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Fünf Herringer freuen sich auf die WM-Spiele vor den argentinischen Fans

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Von: Patrick Droste

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Die Herringer (von links) Lucas Karschau, Caro Reinert, Timo Tegethoff, Claudia Reinert und Christoph Rindfleisch
Die Herringer (von links) Lucas Karschau, Caro Reinert, Timo Tegethoff, Claudia Reinert und Christoph Rindfleisch. © Robert Szkudlarek

In Deutschland fristet der Rollhockey-Sport eher ein Schattendasein. Ganz anders sieht dies in Argentinien aus, wo ab dem Wochenende die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Mit dabei sind auch fünf Protagonisten des SK Germania Herringen.

Hamm – „Die spanischen und portugiesischen Fans sind schon Hockey-verrückt, aber in Argentinien ist das nochmal extremer“, sagt Keeper Timo Tegethoff, der neben Kapitän Lucas Karschau und Torjäger Christoph Rindfleisch einer der drei Spieler des SK Germania Herringen ist, die Bundestrainer Tobias Wahlen für diese Titelkämpfe in San Juan in die deutsche Nationalmannschaft berufen hat. „Wenn man sich anschaut, wo San Juan liegt, könnte man meinen, das ist ein verschlafenes Örtchen. Aber sobald da die Hockeytore aufgehen, drehen die Leute total durch. Das ist schon sehr beeindruckend. Argentinien ist das Nonplusultra“, fügt Tegethoff hinzu, der sich auf Youtube einige Videos von der WM 2011 in San Juan angeschaut hat und daher weiß, was ihn und seine Teamkollegen in Südamerika erwarten wird. Und auch bei Rindfleisch ist die Vorfreude entsprechend groß: „Das wird in Argentinien ein ganz anderes Erlebnis als Spanien oder Portugal, wo man schon des öfteren mit dem Nationalteam oder dem SK Germania war. Das wird etwas ganz Besonderes.“

Am Mittwochabend werden die deutsche Männer-Nationalmannschaft mit den drei Herringern und auch das Damenteam mit Trainerin Caro Reinert und ihrer Mutter Claudia, die als Team-Managerin fungieren wird, von Frankfurt aus Richtung Südamerika fliegen. Zuerst geht es nach Sao Paulo in Brasilien, von dort weiter nach Santiago de Chile und dann noch per zehnstündiger Busfahrt durch die Alpen nach San Juan. „Wir werden am Freitagmorgen da ankommen“, sagt Karschau. Und Rindfleisch fügt hinzu: „Das wird schon ganz stressig mit den Flügen und der Busreise. Aber wir haben eine lustige Truppe zusammen, da wird die Zeit schon ganz gut herumgehen.“

Am Montag steht für die drei SKG-Akteure mit der Partie gegen Österreich das erste Spiel auf dem Programm. Weitere Gegner in der nur zweitklassigen Intercontinental Championship sind Australien und Andorra, der wohl stärkste Gegner. Sollte Deutschland diese Gruppe gewinnen, würde das Team anschließend gegen den Viertplatzierten der Gruppe A der World Championship spielen, was wahrscheinlich Mosambik sein wird. Sollte die Auswahl um Kapitän Karschau auch diese Partie zu ihren Gunsten entscheiden, wäre der Wiederaufstieg in den Kreis der besten acht Teams geglückt und Deutschland würde sich mit den Top-Mannschaften messen. „Wir sind eine gute Einheit, sind ausgeglichen besetzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir unsere Ziele erreichen“, zeigt sich Rindfleisch zuversichtlich. Und Tegethoff meint: „Ich finde, wir sind perfekt vorbereitet. Das ist die homogenste Truppe, die wir seit Jahren haben.“

Um diesen Start bei der WM zu realisieren, müssen die Akteure einen Teil der Kosten selber tragen. Ein anderer Teil wird durch ein Crowdfunding beigesteuert, das Caro Reinert vor einigen Wochen ins Leben gerufen hatte. „Diese Reise ist extrem teuer. Und unser Verband hat nicht so viel Geld, um das alles zu bezahlen“, sagt Karschau. „Caro hat sich da etwas Tolles einfallen lassen. Am Ende sind da 12 000 Euro zusammen gekommen. Das ist ein Riesenerfolg geworden. Ich hätte niemals gedacht, dass da so viel Geld zusammen kommt. Aber es gibt wohl doch viele Leute, die unseren Sport gut finden und daher unterstützen.“

Die Herringerin Caro Reinert ist aber nicht nur die Initiatorin der Spendenaktion, sondern zudem auch noch verantwortliche Bundestrainerin der Damen bei der WM. Eigentlich gehörte sie lediglich als Torwarttrainerin zum Team, doch nachdem Chefcoach Ralph Stenger die Reise nach Argentinien bereits frühzeitig absagen musste und der Co-Trainer sein Amt aufgegeben hatte, ist Reinert nun die Hauptverantwortliche und wird dabei von ihrer Mutter Claudia als Team-Managerin unterstützt. „Das ist für mich natürlich eine ganz neue Situation. Aber ich hoffe, dass ich dem jungen Team mit meiner Erfahrung als langjährige Nationaltorhüterin gut helfen kann“, sagt Reinert. Mit Kolumbien, Italien und Argentinien warten auf die Bundestrainerin und ihre Schützlinge in der World Championship aber drei harte Brocken.

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