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Hölzkener Frauen hoffen gegen den BVB auf einen „Sahnetag“

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Von: Patrick Droste

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Die Spielerinnen der Frauen Fussballmannschaft vom BVB werden vorgestellt und von den Fans gefeiert 31.07.2022, Fussbal
Bei der offiziellen Saisoneröffnung des BVB im Signal Iduna Park Ende Juli wurde auch die Frauenmannschaft vorgestellt und von den Dortmunder Fans gefeiert. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportpho

Auch Borussia Dortmund will mit seinen Fußball-Frauen nach oben. Noch aber spielen sie in der Bezirksliga - und am Sonntag auch in Hamm.

Hamm - Holger Bruchmann ist nicht unbedingt jemand, der große Töne spuckt. Und so sagt der Trainer des Frauen-Fußball-Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz auch sehr vorsichtig: „Das ist für uns ein interessantes Spiel.“ Dass der Coach damit ein wenig untertrieben hat, wird dann klar, wenn man weiß, auf wen seine Mannschaft am Sonntag um 17 Uhr treffen wird. Denn dann gastiert das Frauen-Team von Borussia Dortmund auf dem Sportplatz am Hahnenbach – eine Partie, der nicht nur das Team des TuS, sondern der gesamte Vereine und wohl auch viele Anhänger der Schwarz-Gelben und des heimischen Frauen-Fußballs entgegenfiebern.

„Kein Spiel wie jedes andere“

Und daher macht Frank Keufen auch unmissverständlich klar: „Das ist kein Spiel wie jedes andere.“ Das hat der Sportliche Leiter der TuS-Frauen-Abteilung schon vor einigen Wochen gemerkt, als sich die Verantwortlichen des BVB bei ihm per Mail gemeldet hatten und den organisatorischen Ablauf rund um die Partie geklärt haben wollten. „Die sind da schon sehr professionell aufgestellt“, sagt Keufen.

Und Mario Bürger, Fußball-Abteilungsleiter der Germanen, fügt hinzu: „Es ist ein tolles Gefühl, für uns ein klasse Event und für einen Verein wie uns irgendwie auch eine Ehre, gegen so einen Klub wie den BVB spielen zu dürfen. Ich werde an diesem Tag meine Liebe zu Schwarz-Gelb hinten anstellen.“

TuS erwartet und 300 Fans

Während normalerweise 50 bis vielleicht mal 80 Zuschauer die Heimspiele der Frauen-Mannschaft aus Lohauserholz verfolgen, erwarten die Verantwortlichen am Sonntag rund 300 Fans.

Die Partie ist sogar extra auf 17 Uhr verschoben worden und wird nicht auf dem Kunst-, sondern auf dem Naturrasenplatz ausgetragen, weil sich die Zuschauer dort besser um das komplette Spielfeld verteilen können. „Unsere erste Herrenmannschaft wollte sogar extra ihre Partie am Sonntag verlegen, um dabei zu sein. Aber da hat der Gegner leider nicht mitgespielt“, sagt Keufen, der darauf hinweist, dass aufgrund der Baustellen rund um den Sportplatz die Zufahrt über den Daberg nur für die Aktiven und Offiziellen freigegeben ist und dass die Zuschauer an der Schieferstraße parken und vor dort über einen Weg zum Hahnenbach laufen sollen.

Noch kein Pflichtspiel verloren

Holger Bruchmann hat derweil ganz andere Sorgen. Denn er weiß nur zu gut, welch starker Gegner am Sonntag auf seine Mannschaft wartet. Die Dortmunderinnen haben nach ihrer Gründung vor etwas mehr als einem Jahr kein einziges Pflichtspiel verloren, sind souverän in die Bezirksliga aufgestiegen, stehen jetzt schon wieder verlustpunktfrei an der Tabellenspitze und wollen auf dem angepeilten Weg in die Bundesliga in dieser Saison den direkten Durchmarsch in die Landesliga schaffen.

Der TuS hat Maria Asnaimer

Doch auch der TuS verfügt über ein starkes Team, hat mit Maria Asnaimer, die in der vergangenen Saison in Meisterschaft und Pokal 101 Treffer erzielt hat, eine überragende Stürmerin in seinen Reihen und schaffte in der vergangenen Spielzeit mit 26 Siegen aus 26 Partien und einem Torverhältnis von 175:21 ähnlich souverän wie die Borussia den Aufstieg in die Bezirksliga. Dort sind die Germanen nach drei Spielen auch noch ungeschlagen und fordern den BVB daher als Tabellendritter heraus. „Wir haben bislang gegen drei Teams gewonnen, die eher unten in der Tabelle stehen“, will Bruchmann den guten Start in die Spielzeit aber nicht überbewerten und meint: „Für uns geht es darum, erst einmal gut in der Bezirksliga anzukommen, Punkte zu sammeln und uns in den nächsten zwei, drei Jahren zu etablieren.“

Hoffen auf eine Überraschung

Und dennoch liebäugelt der Coach natürlich am Sonntag mit einer Überraschung, will die Punkte auf keinen Fall ohne große Gegenwehr hergeben. „Der BVB verfügt über große Qualität“, meint Bruchmann, ehe er dann kämpferisch hinzufügt: „In neun von zehn Spielen würden wir gegen Dortmund verlieren. Aber vielleicht ist ja am Sonntag das eine Spiel, in dem wir gewinnen können. Wir müssen nur die Ehrfurcht vor dem Namen Borussia Dortmund aus den Köpfen bekommen. Ich hoffe jedenfalls, dass meine Mädels die Partie lange offen gestalten und einen Sahnetag erwischen.“

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