7:4-Hinspielsieg ist zu wenig

"Wie verhext": SKG-Traum platzt im Halbfinale

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Enttäuschte Herringer: Der SKG scheidet im Halbfinale gegen Remscheid aus.

[Update 20.48 Uhr] Remscheid - Dem SK Germania Herringen reicht der 7:4-Hinspielsieg gegen die IGR Remscheid nicht zum Weiterkommen. Eine hohe Pleite im Rückspiel sorgt für das Aus im Halbfinale.

Die Reaktionen hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können: Auf der einen Seite sanken die Spieler des Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen zu Boden, vergruben ihre Gesichter in den Händen. Um sie herum verwandelte sich die Sporthalle Hackenberg, die Heimstätte der IGR Remscheid, in ein Tollhaus. 

Die Aktiven stürzten sich auf Keeper Moritz Kreidewolf, die Fans tanzten auf der Tribüne ihre Freude heraus. Ausschlaggebend waren die 50 Minuten des Halbfinalrückspiels gewesen, das Remscheid mit 6:2 (3:0) für sich entschied und den Titel-Traum der Herringer überraschend beendete.

Polster schon zur Pause aufgebraucht

„Das Aus ist sehr bitter“, sagte der SKG-Vorsitzende Michael Brandt. „Nach dem Hinspiel sah alles so gut aus, aber wir haben es heute verspielt.“ Mit dem Vorsprung des 7:4-Erfolgs vom Vortag war die Mannschaft von Christian Zarod nach Remscheid gereist, doch bereits zur Halbzeit war dieses Polster aufgebraucht. „Wir wollten von Anfang an auf Sieg spielen, haben die erste Halbzeit aber komplett verschlafen“, meinte der Coach.

Tatsächlich wirkte es so, als würde die vermeintlich komfortable Ausgangslage die Gäste mehr hemmen als ihnen Sicherheit zu verleihen. Herringen machte zwar das Spiel, wirkte aber vor allem in der Defensive seltsam schläfrig. Yannick Peinke nutzte die Umstände, als er zum 1:0 traf (9.). Daniel Strieder legte umgehend nach und stellte auf 2:0 (10.). Der eingewechselte Kevin Karschau, Robin Schulz und Lucas Karschau ließen danach teils hochkarätige Chancen aus. Dazu trug IGR-Keeper Kreidewolf seinen Teil bei, er wirkte wie eine Wand.

"Wir kassieren blöde Tore"

Noch vor der Halbzeitpause kassierte der SKG Gegentreffer Nummer drei. Erneut war es Strieder, der einen Gegenstoß erfolgreich abschloss (22.). „Wir mussten gar nicht das Spiel machen, haben es aber trotzdem getan und kassieren blöde Tore nach den Kontern“, sagte Kapitän Lucas Karschau verärgert.

In der zweiten Hälfte sorgte Kevin Karschau zunächst für kollektives Durchatmen, als er zum 3:1 traf (32.), doch die Herringer Freude währte nicht lange. Strieder hatte für Remscheid eine Antwort parat und schoss oben links ein (34.).

Anschließend brachen die wilden Minuten in dieser Partie an: Zunächst vergab Milan Brandt einen Penalty nach Foul an Kevin Karschau, die Überzahl nutzte der SKG aber nicht. Stattdessen musste Schulz einen eigenen Fehlpass ausbügeln und verursachte ebenfalls einen Strafstoß, den Strieder unter die Latte wuchtete – 5:1 (36.).

Kreidewolf lässt Traum platzen

Den Gästen lief die Zeit davon. Wütend und kopflos rannte Herringen immer wieder an – und scheiterte immer wieder an Remscheids Torwart. Als IGR-Akteur Alexander Ober schließlich einen Penalty zum 6:1 verwandelte, gingen die Köpfe der Gäste bereits merklich nach unten (46.). Das 6:2 durch Kevin Karschau in der Schlussminute kam zu spät.

„Für uns ist ein Traum geplatzt. Wir haben uns viel vorgenommen, aber es sollte nicht sein“, sagte Lucas Karschau. „Es war wie verhext. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor.“ Trainer Zarod rang nach dem Halbfinal-Aus um Worte. „Es ist verdient, dass wir nicht ins Finale einziehen“, meinte er. „Remscheid hat uns heute vorgemacht, dass mit Leidenschaft, Einsatz und Willen alles möglich ist.“ 

Hauptverfahren:

Die Sportkommission (SK) des Deutschen Rollsport- und InlineVerbandes hat das Hauptverfahren bezüglich der Vorrunden-Partie zwischen der IGR Remscheid und SK Germania Herringen für Mittwoch, 17. Mai, um 19 Uhr angesetzt. Darin geht es um das Spiel, das wegen angeblichem „Anti-Spiels“ des SKG mit 10:0 für Remscheid gewertet wurde. Der SK-Vorsitzende Peter Stroucken hatte zunächst angekündigt, dass ein solcher Termin erst nach Ende der Meisterschaft stattfinden soll.

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