt. Nach einem weiten Einwurf von Sebastian Stroemer von links in den Sprockhöveler Strafraum sprang Demir der Ball an die Hand, Halil Dogan verwandelte den Elfmeter unhaltbar zum 1:1 (40.).

Zur Pause reagierte Wortmann, brachte Frederik Falk und Andrei Lorengel für Schmidt und den glücklosen Radojcic – eine Maßnahme, die mehr Ruhe und Struktur ins Spiel brachte. So in der 55. Minute, in der Lorengel auf Ocansey durchsteckte, doch dessen Abschluss aus halblinker Position das Ziel deutlich verfehlte. Kurz darauf stand Ocansey bei einer Flanke von Falk völlig frei – sein Kopfball misslang völlig.

Joker sorgen für das 2:1

„Ich glaube auch, dass wir das in der zweiten Halbzeit fußballerisch gut gemacht haben“, meinte Wortmann, dessen Halbzeitwechsel sich nach 66 Minuten so richtig bezahlt machten, als Falk bei einem Freistoß von Lorengel von rechts gegen die Laufrichtung von Torhüter Knälmann zum 2:1 einköpfte. „Fredi hat uns unfassbar gut getan, er hat sich reingeschmissen mit allem, was er hat“, lobte Kollege Woitaschek den Angreifer, der bisher eher in der zweiten Reihe unterwegs war, nun aber vor seinem Wechsel im Sommer zum SV Herbern zu einem wichtigen Faktor werden kann. Denn Torjäger Ocansey wird nach einem Ellenbogenschlag gegen Irabhim Bulut der berechtigten Roten Karte (84.) für die beiden letzten Spiele gegen Herne und Clarholz gesperrt sein.

„Eines von drei Endspielen“

So verstärkte sich das Bibbern um den zweiten Sieg in der Abstiegsrunde noch spürbar, zumal die Abwehr der Platzherren unter Dauerdruck stand und brenzlige Situationen zu überstehen hatte. „Ich bin jetzt aber ganz zuversichtlich. Hut ab vor der Mannschaft“, lobte Wortmann, warnte aber auch: „Aber es war jetzt nur eines von drei Endspielen.“

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