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Herzschlagfinale im Verfolgerduell zwischen ASV Hamm-Westfalen und den Eulen Ludwigshafen

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Von: Günter Thomas

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Jan Brosch hatte im ersten Durchgang nicht viele Möglichkeiten, um sich im Angriff auszuzeichnen.
Jan Brosch hatte im ersten Durchgang nicht viele Möglichkeiten, um sich im Angriff auszuzeichnen. © Szkudlarek

Revanche gelungen: Noch im Hinspiel hatte Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen bei den Eulen Ludwigshafen in letzter Sekunde durch einen Treffer von Stefan Salger eine Niederlage hinnehmen müssen. Dreieinhalb Wochen später blieb der lange Schlacks im entscheidenden Duell drei Sekunden vor dem Ende gegen Felix Storbeck nur zweiter Sieger - und die Gastgeber feierten frenetisch einen 21:20 (12:11)-Erfolg.

Die Vorzeichen, unter denen diese Spitzenpartie begann, standen nicht gut für die Gastgeber. Die im Vorfeld der Partie bereits angeschlagenen etatmäßigen Mittelleute des ASV, Dani Baijens (krank) und Sören Südmeier (umgeknickt) standen ebenso erst gar nicht auf dem Spielberichtsbogen wie Neuzugang und Kreisläufer Benny Meschke, der kurzfristig mit einem Magen-Darm-Infekt passen musste. Dafür hatte ASV-Coach Michael Lerscht Florian Schöße, Lars Kooij und David Jurisic aus dem Drittliga-Team dazu genommen.

Doch auch die Gäste hatten ihre Probleme: Die bereits bei der überraschenden 23:25-Heimniederlage gegen den EHV Aue verletzt ausgefallenen Pascal Bührer, Pascal Durak, Jannek Klein, Julius Meyer-Sieber und Jan Remmlinger fehlten erneut - so trafen im Vergleich zum 26:25-Sieg der Eulen vor knapp vier Wochen zwei ordentlich durcheinander gewürfelte Mannschaften aufeinander.

 Es dauerte mehr als drei Minuten, bis der erste Treffer der Partie fiel – Matej Mikita hatte zur Führung des ASV getroffen. Und die baute die Mannschaft danach vor allem dank eines erneut sehr gut aufgelegten Vladimir Bozic im Tor hinter einer aufmerksamen Deckung und ein paar schneller Gegenstoßtreffer bis zur zehnten Minute auf 6:1 aus. Im gebundenen Angriff gab es allerdings genau so selten ein Durchkommen wie auf der anderen Seite für die Eulen.

Der Vorsprung hielt allerdings nicht lange. Zu oft schlichen sich in der Folge im ASV-Aufbau leichte Abspielfehler aufgrund der fehlenden Abstimmung ein, während Eulen-Coach nach einem Team-Timeout mit der Hereinnahme von Max Neuhaus auf der Mittelposition einen guten Griff getan hatte.

Ludwigshafen verkürzte zusehends – und nach 25 Minuten war der komfortable Vorsprung beim dritten Neuhaus-Treffer, der zum 10:10 ins Netzt rauschte, aufgebraucht.

Gut für die Hammer, dass sie mit Marian Orlowski ab Mitte des ersten Durchgangs ebenfalls einen Akteur auf der Platte hatte, der sich sehr treffsicher aus der zweiten Reihe zeigte. Ab der 22. Minute traf nur noch der Rückraumlinke für den ASV – insgesamt viermal, so dass der Gastgeber zumindest noch einen knappen 12:11-Vorsprung in die Kabine mitnahm.

Fünf Minuten ließen sich die Gastgeber nach der Pause Zeit, um ihren ersten Treffer zu erzielen – Jan Brosch war nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste zum 13:12 erfolgreich.

Die Partie blieb kampfbetont und eng. Und im zweiten Durchgang weiter torarm. Nach 46 Minuten hatten die Gastgeber gerade vier und die Eulen fünf Tore erzielt – es hieß 16:16. Und kurz darauf gelang Stefan Salger per Freiwurf im angezeigten Zeitspiel die erste Führung für die Gäste. Die Tim Wieling im Gegenzug wieder egalisierte, nachdem die Unparteiischen einen Siebenmeter, mit dem Gerrit Genz zunächst gescheitert war, wiederholen ließen (48.).

Doch Ludwigshafen legte in der Folge weiter vor - auch weil die Gastgeber ein paar Möglichkeiten liegen ließen. Die Partie steuerte wieder auf ein ähnliches Herzschlagfinale zu wie im Hinspiel. Zwei Minuten vor dem Ende parierte zunächst der frisch ins Tor gewechselte Felix Storbeck gegen Yessine Meddep - und auf der anderen Seite tankte sich Jan von Boenigk zur ersten ASV-Führung seit der 43. Minute durch (21:20). Als dann die Gäste eine gute Minute vor dem Ende im Zeitspiel nur noch einen Pass hatten, sah es gut aus für Hamm. Doch Matej Mikita zog eine Zeitstrafe. Der ASV musste den Rest des Spiels in Unterzahl bestreiten.

Aber der Versuch von Stefan Salger knallte an die Latte. Hamm hatte in der anbrechenden letzten Minute Ballbesitz und verlor diesen 24 Sekunden vor Schluss . Drei Sekunden vor dem Ende erhielten die Gäste erneut einen Freiwurf zugesprochen. Doch dieses Mal blieb Felix Storbeck Sieger in diesem Duell - und der ASV behielt die beiden Punkte.

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