Der SKG hofft in Follonica auf eine Überraschung

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Kevin Karschau und Co. wollen in Italien die 3:4-Heimniederlage gegen Follonica wettmachen.

Hamm - Es ist eine Reise, die den SK Germania Herringen organisatorisch und logistisch wieder einmal vor einige Herausforderungen stellt. Doch am Ende soll sich die ganze Arbeit im Vorfeld lohnen: Der Spitzenreiter der Rollhockey-Bundesliga hofft im Erstrunden-Rückspiel des Cers-Cups beim italienischen Top-Klub Follonica Hockey auf eine Überraschung.

„Wir sind noch nicht raus“, gibt sich Vorsitzender Michael Brandt kämpferisch. Das unnötige 3:4 im ersten Duell vor vier Wochen dämpfte zwar die Hoffnungen der Germanen auf ein Weiterkommen. Doch vor dem Wiedersehen der beiden Teams am Samstag (21 Uhr) im toskanischen Badeort hissen die Herringer, die bei der Auslosung ausgerechnet den neben Viana (Portugal) zweiten Titelfavoriten des Wettbewerbs erwischt hatten, noch keineswegs die weiße Flagge.

„Natürlich könnte unsere Ausgangsposition besser sein“, sagt Brandt. „Aber chancenlos sehe ich uns nicht, wir haben absolut nichts zu verlieren. Follonica ist eine starke, kompakte Mannschaft – aber auch die ist zu schlagen.“ Dass sich der SKG gerade auf italienischem Boden durchaus wohl fühlt, bewies er in den vergangenen beiden Jahren in der European League, als er sich sowohl in Viareggio (5:7) als auch in Forte dei Marmi (7:9) mehr als achtbar aus der Affäre zog.

Die Vorjahres-Erfahrungen sorgen nicht nur für Mut bei den Germanen – sie halfen auch bei den Vorbereitungen. Generell belastet jeder internationale Auswärts-Auftritt den kleinen Verein finanziell erheblich. Hinzu kommt immer der Umstand, dass die sportlichen Interessen mit den beruflichen Anforderungen der Spieler unter einen Hut gebracht werden müssen. Im Fall von Torwart Timo Tegethoff geht das nicht, er kann die Reise nicht mit antreten. Ansonsten tragen die Germanen den Umständen Rechnung – und so wird sich der 23-köpfige Herringer Tross in drei Gruppen aufteilen.

Am Donnerstagabend bereits wird der Vereinsbulli mit dem gesamten Gepäck beladen und macht sich auf den Weg Richtung Süden – mit „an Bord“ sind die beiden Spieler Kevin Karschau und Stefan Gürtler, die nicht gerne fliegen. Ebenfalls am späten Abend fährt die „Vorhut“ um Brandt und den Sportlichen Leiter Norbert Hages nach Brüssel, um von dort am frühen Freitagmorgen nach Pisa zu fliegen und sich um die Regularien vor Ort zu kümmern. Das wird auch der Zielflughafen für die Mannschaft und Trainer Hans-Werner „Alfredo“ Meier sein, die Freitagabend in Eindhoven abhebt.

Die Herringer haben in Pisa wieder das gleiche Hotel gebucht wie im Februar beim Gastspiel in Forte dei Marmi – mit dem kleinen Unterschied, dass die Fahrstrecke nach Follonica von dort aus rund 100 Kilometer beträgt. „Aber wir wollten, dass die Mannschaft nach der Landung schnell zur Ruhe kommt“, erklärt Brandt.

Das Training ist für Samstagmittag (12 Uhr) angesetzt – und bietet die Gelegenheit, sich mit dem schnellen Hallenboden vertraut zu machen. „Allein deshalb dürfte es ein ziemlich temporeiches Spiel werden“, mutmaßt Brandt und weiß, dass es nicht zuletzt „auf hundertprozentige Passgenauigkeit“ ankommen wird.

Gar „120 Prozent“ werde das Team um den portugiesischen Neuzugang „Joka“ Ferreira, der zwischen den Pfosten stehen wird, geben müssen, wenn es nach der Pause am Nachmittag dann am Abend den Favoriten stürzen will. Dass für die torhungrigen Herringer etwas möglich ist, zeigte sich jüngst in der italienischen Meisterschaft, wo Follonica zwei der vergangenen drei Partien deutlich verlor (2:6 gegen Forte dei Marmi, 2:5 in Trissino).

Brandt ist sich zudem sicher, dass sich die Südeuropäer nicht auf ihrem dünnen Polster ausruhen, dass sie offensiv agieren – was eine willkommene Abwechselung wäre für den SKG, der es in der Bundesliga zumeist mit tief stehenden Kontrahenten zu tun bekommt. „Wir brauchen Räume für unser Kombinationsspiel“, sagt Brandt und wünscht sich, dass das taktische Konzept aufgeht: kompakt stehen, engagiert in den Zweikämpfen sein, wenig zulassen – und schnell umschalten.

Meier wird dabei weitgehend auf seine Stammformation setzen. Wechselmöglichkeiten dürften sich angesichts des Kalibers des Gegners kaum ergeben, zumal der langzeitverletzte Liam Hages weiter fehlt. „Ich hoffe auf eine offene Partie“, sagt Brandt. „Die Jungs sind gut drauf. Und sie haben bis jetzt in jedem internationalen Spiel viel dazugewonnen und gelernt.“ Vielleicht sogar schon genug, um eine Überraschung zu schaffen.

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